# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1860_S52 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 52 Judenbekehrung und tausendjähriges Reich. tasievollen Zügen, und außerdem eine zeitweise Bestrafung der nicht ganz bewährten*) bis zur zweiten Auferstehung. Die vielen Verirrungen, welche willkürliche und phantastische Auslegungen der Apokalypse zur Folge gehabt haben, hätten den Verfasser doch bedenklich machen sollen, einen Lehrsatz, welcher, wenn er begründet ist, doch sicherlich zu den wichtigsten aller christlichen Glaubenslehren gehören würde, allein auf eine, doch immerhin zweifelhafte Auslegung der Apokalypse zu gründen. Aber er schließt das Ganze mit den Worten: „„Dies sind die Grundzüge der christlichen Hoffnungslehre gemäß der hl. Schrift. Wer diese Hoffnung nicht hat und nicht völlig hat, hat auch nicht den völligen und lebendigen Glauben und kann auch nicht völlig und lebendig in der Liebe sein.““ Bezieht man dieses „„völlig““, wie man doch wohl nicht anders kann, auch auf die angegebenen eigenthümlichen Lehrsätze des Verfassers, so wäre dies ein förmliches Anathem gegen den betreffenden Artikel der Augustana. Unsere Bekenntnißschriften werden seit einem Jahrhundert von Feinden des evangelischen Christenthums angegriffen; christlich gläubige Seelen sollten sich also doch billig bedenken, um einiger wenig begründeten Einfälle willen die Mißachtung unserer Bekenntnisse im Volke mit verbreiten zu helfen.“ — Die zweite in Reuter's Repertorium am angezogenen Orte recensirte chiliastische Schrift ist: „H. Karsten, Superintendent in Schwerin, Die letzten Dinge. Hamburg. 1857.“ Darin wird nach der Recension unter Anderm Folgendes dargelegt: „Das tausendjährige Reich ist von vornherein nicht blos der letzte, sondern der eigentliche und ausschließliche Zweck des Erlösungswerkes; was zwischen der Gründung der Kirche und dieser Wiederkunft Christi liegt, ist nicht ein wirklicher und wesentlicher Bestandtheil des göttlichen Heilsplans, sondern ist eine verschuldete Verzögerung der Ausführung desselben. Das fromme Interesse, setzt der Recensent hinzu, muß sich so von der Geschichte der Kirche hinweg auf ihre dereinstige wunderhafte Durchbrechung hinrichten. Das tausendjährige Reich wird nach Karsten hier auf Erden seine Wirklichkeit haben, und zwar zu Jerusalem und in dem heiligen Lande, wohin die Gläubigen aus allen Gegenden der Erde werden berufen werden. Die Natur wird demgemäß verklärt, aber nicht im Ganzen und Großen, sondern nur ein Theil derselben, nehmlich Jerusalem und Palästina. Die Organisation dieses Reiches ist nicht eine weltliche, nicht wie der jetzige Staat oder die jetzige Kirche; die ganze im Schauen Gottes selige Gemeinde hat priesterlichen Charakter; kein Unterschied des Ranges und der Stände; die Macht der Liebe Christi ist der allein herrschende Wille. Also kein weltlich Regiment; jedoch ist auch eine wirkliche Herrschaft vorhanden, nehmlich von Seiten der Kinder dieses Reichs über die außerhalb desselben auf Erden *) Es ist dies eine Art Fegefeuer, obwohl Lessing dies nicht Wort haben will.