# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1860_S105 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Vom Eifer der Prediger. 105 Aber weiter ist das Wort Gottes auch rein und ohne listige und falschgläubige Fünde auszutheilen. Von Gott nichts ohne Gott. In zweifelhaften Dingen muß man immer auf sein Gesetz und Zeugniß zurückgehn, Jes. 5, 20. Denn es ist nicht ein Orakel Apollo's oder eines Dämon, sondern der wahrhaftige und lebendige Spruch des lebendigen Gottes. Darum brachte Mose, als er vom Berge zurückkam, nicht seine, sondern Gottes Gebote, 2 Mos. 19, 37. 18. Dies hat Christus seinen Aposteln und ihren Nachfolgern befohlen. Er heißt sie Matth. 28, 20. nicht menschliche Ueberlieferungen, nicht eigene Träume lehren, sondern alles, was er selbst befohlen hat, entweder unmittelbar, als er auf Erden war, oder mittelbar durch die Propheten und Apostel. Daher hielten sich die Apostel an das, was Christus ihnen befohlen hatte 1 Cor. 11, 23.: „Ich habe es von dem Herrn empfangen, das ich euch gegeben habe“. 1 Thess. 4, 2.: „Ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben durch Christum Jesum“, als wollte er sagen: die Gebote, welche ich euch geboten habe, sind nicht mein, sondern Christi, Christus ist der Gesetzgeber, ich bin nur Christi Diener und Gesandter. So heißt es 1 Pet. 4, 11.: „So jemand redet, daß er es rede als Gottes Wort“, der Lehrer sei im Worte Gottes wohl unterrichtet, und wie aus Seinem Munde thue er zuverlässige Sprüche: man darf nicht mit dem Ochsen des Wortes Gottes und dem Esel der menschlichen Traditionen pflügen, 5 Mos. 20, 10. Gott zürnt, wenn die Menschen ihre Schwelle an seine Schwellen und ihre Pfosten an seine Pfosten setzen, Ezech. 43, 8. Wie reimen sich Stroh und Weizen zusammen? wie die Sprüche der falschen Propheten mit der Wahrheit Gottes? Jerem. 23, 28. Die Fündlein der Menschen sind gleich leichten und leeren Flaumfedern, ohne Frucht und ohne geistlichen Saft; aber das Wort Gottes ist wie voller Weizen, der das Herz erquickt, stärkt und nährt. Wir sind Haushalter über Gottes Geheimnisse, nicht Vertheidiger unserer eigenen Fündlein, Diener, nicht Herren des Glaubens der Auserwählten. Die apostolische Lehre wollen wir verbreiten, eine neue wollen wir nicht aushecken. So wir oder ein Engel vom Himmel ein anderes Evangelium brächte, der sei verflucht, Gal. 1, 8. Endlich deutlich und vollständig. Je deutlicher, desto besser. Wo die größte Deutlichkeit ist, da ist auch die größte Wirkung. Denn nicht der ist ein guter Prediger, der blos die Ohren erreicht, sondern der in's Herz dringt. Daher erklärt Paulus, er wolle lieber fünf Worte in einer bekannten und gebräuchlichen Sprache reden, als zehntausend Worte in einer fremden, 1 Cor. 14, 9. Lasset uns das Kreuz Christi auch im Kreuzesstil predigen, nicht mit plausibel machenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Beweisung des Geistes und der Kraft: nicht rhetorisch, sondern apostolisch, nicht beredt, sondern gewaltig, damit wir nicht im Trachten nach dem Erhabenen in die Grube des Irrthums fallen und in die Schlingen der falschen Lehren verstrickt werden. Es sei daher unsere Sprache einfach, verständlich und rein, nicht geziert, aufgeputzt, affectirt und mit prunkenden und Effect haschenden Worten überladen: so werden unsere Worte wie feurige Pfeile