# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1860_S112 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 112 Ueber die Grundlagen der Schenkel'schen vom Standpuncte des Gewissens ꝛc. sentant des Strafengelamtes (II, 268) und es „steht nicht leicht ein Ergebniß der biblischen Theologie des alten Testamentes fester als, daß dasselbe eine einigermaßen ausgebildete Satanologie und Dämonologie nicht einmal voraussetzt“ (II, 269). Die Lehre vom Teufel und den Dämonen als schlechthin bösen Geistwesen hat nämlich erst in der Zeit des Exils ihren Ursprung genommen; erst in dem Dogmenkreise des alexandrinisch⸗jüdischen Lehrgebietes tritt der Teufel als der Fürst der bösen Geisterwelt auf (II, 270). Wenn aber auch im neuen Testament der Teufel verschiedentlich vorkommt, so ist dies daraus zu erklären, „daß der Herr in parabolischer Lehrart das Böse personificirt“ (II, 274). — Diese Lehren über den Teufel dürften doch fast wie ein Anachronismus aussehen!“ Nach unserer Ueberzeugung beweisen diese Lehren über den Teufel, daß Schenkel kein Gewissen hat. Denn hätte Schenkel nur einen Funken Gewissen, so würde er sagen: Die Existenz des Teufels ist zwar in der Bibel sonnenklar begründet, aber ich glaube sie nicht. Statt dessen erfrecht sich Schenkel zu der Lüge, daß das Wort Gottes den Glauben an die Existenz böser Engel nicht begründe, und sucht dieselbe durch die unsinnigsten Behauptungen zu beweisen. Er erklärt nämlich „das dämonische oder satanische Böse als das Böse in der Form der Collectivpersönlichkeit.“ Nun kann bekanntlich Persönlichkeit oder die Eigenschaft, persönlich zu sein, nur einzelnen Subjecten inhäriren, denn die Persönlichkeit besteht eben darin, daß ein Subject Selbstbewußtsein besitzt und vermöge desselben sich als ein besonderes Ich erkennt und von andern unterscheidet. Die Wahrheit dieses Satzes wird von einem jeden vernünftigen Menschen anerkannt, nur von Schenkel nicht. Dieser vindicirt allen Teufeln eine Collectivpersönlichkeit!? Mit demselben Rechte könnte er auch behaupten, alle Menschen hätten eine Collectivnase, oder alle Esel hätten einen Collectivkopf, dieser Unsinn wäre noch nicht so toll, wie seine monströse Erklärung, alle Teufel hätten eine Collectivpersönlichkeit und darunter verstehe die Schrift nur das satanische Böse. Wenn Schenkel ferner sagt, daß das alte Testament eine einigermaßen ausgebildete Satanologie nicht einmal voraussetze, so stellt er sich damit nur das traurige Zeugniß aus, daß er völlig geistlich blind sei und das Alte Testament ohne allen Sinn und Verstand gelesen habe. Indem er die miserabele Lüge wiederholt, daß die Lehre vom Teufel erst in der Zeit des Exils ihren Ursprung genommen habe — darum sollen die Juden sie von den Babyloniern angenommen haben!? — so lästert er damit nicht nur Gottes Wort, sondern sinkt damit auch noch unter Bretschneider, den berüchtigten Repräsentanten des allergemeinsten Rationalismus herab, der diese Behauptung doch noch „sehr zweifelhaft“ findet. Bei Schenkels Auslassungen über die Sünde ist das merkwürdig, daß sich darin auch nicht das geringste sittliche Moment findet, auch nicht die leiseste Ahnung, daß sie ein Abfall von Gott, eine Uebertretung seines Gesetzes sei. Sie ist ihm weiter nichts, als ein mechanischer Naturproceß. Erl. Kr. 285: „Der Mensch konnte nur darum sündigen, weil er noch kein