# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_M rz 1860_S67 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die fleißige Uebung des Katechismus in der lutherischen Vorzeit. 67 den Worten schließt: „darum sollen wir ja den Katechismum lieb und werth halten, und der Jugend mit Fleiß einbilden, denn darinnen ist die rechte alte, wahre reine, göttliche Lehre der heiligen christlichen Kirche zusammengefaßt.“ Von den einzelnen Vorschriften der verschiedenen Kirchenordnungen läßt sich Dr. R. also vernehmen: „Alle bezwecken sie, Lust und Liebe zur heilsa⸗ men Wahrheit einzuflößen; an allen sieht man klar, wie die von Segen triefenden Fußtapfen Luthers gleichsam ihnen eingedrückt sind; es ist wie ein bleibender Wohlgeruch im Hause Gottes, der hier ausgeschüttet wird; alle Hände und Kräfte werden in Bewegung gesetzt, alle Glieder des Leibes Christi arbeiten auf die Verwirklichung der einen großen Aufgabe: der Zu⸗ richtung der Heiligen zum Werke des Amtes.“ 1. Von der Verbindung der Katechismuspredigt mit dem Examen. Daß dieß die von Dr. Luther gerathene Weise sei der kirchlichen Kate⸗ chismusübung, sehen wir schon aus einer Stelle seiner „deutschen Messe“ vom Jahre 1526, worin er sagt: „dieser Unterricht muß nun also geschehen, weil man noch keine sonderliche Gemeinde hat, daß sie auf der Kanzel zu etlichen Zeiten oder täglich, wie das die Noth fordert, vorgepredigt werde, und daheim in Häusern, des Abends und Morgens, den Kindern und Gesinde, so man sie will zu Christen machen, vorgesagt und gelesen werde. Nicht allein also, daß sie die Worte auswendig lernen, wie bisher geschehen ist, sondern von Stück zu Stück frage und sie antworten lasse, was ein jegliches bedeute und wie sie es verstehen.“ — Dieß ist ohne Zweifel die erste Spur von Dr. Lu⸗ thers Ueberzeugung hinsichtlich der Zusammengehörigkeit von Predigt und Examen. Denn er will, daß der Katechismus von der Kanzel vorgepre⸗ diget, in den Häusern aber vorgesagt oder gelesen und dann Stück für Stück abgefragt werde und zwar vor allen in der Kirche; denn was er dabei von dem Abfragen einzelner Stücke, sowie von des Glaubens und der Liebe Säcklein sagt, in welche jedes einzelne jener Stücke gesteckt werden solle, das fordert er ohne Zweifel nicht von den Hausvätern, sondern von den Predigern, gleich darauf, nachdem sie es vorgepredigt (denn sonst würden's die meisten Zuhörer vollends vergessen haben); endlich nennt er dieses Ab⸗ fragen ein nicht zu verachtendes Kinderspiel und zeigt, wie hochnöthig das⸗ selbe, außer, neben und nach der Predigt des Katechismus sei, indem er am Schlusse des betreffenden Abschnitts sagt: „Sonst gehet das Volk täglich zur Predigt und gehet wieder davon, wie es hinzugangen ist; denn man meinet, es gelte nichts mehr, denn die Zeit zu hören; gedenkt Niemand etwas davon zu lernen oder zu behalten.“ (Walch. Ausg. 10, 273 — 276.) Am deutlichsten aber spricht sich darüber Dr. Luther am Schlusse der kurzen Vorrede zum großen Katechismus also aus: „Es soll aber nicht an dem genug seyn, daß man's allein den Worten nach fassen und erzählen könnte (nämlich die Hauptstücke des Katechismus beim Abfragen in den Häusern und Schulen), sondern man lasse das junge Volk auch zur Predigt gehen; sonderlich auf die Zeit, so zu dem Katechismo geordnet, daß sie es