# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1860_S111 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Ueber die Grundlagen der Schenkel'schen vom Stundpuncte des Gewissens ꝛc. 111 einmal immateriell sein, damit der Geist auf sie einwirken könne, und dann zugleich auch wieder materiell, damit sie die Einwirkung des Geistes an die Materie übermitteln könne. Allein etwas, das zugleich materiell und immateriell wäre, kann es nicht geben, weil dies einen Widerspruch in sich befassen würde.“ Ganz rationalistisch ist, was Schenkel von der ursprünglichen Vollkommenheit des Menschen sagt. E. K. 284: „Nicht lediglich in der Persönlichkeit als solcher, sondern in der mit ihrer leiblichen Organisation unter die durchgängige Herrschaft des Geistes gestellten, und diese Herrschaft nach allen Richtungen und in jedem Augenblicke der Lebenserscheinung verwirklichenden, Persönlichkeit kommt das Ebenbild Gottes im Menschen zur wahren umfassenden Selbstverwirklichung“ (II, 108). S. 280: „Und so lange das menschliche Personleben in der Weise vorherrschend geistartig ist, daß Seele und Leib, d. h. daß das Empfindungs- und Stoffleben, den Impulsen des Geistes ohne Widerstreben und unbedingt gehorcht, so lange ist dasselbe, wie es sein soll; es entspricht dann vollkommen seinem Zwecke. Der Mensch ist in diesem Falle normal oder heil.“ Eben so lehren die Rationalisten, z. B. Bretschneider von dem ersten Menschen: „seine Vernunft habe die Herrschaft über alle Naturtriebe ausüben und behaupten können und die natürlichen Triebe, oder das Begehrungs⸗ und Gefühlsvermögen habe in einem so glücklichen Gleichgewichte gestanden, als es zu ihrer Leitung durch die Vernunft dienlich war“ (Br. Dogm. II, 70.). Der einzige Unterschied ist, daß Schenkel seine dürftigen rationalistischen Gedanken in das hochtrabende Phrasen⸗Geklingel der modernen Wissenschaftlichkeit einkleidet, um ihnen einen etwas tiefsinnigeren Anstrich zu geben. Da Schenkel verspricht, eine Dogmatik vom Standpuncte des Gewissens zu schreiben, so sollte man meinen, er werde doch wenigstens in der Dämonologie und Lehre von der Sünde sich der Schrift etwas nähern. Allein er sinkt darin noch unter den allervulgärsten Rationalismus herab. Mit dem Teufel macht er gar kurzen Prozeß. Das Gewissen weiß von keinem Teufel" darum giebt es keinen: so lautet im Ernst die Schenkel'sche Argumentation. Die Erlanger Kritik sagt S. 285: „Der Geist als solcher hat in sich keine Veranlassung, sich von Gott abzuwenden“ (II, 342); daher auch „der Sündenfall eines rein geistigen, außer aller Bezogenheit auf die sichtbare Welt stehenden persönlichen Wesens rein unbegreiflich ist“ (II, 336). Daß es somit auch keinen Teufel geben kann, versteht sich von selbst. „Der Glaube an die Existenz schlechthin böser überirdischer persönlicher Wesen ist weder durch eine Aussage des Gewissens noch des göttlichen Wortes dogmatisch ausreichend begründet, obgleich das dämonische und satanische Böse als das Böse in der Form der Collectivpersönlichkeit, von dem bloß subjectiven Bösen, als dem Bösen in der Form der Einzelpersönlichkeit, wohl zu unterscheiden ist“ (II, 238). Zwar wird der Satan sehr häufig in der heil. Schrift erwähnt; allein „der Satan des alten Testamentes ist nichts anderes als ein hervorragender Unglücks⸗ oder Strafengel, gewissermaßen der Reprä⸗