# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1860_S123 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zu den laufenden Fragen. 123 unmittelbare Dasein desselben. Daher, „wie von nun an jedes Volk seine besondere Sprache hat und jede Sprache ihren besonderen Genius, so nun auch jedes Volk seine besonderen Genien und Götter. Die Geschichte vom Thurmbau ist die Geschichte der Entstehung vom Heidenthum.“ Daher ihre Schattirung auch die Schattirung des letzteren. Denn war ohne Zweifel beim Verbrechen des Thurmbaues die Betheiligung nicht die gleiche, waren die Einen mehr, die Anderen weniger gravirt, so wird das Maaß der Betheiligung auch das Maaß des Gerichtes, und das Maaß dieses Gerichtes wird das Grundmaaß der Geschichte und des ganzen Bestandes der Geschichte durch die Jahrtausende. — — Wir begreifen, warum die Hamiten die in jeder Beziehung am meisten zertretenen Völker der Erde bis auf den heutigen Tag sind, und ihnen, wie das Geheimniß der Bosheit, zu dessen Hauptträgern sie sich vor Jahrtausenden gemacht, seine furchtbaren und entstellenden Wirkungen selbst in Farbe und Körpergestalt bis auf den heutigen Tag ausgeprägt hat:“ eine verhängnißvolle Ausprägung an Leib und Seele, die weder hier, noch an anderen, von dem Fluche besonders getroffenen Völkern, wie gesagt, in ihren Folgen, auch durch das Evangelium nicht, aufgehoben wird. So der Verfasser, und wir werden gestehen dürfen, daß wir uns im Ganzen in Uebereinstimmung mit ihm wissen können, daß in der Babel⸗ Katastrophe wirklich ein unheilvoller Umschwung in und mit der Menschheit auf's neue eingetreten ist. Aber dennoch haben wir einige Bedenken in Betreff der Folgerungen, die Dr. Fabri hiermit verbindet. Wir erinnern an die Allgemeinheit und Allgenugsamkeit der göttlichen Gnade, daran: „Gott will, daß allen Menschen geholfen werde,“ und: „Christus ist die Ver⸗ söhnung ——nicht allein für unsere Sünde, sondern für die ganze Welt;“ daran also, daß keine Schuld so schwer und kein Verderben so groß ist, für die nicht in dem „unausforschlichen Reichthum der göttlichen Gnade“ Erlösung und Heilung gefunden werde. Wie weit sich diese jedesmal schon hienieden erstreckt, wissen wir nicht. Jedenfalls auf den ganzen inneren Menschen und auf seine ganze Stellung zu Gott. Ist aber von der Wieder⸗ geburt keine Seele als solche ausgeschlossen, und andrerseits auch kein Volk als solches mit allen seinen Gliedern ausnahmslos eingeschlossen, und wider⸗ fahren nun dennoch die mit der göttlichen Gnaden⸗Heimsuchung verbundenen Segnungen ganzen Völkern, wie dem hebräischen unter dem alten Bunde, dem germanischen, slavischen und anderen unter dem neuen Bunde, unter denen doch auch immer nur einzelne Seelen die wahrhaftige Wiedergeburt erlangen und darstellen, ist es also keineswegs das von dem Verf. betonte Individualitätsprincip, das hier so, wie er meint sich ausgewirkt: so muß uns das doch Bedenken machen, irgend einem Volke als ganzem die gleiche Erfah⸗ rung der göttlichen Heimsuchung im voraus abzusprechen, zumal auch die Schrift dazu nicht den rechtfertigenden Anlaß so bestimmt giebt, wie das der Verf. darstellt, oder wie es sein müßte, wenn wir wirklich darauf einen uns bestimmenden Schluß bauen wollten. Wir können nicht wissen, wie weit es Gott gefällt, auch noch anderen Völkern, selbst hamitischen, die Gnadenwohl⸗