# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1860_S113 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Ueber die Grundlagen der Schenkel'schen vom Standpuncte des Gewissens ꝛc. 113 reines Geistwesen ist, sondern noch einen seelisch⸗leiblichen Naturorga⸗ nismus hat. Durch diesen seelisch⸗leiblichen Naturorganismus vermittelt sich die Sünde. Jede Sünde geht nämlich immer von einem sinnlichen Reize aus (II, 341), und dieser Reiz zur Sünde geht, weil er ein sinnlicher ist, natürlich von der materiellen Schöpfung aus (II, 337). Durch die materielle Schöpfung also entstehen im Menschen sinnliche Lusterre⸗ gungen; beherrscht nun der Geist diese sinnlichen Lusterregungen nicht durch das Bewußtsein seines höheren Wesens, seiner Gleichartigkeit mit Gott, dem absoluten Geiste, sondern wird er dagegen energielos, giebt er sich, uneingedenk seiner Gemeinschaft mit Gott, an sie hin und läßt er sie über sich herrschen, so wird er dadurch sündig und heillos. Die Sünde ist daher „in ihrer Möglichkeit als ein Product des mächtigen Weltreizes, in ihrer Wirklichkeit als eine Folge theilweiser energieloser Geistes⸗ bethätigung“ zu begreifen“ (II, 344, 345) .. „Einige Stellen der Schen⸗ kel'schen Dogmatik scheinen uns nun dahin gedeutet werden zu müssen, daß ihr Verfasser sich die Möglichkeit des Ueberwuchertwerdens des Geistes von der Materie daraus erklärt, daß der menschliche Geist nicht reichlich und kräftig genug vorhanden war, um die gegen ihn sich auflehnende Materie darnieder zu halten. Es sind dies besonders folgende Stellen, welche von der Heilsmittheilung an den sündig gewordenen Menschen handeln: „indem Gott sich dem Menschen vermöge seines Geistwesens mittheilt, theilt er ihm mit, was der Mensch ursprünglich schon hat, nur noch nicht in derjenigen Fülle und Kräftigkeit, wie er dessen zu seinem Heile bedarf“ (I. 30); weiter: „vermöchte Gott dem Menschen von seiner persönlichen Wesensfülle gar nichts mitzutheilen: dann wäre u. s. w.“ (I, 33); ferner: „der christliche Dogmatiker muß von der Voraussetzung — — ausgehn, daß der anormal gewordene menschliche Geist — —, von dem Zusammenhange mit der Urquelle des göttlichen Geistlebens abgeschnitten, in sich hülflos zu verkümmern und trostlos unterzugehen, sein Loos wäre“ (I, 28); endlich eine Stelle (I. 49), wo Schenkel von einer, „wenn auch noch so langsam fortschreitenden, doch stetigen göttlichen Geistvermehrung“ in der erlösungsbedürftigen Menschheit spricht.“ S. 288: „Nachdem wir nun gesehen haben, was Schenkel über die Heillosigkeit und das Heilsbedürfniß des Menschen sagt, und wie diesem Heilsbedürfniß durch „göttliche Geistvermehrung“, „göttliche Geist⸗ mittheilung“ abgeholfen werden soll — und zwar durch eine göttliche Geistmittheilung, welche seit den Zeiten des beginnenden Heilsbedürf⸗ nisses „seinen Augenblick“ still steht (II, 48 ff.) —, dürfen wir billig unsere Befürchtung aussprechen, daß in der Schenkel'schen Dogmatik das Versöhnungs⸗ und Erlösungswerk Jesu Christi nicht die centrale und fundamentale Stellung finden werde, welche es nach der Erfahrung jedes Christen einnimmt.“ Der Leser sieht aus dem Mitgetheilten, wie bei Schenkel rationalistische