# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1860_S95 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. 95 oder wie weit die Laienwirksamkeit auszudehnen sei. Hierüber wurden endlich von einer Committee folgende Resolutionen ausgearbeitet: § 1. Laien können und sollen einander mit Gottes Wort gegenseitig belehren innerhalb der Ordnung und Grenze, die im Worte vorgeschrieben wird. § 2. Die Ordnung, die nach Gottes Wort hier gilt, ist, daß niemand außer dem, welchem das Amt anvertraut ist, als Lehrer in der Gemeinde für alle und über alle auftreten darf, so daß er der Mund und Dollmetscher aller wird, und alle schweigen und hören sollen. § 3. Die Wirksamkeit von Laien zur Belehrung und Erbauung muß darum in der Form und Weise einer gegenseitigen Unterhaltung geschehen, wobei jeder einzelne das Recht hat, in Christen geziemender Ordnung zu antworten, zu fragen, das darin enthaltene Falsche zu widerlegen und zu berichtigen, oder das Wahre zu bestätigen. So lange, als die Unterhaltung in der Weise und Form geschieht, ist sie kein Eingriff ins Amt. Anmerkung. Wenn hier Unordnung oder Verwirrung entweder durch Zank oder ungesunde Lehre oder dergleichen entstände, so wäre dies ein Mißbrauch des Wortes, was in dem einzelnen Falle allein durch die Erwägung aller Umstände beurtheilt werden könnte. § 4. (Enthält einige Vorschläge zur Einrichtung von Laienversammlungen.) § 5. Solche Versammlungen von Laien müssen immer unter der Aufsicht der Prediger geschehen, und wie alles andere in der Gemeinde, der Zucht der Kirche unterworfen sein, falls sich Mißbräuche einschleichen. Die Zeit erlaubte aber nicht, diese Resolutionen zu Ende zu discutiren, und da es sich bei der Abstimmung zeigte, daß von den 12 Predigern und 35 Laienmitgliedern der Synode fünf der letztern dem § 2. und dem mittlern Theil des § 3. („wobei — bestätigen“) nicht beistimmen konnten, wurde beschlossen, nur das einstimmig angenommene als die Meinung der Synode anzusehen und die weitere Behandlung der Sache bis zur nächsten Synode aufzuschieben. Ein anderer beachtenswerther Beschluß der Synode ist auch eine dringende Aufforderung an die Gemeinden, sich der Heidenmission ernsthafter als früher anzunehmen; unter den jetzigen Umständen will sie auch die lutherische Mission der Missourisynode unter den Indianern als eine Wirksamkeit empfehlen, welche die Gemeinden besonders unterstützen sollten. Die Erstlinge dieses Beschlusses werden die Leser auch schon in den Quittungen im „Lutheraner“ gesehen haben. L. L. Die Zeitschrift der Norwegischen Synode. — Daß das „Kirkelig Maanedstidende“ auch fernerhin zu den wahrhaft lutherischen Zeitschriften gehören wird, verheißt mit aller Entschiedenheit das Vorwort des Redacteurs, aus welchem wir folgende Worte ausheben: „Und nun, da es die Wahrheit, und die Wahrheit allein, ist, welche uns frei macht und in uns, den Kindern Gottes, wahre Freiheit und Frieden wirkt, so werde ich als Redacteur des Maanedstidende meine ganze Aufmerksamkeit und Absicht darauf richten, daß alles, was darin aufgenommen wird, „aus der Wahrheit“ ist. Diese soll hier alleinberechtigt sein, nicht gleichberechtigt mit Lüge und Irrthum. Darum werde ich nicht nur ein jedes Stück und die darin enthaltene Lehre nach Gottes geoffenbartem Wort prüfen, wie dasselbe in den Bekenntnißschriften ausgelegt ist, und mir das volle Recht vorbehalten, jedem Stück die Aufnahme zu versagen, welches irgendwie mit demselben in Widerspruch steht, sondern ich werde auch bei der Auswahl der Erzählungen und Berichte nicht bloß darauf sehn, ob sie erbaulich aussehn und leicht die Gefühle rühren und in Bewegung setzen können, sondern darauf werde ich mein Augenmerk richten, ob auch dadurch Zeugniß von der Kraft der „Wahrheit“ abgelegt wird, so daß die Leser durch dieselben zum Glauben erweckt und darin gestärkt und bewahrt werden können, durch die erkannte Wahrheit, so daß Gottes Gnade durch alle verkündet und gepriesen werden möge, und nicht unser eigner Ruhm.“ — Gott segne die Arbeit der lieben Brüder! S. II. Ausland. „Das Hauptbedürfniß der heutigen Theologie ist nach den bewährtesten und begabtesten unter unseren gläubigen theologischen Lehrern auf der reformirten so