# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1860_S114 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 114 Aus der Wisconsinsynode. und pantheistische Anschauungen zusammengehen. Bei den Rationalisten ist die Sünde die Fehlerhaftigkeit, wonach „die Gewalt der Triebe und der Sinnlichkeit stärker ist, als die Gewalt der bessern Erkenntniß der Vernunft.“ Dasselbe ist Schenkel's Ansicht, nur daß er statt Vernunft stets Geist setzt. Mit seiner Leugnung der biblischen Lehre von der Sünde fällt natürlich auch die Erlösung durch Christum völlig dahin. Dagegen scheint der Schenkel'sche Messias in jener „Geistvermehrung“ zu bestehen, womit der Allgeist die von ihm emanirten Geister begeistert, daß sie „im Gaischte“ den mächtigen Reiz der Materie überwinden. Nachdem wir so die Grundlagen der Schenkel'schen Dogmatik kennen gelernt haben, können wir nicht zweifelhaft sein, was für ein System sich darauf erheben wird, wenn man überhaupt ein Geistesprodukt so nennen kann, welches den Abklatsch des ordinärsten Rationalismus mit dem Absud des Pantheismus zusammenbraut. Zugleich können wir uns danach unge⸗ fähr einen Begriff davon machen, wie der Herr Kirchenrath Dr. Schenkel, der gegenwärtig als einer der Haupt⸗Choragen der Rationalisten in Deutsch⸗ land ein großes Wort führt, der Kirche zu rathen beflissen ist. H. Fick. (Eingesandt von G. Schick.) Aus der Wisconsinsynode. In der Novembernummer dieser Zeitschrift wurde ein Aufsatz aus dem Observer mitgetheilt, worin erzählt wurde, daß die Wisconsinsynode zwei Delegaten zur Synode des nördlichen Illinois mit dem Auftrage gesandt habe, mit dieser über die Errichtung einer deutschen Professur an der Illinois State University zu Springfield zu verhandeln. Bei dieser Gelegenheit wurde auf Grund jenes Aufsatzes die Doppelzüngigkeit der Stimmführer in der Generalsynode, welche in Einem Athem sich zu den Symbolen unserer Kirche bekennen und sie verleugnen, und zugleich die Lauigkeit der Wisconsinsynode im Bekenntniß der von Gott geoffenbarten und von unserer Kirche gelehrten heilsamen Wahrheit, welche Lauigkeit sich eben darin zeigt, daß jene Synode Schritte thut, eine Professur in Springfield zu errichten, der brüderlichen Liebe gemäß, mit allem Ernste gestraft. Darauf hat einer jener beiden De⸗ legaten im Herold und im Kirchenboten einen langen Aufsatz abdrucken las⸗ sen, worin er sowohl den auf die Mittheilung aus dem Observer gegründe⸗ ten Vorwurf gegen die Wisconsinsynode abzuweisen sucht als auch (wie ich nicht anders erwartet habe) dem Schreiber dieses nicht gerade dafür dankt, daß er die Brüder von der Wisconsinsynode nach dem Befehle des Wortes Gottes gestraft hat, sondern ihn ausdrücklich einen „Feind“ seiner Synode nennt, den er insbesondere der Splitterrichterei, Lieblosigkeit, fleischlich schnell herausfahrenden Kritik und dergl. bezüchtigt. Darauf halte ich mich ver⸗ pflichtet, in Folgendem zu antworten.