# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1860_S91 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. 91 S. 127.), unter der sich namentlich Paulus ebenso wenig hätte denken können, als unter einer todten Seele. Huther's conciliatorische Meinung, δικαιοῦσθαι bezeichne bei Paulus „den rechtfertigenden Act Gottes, durch welchen dem Gläubigen das Verdienst Christi zugerechnet wird“, bei Jakobus die Freisprechung der Gläubigen im jüngsten Gericht, — möge auf sich beruhen. Jedenfalls ist die Epistel Jakobi viel zu schwach, die paulinische Lehre zu erschüttern, selbst wenn sie mit derselben in beabsichtigtem Widerspruche stände. III. In einer Recension zweier lieblicher Tractate, erstlich der 4. Auflage des Schriftchens Löhe's: „Von dem göttlichen Worte, als dem Lichte, welches zum Frieden führt,“ und zum andern des Schriftchens: „Vom Gefühlschristenthum. Von Fr. Brunn, luth. Pf.“ (Preis 3 Ngr.), schreibt Ströbel: Ich bin kein großer Freund von Tractätchen, aber diese zwei möchte ich in jedermanns Händen sehen. Sie beschäftigen sich mit der immer drängender werdenden Frage: „Woher kommt es doch, daß bei so vielen kräftigen Predigern, welche Gott in den letzten Jahren seinem Volke geschenkt hat, zwar eine ziemliche Anzahl Erweckter, aber so wenige Menschen gefunden werden, welche zum Frieden der Rechtfertigung hindurchdringen?“ Hierauf geben beide — Löhe in kräftig durchfahrender Kürze, Brunn in schlicht eingehender Erörterung — die einhellige, unwiderlegliche Antwort: Der wahre Friede des Menschen mit Gott wird nicht gefunden in Zinzendorf's knierutschender Gefühlsfrömmelei (wie sie in Herrnhut, Gnadau, Neudietendorf und deren großen und kleinen Colonien betrieben wird), die ja nur ein selbsterwählter Weg zum Leben, eine pelagianische Werkheiligkeit und Selbstgerechtigkeit ist, sondern allein im Christenthum, im unerschütterlichen Glauben an das unbewegliche prophetisch apostolische Wort Gottes, im evangelischen „Protestantismus“ der Reformatoren. — Wer von Scheinheiligkeit, Heuchelei, geistlichem Hochmuth und Tugendstolz angefochten wird und gern gründlich curirt sein wollte, der verschmähe ja Löhe's und Brunn's Recepte nicht, zumal sie so spottwohlfeil und, in größerer Anzahl bezogen, sogar noch billiger sind. Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. I. Amerika. Neue Synoden. Der Lutheran Standard vom 3. Febr. bringt die officielle Mittheilung, daß am 5. Nov. 1859 sieben Prediger und Delegaten von zwölf Gemeinden sich in Whitestown, Boon Co., Ind., zu dem Zwecke versammelten, eine neue lutherische Synode in jenem Staate zu bilden. Diese Synode soll den Namen: Vereinigte Synode der evang.-luth. Kirche führen. Als Grundlage der Vereinigung wurde folgender Beschluß gefaßt: „Diese Synode nimmt die Bibel an als ihre einzige Regel des Glaubens, der Vereinigung und der Kirchen⸗Zucht; das apostolische Symbolum als den Inbegriff christlicher Lehre, die nothwendig geglaubt und als Grundlage christlicher Gemeinschaft festgehalten werden muß; und das ungeänderte Augsburgische Glaubens-Bekenntniß mit Luther's kleinem Katechismus als die Erklärung und den Ausdruck dieser Synode in den biblischen Lehren, von welchen sie handeln.“ John Good wurde zum Präsidenten und E. Rudisill zum