# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1860_S76 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 76 Dr. v. Hofmann's Lehre vom Sündenfall. Ferner sollten die angehenden Eheleute vor dem Aufgebot aus den zum Christenthum gehörigen Stücken, sonderlich aus der Haustafel befragt werden. Auch dies sogenannte Brautexamen oder freundliche Unterredung halte ich seit geraumer Zeit mit großem Nutzen. Ich lege dabei entweder die biblischen Lectionen aus dem Trauformular oder aus dem ersten Hauptstück der Katechismusauslegung die Fragen von 693 — 706 zum Grunde. Dann sollten auch vor den Taufen der Kindesvater sowohl als die Gevattern über den Artikel von der Taufe befragt und nach Befinden darüber unterrichtet werden. Für die Hausarmen wurde in Homburg seit 1680 und in Weimar seit 1710 eine besondere Katechismuspredigt mit darauf folgendem Examen angeordnet und ein besonderer Katechet dazu bestellt. Für die armen Kinder wurde in Dresden zu Löschers Zeit (um 1711) eine Freischule, namentlich zur Unterweisung im Katechismus, errichtet. Im Gothaischen hatte man laut eines Synodalbeschlusses vom Jahre 1645 auch auf die Hirten, Schäfer, Köhler und ähnliche Personen, sowie auf die Bettler ein liebreich aufmerksames Auge, „damit sie des so nothwendigen Christenthumsunterricht nicht entbehren und das Beste im Leben und im Tode sich durch gewissenhafter Lehrer Fürsorge aneignen möchten.“ Schließlich ist noch zu erwähnen, daß man gleiche Fürsorge auch den in Zucht⸗ und Arbeitshäusern befindlichen Leuten erwies, indem man sie treulich im Katechismus unterrichtete, wie dies unter andern seit 1640 in Homburg geschah. So wurde schon längst das Werk der sogenannten innern Mission getrieben und namentlich in Bezug auf die reine lutherische Katechismuslehre ohne Zweifel weit treuer, als es jetzt an vielen Orten getrieben wird. Der Schluß des 15. Capitels Jesus Sirachs, der mit der Uebung des Wortes Gottes auch die Uebung des Katechismus umfaßt, sei auch der Schluß dieses Aufsatzes: „Wohl dem, der stets mit Gottes Wort umgehet, und dasselbe ausleget und lehret, der es von Herzen betrachtet und gründlich verstehen lernet, und der Weisheit immer weiter nachforschet, und schleicht ihr nach, wo sie hingehet, und guckt zu ihrem Fenster hinein und horcht an der Thür, und sucht Herberge nahe bei ihrem Hause, und richtet an ihrer Wand seine Hütte auf, und ist ihm eine gute Herberge. Er bringt seine Kinder auch unter ihr Dächlein, und bleibt unter ihrer Laube. Darunter wird er vor der Hitze beschirmet und ist ihm eine herrliche Wohnung.“ Dr. v. Hofmann's Lehre vom Sündenfall. Das folgende ist ein Stück moderner Theologie, das von der kirchlichen beleuchtet wird. Wir entnehmen es der „Kirchlichen Zeitschrift von Dr. Kliefoth und Dr. Mejer,“ Heft 10 und 11, 1859: „Namentlich legt v. Hofmann auf den Umstand, daß die Sünde mit dem