# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1860_S106 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 106 Vom Eifer der Prediger. in die Herzen dringen und wie ein Hammer sein, der die härtesten Felsen zerschmeißt. Kurz, wen Christus selig macht, den macht er durch thörichte Predigt selig. Gleicherweise vollständig. Denn es ist unsere Aufgabe, nicht blos etliches, sondern alles zu lehren, was uns Christus befohlen hat. Auch nicht das kleinste Theilchen des Wortes Gottes darf seinem Volke entzogen, sondern es muß der ganze Rathschluß Gottes, ohne dazu zu thun und ohne davon zu thun, verkündigt werden, Apgsch. 20, 27. Wenn dann einer verloren geht, dann geht er durch seine eigne Schuld verloren, nicht durch unsre, denn wir richten unser Amt treulich aus, wenn wir ohne Trug und Schminke lehren, ermahnen, beten u. s. w. und alles, was zur Seligkeit nöthig ist, vortragen. Lasset uns dem heldenmüthigen und hochherzigen Micha nachahmen, der öffentlich erklärte, er werde nicht sagen, was die schmeichlerischen Hofleute, sondern was Jehova befohlen habe, 1 Kön. 22, 14. Damit aber alles deutlich und vollständig sei, so lasset uns allenthalben mit Aufrichtigkeit und Treue lehren, und nicht unsern Ruhm oder Gewinn suchen, sondern den Gottes, Phil. 4, 17. Wenn nur Christi Ansehn, Verherrlichung und Ruhm wächst, so müssen wir zufrieden sein, wenn wir auch abnehmen und in Schatten treten, Joh. 3, 30. Denn die Ruhmgier ist die Mutter der Ketzerei. Lasset uns darum wahrhaftig und aufrichtig den Weg des Herrn lehren, und seinen Ruhm nach Kräften mehren; denn die ihn ehren, wird er wieder ehren. — Vor allem soll ein Prediger nicht geizig sein (ἀφιλάργυρος, 1 Tim. 2, 3.), fern von der Habsucht, ohne Geldliebe. Er sagt nicht, daß man Geld nicht haben, sondern nicht lieben solle. Denn nicht das Geld verdammt er, sondern die Liebe zum Gelde, weil dies den Sinn auf Fremdartiges lenkt und zum heiligen Amt weniger geschickt macht, ja die Gastfreiheit und die Sorge für die Armen verhindert. Nimm dazu, daß wir Kriegsleute Gottes sind, und daß kein Kriegsmann sich in Händel der Nahrung flicht, 2 Tim. 2, 4. Daher sind diejenigen des Namens von Dienern Christi ganz unwürdig, welche nur auf Gelderwerb denken und mehr ihren eigenen Vortheil als den der Kirche suchen. Es ist ein Laster, das an allen getadelt wird und alle verunehrt, am meisten die Lehrer der Kirche. Darum werden solche reißende und unersättliche Hunde genannt, Jesaia 56, 11., Lügner, Jerem. 5, 31., beißig, Micha 3, 5., welche den Namen Gottes schänden und entheiligen um einer Hand voll Gerste und Bissen Brods willen, um der geringsten und werthlosesten Sache willen, Ezech. 13, 19. Dies heißt in den Episteln „schändlicher Gewinn“, weil er auf schändliche, geizige, schmeichlerische Weise und durch schmutzigen Handel mit Hintansetzung der Würde des Predigtamts erlangt wird. Diesen verdammt der Apostel 1 Tess. 3, 3., Tit. 1, 7. 11., 1 Pet. 5, 3. Darum billigen wir die verkehrte Weise gewisser Prediger, sich ihren Lebensunterhalt zu erwerben, durchaus nicht, welche größere Sorge für die Fütterung ihres Viehes und die Bestellung ihrer Aecker, als für ihre Studien und die För⸗