# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1860_S116 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 116 Aus der Wisconsinsynode. Einem Sinn und in einerlei Meinung, 1 Cor. 1, 10., ihre Glieder nicht zu denselben Lehransichten verpflichtet hält? Ist eine solche Synode in Wahr⸗ heit oder blos dem Namen nach lutherisch? Niemand kann nach den eben dargelegten Gründen anders als das letztere annehmen, und niemand wird im Ernste behaupten wollen, daß die Synode des nördl. Illinois in Wahr⸗ heit auf der Augsb. Confession stehe. Doch der Pastor der Wisconsinsynode bringt auch eine Bestimmung der Constitution der nördl. Illinoissynode in Betreff der Professoren der Theo⸗ logie zu Springfield bei, und hält dies für genügend in Bezug auf den ofsi⸗ ziellen Standpunct der theol. Facultät daselbst. Aber ich kann nicht umhin, die Worte jener Bestimmung, wonach der Professor der Theologie bei seinem Amtsantritt feierlich zu erklären hat: „ich glaube, daß die Augsb. Conf. und die Katechismen Luther's ein kurzer Inhalt und eine richtige Erklärung der Grundlehren des Wortes Gottes sind“—ich kann nicht umhin, diese Formel nach der bekannten Denk⸗ und Redeweise in allen Districten der Ge⸗ neralsynode für ungenügend und nichtssagend zu halten. Denn offenbar steht es nach dieser Formel doch ganz bei dem Professor, welche Lehren des Wortes Gottes er für Grundlehren halten und als solche lehren will. Hält er aber z. B. die Lehre von der Taufe und vom Abendmahl für keine Grundlehren, was ja in der ganzen Generalsynode die herrschende Ansicht ist, so ist er nach der Formel nicht verpflichtet, dieselben in der Augsb. Conf. „kurz enthalten“ und „richtig erklärt“ zu finden. Durch die Praxis wird diese Auffassung unwiderleglich bestätigt. Und so erscheint der Schluß, welchen jenes Glied der Wisconsinsynode aus obigen Worten zieht, daß nämlich nach denselben ein Springfielder Professor der Theologie eidlich erkläre, daß nach seiner Ueberzeugung „die Augsb. Conf. und die Katechismen Luther's nichts anderes enthalten, als Grundlehren der Bibel,“ als ein Versehen. Diese Auffassung der Sache ist auch die mildeste. Denn wäre es so, wie der Bru⸗ der in Wisconsin behauptet, so dürfte es der theologischen Facultät zu Spring⸗ field wohl schwer werden, sich von dem Vorwurf des Meineids zu reinigen. Oder es soll doch einmal ein Springfielder Professor der Theologie öffentlich sich mit ausdrücklichen Worten nur zu den Lehren der Augsb. Conf. von der Taufe, vom Abendmahl und vom Sabbath bekennen und die entgegenstehen⸗ den Lehren nach dem Vorgang dieses Symbols verwerfen und verdammen — und wenn dann seine Synode ein derartiges Auftreten gut heißt und aner⸗ kennt, daß der Mann nach seinem Amtseide gehandelt habe, so will ich zu⸗ geben, daß der Pastor der Wisconsinsynode recht hat und ich unrecht. Ist es demnach gewiß, daß die nördl. Illinoissynode in der That und Wahrheit nicht auf der Augsb. Conf. steht, sondern dieselbe in der Wirklich⸗ keit verleugnet; ist es ferner gewiß, daß überhaupt keine Garantie da ist, daß in Springfield den Theologie Studirenden die reine Lehre des unverfälschten Bekenntnisses und des lautern Wortes Gottes vorgetragen werde, ja ist, nach der ganzen öffentlichen Stellung der Professoren der Theologie zu Springfield zu urtheilen, Grund zu der Befürchtung vorhanden, daß in Wirklichkeit das