# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1860_S92 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 92 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. Secretair gewählt. Die Constitution der Synode sollte durch eine Convention von Delegaten am 2. Febr. d. J. in Shelby Co., Ind., im Sinne jenes Beschlusses zusammengestellt werden. Nach Annahme derselben soll die neue Synode mit der Vereinigten Synode von Ohio in Verbindung treten. — In einer Special-Conferenz der Prediger und Gemeinden der Tennessee-Synode in Ost-Tennessee, die am 27. Dec. in Green Co., Tenn., Statt fand, wurde, wie der „Missionary“ berichtet, der Beschluß gefaßt: Daß die Prediger und Gemeinden in Ost-Tennessee, welche mit der evang.-luth. Tennessee-Synode verbunden sind, bei der nächsten Sitzung der Synode um eine ehrenvolle Entlassung aus jenem Körper einkommen mit der Absicht, eine neue Synode in diesem Staate zu bilden. Fürbitten. „Der New-York Observer benachrichtigt uns, daß Gesuche um Fürbitten durch die Post eingeschickt werden können an die Fulton-Street Gebets-Versammlung zu New-York.“ (Missionary.) Methodismus. „Ein Prediger, der durch seine schnurrigen Anecdoten notorisch geworden ist, hielt in diesen Tagen hier in Chambersburg in der Methodistenkirche einen Vortrag vor einer Versammlung über seine Erlebnisse im Westen, fast durchgängig aus lächerlichen Abentheuerlichkeiten und religiösen Possen bestehend, in welchen er selbst die Hauptrolle spielte. Man hatte zuvor in den Tagesblättern bekannt gemacht, daß dieser wundervolle excentrische Mann einen solchen Vortrag halten werde, und als Köder für die Massen war noch als besonderes Verdienst hervorgehoben, daß er in einer Kirche in Boston unter „stürmischem Gelächter geredet habe!“ Der Eintritt in die Kirche, wo obiger Vortrag gehalten wurde, kostete 25 Cts.“ So berichtet die Reformirte Kirchenzeitung. Es scheint, daß, wie die Neger durch die lästige Arbeit, die sie für ihre Herrschaft verrichten, ein Recht auf ein Paar lustige Tage für sich erworben zu haben glauben, jener geistliche Herr sammt seinen Zuhörern nach der Arbeit der Revivals sich zu einer Erholung im Gotteshause berechtigt fühlen. Generalsynode. Neun Glieder der, mit der Generalsynode verbundenen, Synode von Nord-Illinois haben, wie aus dem Luth. Observer vom 20. Jan. zu ersehen, einen Aufruf erlassen gegen die, von einigen Gliedern beabsichtigte Bildung einer Zweig-Synode von Nord-Illinois. Der Aufruf wird durch Folgendes begründet: 1. Die Synode sei noch zu schwach, um eine solche Trennung ertragen zu können, weil die Gemeinden zu klein seien, um ihre Prediger nach Gebühr zu erhalten und die nöthigen Kirchen und Pfarrhäuser zu bauen 2. Diese Trennung würde der Anfang sein von höchst unglücklichen und schädlichen Zertheilungen der Kirche, da aus ihr nicht bloß zwei, sondern viele Parteien je nach den Launen und Meinungen verschiedener ehrgeiziger Männer entstehen würden. 3. Einer bedürfe des Anderen Hülfe und Einfluß, um die eigentliche Mission der lutherischen Kirche in Amerika zu erfüllen, nämlich: Die eingewanderte Bevölkerung zu amerikanisiren. Dagegen ließe sich nicht anführen, wie die Befürworter der Trennung thun: daß die Verschiedenheit der Sprache und Nationalität Einigkeit und gemeinsames Wirken unangenehm und schwer mache; da ja die englische Sprache allein die Sprache des kirchlichen Verkehrs sei und die Deutschen und Norweger so bald als möglich mit ihr vertraut gemacht werden müßten, überdieß neun Zehntheile von ihnen selbst deutscher Abkunft seien. Verschiedenheit der Lehre könne noch weniger einen Grund zur Trennung abgeben, denn ihre Synoden seien auf der Grundlage eines gegenseitigen Compromisses in Betreff der streitigen Lehren gebildet worden, da diese nur Gegenstände von geringerer Wichtigkeit betreffen. Daß es aber angenehm wäre, wenn Alle nur eine Sprache und Eine Weise zu denken hätten, sei kein genügender Grund dafür, daß sie sich trennen müßten; denn „die Engel im Himmel und die Geister der vollkommenen Gerechten haben wahrscheinlich nur Eine Sprache, und denken vielleicht ganz gleich, aber in dieser unvollkommenen Welt können wir das nicht erwarten.“ — Hierauf antwortet nun, und zwar mit bitteren und spöttischen Ausfällen gegen den Verfasser des Aufrufs, Einer der Freunde der Trennung im Namen der Uebrigen: Es seien bei amerikanischen Christen von ihrem Schlage, die ihre Rechte und ihre Stellung kennen, alle Versuche