# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1860_S100 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 100 Vom Eifer der Prediger. noch mehr unsern Fleiß anspornen muß, ist des Satans und seines Gesindels unermüdlicher Eifer! In gewaltiger Wuth sind sie erregt, und die Teufel selbst scheinen in diesem schwachen Greisenalter der Welt von schlimmeren Teufeln besessen zu sein. Nichts lassen sie unversucht, auf's eifrigste strengen sie alle Kräfte an, heimlich und öffentlich, durch List und durch Kampf, damit sie so viele als möglich mit sich in die Hölle reißen. Welches Unkraut, welche Steine des Anstoßes, welchen Samen des Streites streuen sie nicht aus? Land und Wasser, den ganzen Erdkreis umziehen sie, um auch nur einen Proseliten zu machen, Matth. 23, 15. Solche wüthenden Zeloten sind die Jesuiten, welche ein Dichter mit diesen Worten schildert: „Unverdrossen zieht der Jesuite nach dem fernen Indien und sucht einen Jünger, ohne Furcht vor der See, vor Steinen und Feuer; und wenn er ihn gefunden hat, so macht er ihn zwiefältig schlimmer, als er selbst ist“. Lasset uns sogar von dem großen Verführer der Welt lernen, welcher allezeit die Erde durchwandert, daß er die Menschen mit seinen Künsten und Netzen verwickle, verstricke und betrüge. Daher sagte der treffliche Märtyrer Latimer, als er die Bischöfe zum Fleiße ermahnte: wenn sie das Beispiel der Heiligen, der Propheten, Apostel und insonderheit Christi selbst nicht nachahmen wollten, so sollten sie sich wenigstens durch das Beispiel des Teufels bewegen lassen. Denn der macht auf's fleißigste Besuche und lehrt, bewegt und treibt seine Anhänger unablässig. Ja auch der Ocean wogt beständig, in ewiger Bewegung kreist der Himmel, und die Sonne, die große Lenkerin des Wechsels, läuft mit unermüdlichem Glanze stets von einem Ende des Himmels bis zum andern: wenn so die tauben und unvernünftigen Weltkörper so viele Bahnen ohne Unterbrechung zurücklegen, so werden doch wohl die Häupter der Kirche nicht von Trägheit und Stumpfsinn bewältigt erschaffen? Die Trägen sicherlich sind in jedem Beruf Gott verhaßt, vornehmlich aber im heiligen Amte. Verflucht ist, wer dies Werk lässig thut. — Und bist du ein Diener am Wort, so thue danach. Denn das Leben eines Predigers ist kein müßiges und zärtliches Leben: wir sind zur Arbeit im Weinberg des Herrn gemiethet, 4 Mos. 8, 24., nicht zum Spielen. Es ist darum sehr unstatthaft, daß die Diener Christi Spieler, Jäger, Handelsleute, (Speculanten), Soldaten, Bauern ꝛc. seien. Denn wenn es nicht taugt, daß sie die Predigt des Worts unterlassen und bei Tische dienen, Apgsch. 6, 2., so taugt es noch weniger, das Wort Gottes zu unterlassen, um für Dinge anderer Art Zeit zu haben. Gehalt wird allerdings gegeben, aber wegen des Amts; Lohn ist man schuldig, aber den Werkleuten; zwiefältiger Ehre sind sie werth, aber die, welche „arbeiten“. Es ist darum dies Amt, welches wir führen, (glaube es mir) kein Amt trägen Müßiggangs, sondern ein Dienst voll Arbeit, dessen Kummer immer größer war als sein Glanz und dessen Schweiß größer als seine Ernte. „Wisset, sagt Augustin, daß der Name Pastor (episcopus) der Name des Werks, nicht der Würde ist, und daß das Pastoren sind, welche nicht herrschen, sondern nützen möchten.“ Mit folgenden Namen wird unser Amt benannt: