# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1860_S121 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zu den laufenden Fragen. 121 Wahl (ἐκλογή, Auswahl), die es erlangt (V. 7.), von dem Vollwerden seiner Zahl (V. 12.), von einem Eingepfropftwerden der natürlichen Zweige in ihren eigenen Oelbaum (V. 24.), von einem Seligwerden des ganzen Israel (V. 26.), was Alles einfach nur auf die Erlangung des Heiles in Christo deutet, aber nicht auch auf einen „priesterlichen“ Beruf für die Heiden. Der liegt auch nicht in V. 12. Der hier gerühmte „Reichthum,“ der durch die Vollzahl von Israel nur ein gesteigerter werden soll, ist ja sonst hier und dort derselbe, also auch hier und dort auf die gleiche Weise bewirkt, darum wenn dort nur durch die Missionsarbeit der Wenigen, so auch hier nur durch die gleiche Arbeit der Vielen. Wenn aber der Verfasser selbst bekennen muß, „das Volk der Auswahl habe seine Bestimmung im Großen und Ganzen nicht erfüllt,“ und sei von Gott „verworfen“ worden, und dann doch meint, von der endlichen Erfüllung der priesterlichen Bestimmung dieses von Gott verworfenen Volkes hänge die schließliche Erfüllung des großen gött⸗ lichen Heilsplanes ab, das, was der von diesem Volke verworfene Sohn Gottes, trotz dieser Verwerfung, an Heil für die ganze Welt ausgerichtet, Christi theuer errungenes, allgenugsam wirksames Verdienst und mit aller Heilsmacht ausgestattetes Erlösungswerk müsse zu seiner schließlichen Vollen⸗ dung dennoch warten auf die priesterliche Mithülfe eben dieses ihn verworfen habenden Volkes, und es gebe für dieses Volk nun doch noch, außer der Rück⸗ kehr zum Heile in Christo, dem Wiedereingepfropftwerden in den eigenen Oelbaum, dem „überschwenglichen Reichthum seiner Gnade,“ und mit dem⸗ selben ein noch Höheres, Gesteigertes, Apartes, das diesem Volke eigentlich, nicht in Christo, sondern gewissermaßen vor demselben, wäre zugedacht gewesen und jetzt zum Vollzug kommen müsse, damit nur das durch den, in der Fülle der Zeit erschienenen Christus Errungene und Gewirkte, jener überschwengliche Reichthum der in Christo Jesu offenbaren göttlichen Gnade, an Solchen, die jedenfalls auch ohne das schon „nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Bürger mit den Heiligen und Gottes Hausgenossen, Könige und Priester vor Gott“ (Offenb. 1, 6.) sind, in vollendeten Herrlichkeitsvollzug treten könne: oder wenn so das Heilswerk Christi in Abhängigkeit gesetzt werden soll von dem Einrücken eines Volkes als solchen in eine gewisse Stellung, also immer in menschliche Abhängigkeit: so bekennen wir, daß uns das nicht blos wider unseren ganzen christlichen Verstand, sondern auch wider den, aus der gesammten Schrift uns aufgedrungenen Total⸗Eindruck geht. Aber es wird auch sonst nicht zu beweisen sein, der Verfasser hat es wenigstens nicht bewiesen. Auch Dr. Auberlen nicht, auf den er sich beruft, auch Baumgarten nicht, den er gleichfalls (doch mit sonstigem Bedauern) herbeizieht. Auch mit dem Vorwurf eines „dem Unglauben in die Hände arbeitenden verflüchtigenden Spiritualismus“ nicht, den der Verf. (S. 83.) gegen die erhebt, welche nach dem Vorgange Christi, der sagt: „wäret ihr Abrahams Kinder, so thätet ihr Abrahams Werke“ (Joh. 8, 39.), und des Apostels, welcher lehrt: „es sind nicht alles Israeliten, die von Israel sind“ (Röm. 9, 6.), in Israel nur sehen das Israel der Verheißung, das Israel, welches die in Christo beschlossene und