# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Februar 1860_S50 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 50 Judenbekehrung und tausendjähriges Reich. Gedächtniß hineinzupflanzen! Wohl! wie soll das geschehen? M.'s Bedeutung liegt in seiner Theologie und Wissenschaft. Kann man davon sprechen, ohne über die Köpfe wegzufahren? Seine Person hat für das Volk nichts zündendes und begeisterndes, weil man von ihr keine einzige greifbare Handlung erzählen kann, welche ihn dem Gemüthe nahe brächte. M. ist nie ein Mann des Volkes gewesen und wird es auch durch diese Feier nicht. Nur die, welche das Capitel der Union, Liebe und Brüderlichkeit hervorkehren, werden sich in Feuer arbeiten können. Die das nicht vermögen, werden zusehen, daß sie bei dieser Gelegenheit einen Abstecher auf andere Dinge machen, welche der Gemeinde zur Erbauung dienen. Aus diesen Gründen wär' es besser gewesen, man hätte die Feier gar nicht angerührt; so bliebe zugedeckt, was die Gemeinde nicht zu wissen braucht, und der alte Hader erhielte nicht neue Nahrung im Gottesdienste selbst. Mögen die Academien den Todestag feiern; es ist genug an dem, was bei Gelegenheit der Reformationsfeier vorkommt, wo doch bis jetzt M.'s in Ehren hat gedacht werden können. Judenbekehrung und tausendjähriges Reich. In einer Abhandlung: „Die Juden und die christliche Kirche,“ hatte Dr. Hengstenberg (der sonst ein Antichiliast ist) als die Meinung von Matth. 23, 38 — 39. und Röm. 11, 25 — 27. angegeben, daß eine Zeit kommen werde, wo sich Israel zu Christo Jesu bekehre und in dem Sinne des Heils theilhaftig werde, in welchem heut zu Tage das christliche Europa desselben theilhaftig sei. Die Nationalität der Juden, deren Mittelpunkt jetzt der Christushaß sei, werde mit ihrer Bekehrung völlig schwinden. Hiegegen tritt ein Mitarbeiter an der Erlanger Zeitschrift auf und schreibt im Septemberhefte v. J. unter Anderem: „Wenn der widerchristliche Machthaber der letzten Zeit Gewalt bekommt über alle Welt und über die Heiligen, daß ihn anbeten, die auf Erden wohnen, und alle getödtet werden, die ihn und sein Bild nicht anbeten: dann bedarf die Kirche Christi eines Ortes, wo sie vor ihrem Widersacher behalten bleibe. Wie nun? wenn Gott das Volk, welches Paulus Röm. 11, 1. auch dann noch das Volk Gottes nennt, nachdem die Gemeinde Christi außerhalb desselben vorhanden war, zu dem Zwecke aufbehielte, damit die Kirche seines Sohnes an ihm den Ort hätte, wo sie nicht blos als eine Summe von Einzelnen, sondern in gemeindlicher Gestalt der Wiederoffenbarung ihres Herrn entgegenwartet? Das Buch der johanneischen Gesichte sagt uns in C. 7 und 11 und 12, daß es so sein wird.“ Nicht Christus, sondern das Judenvolk ist also die Freistätte, mit welcher die Christen gegen die zu erwartenden Gefahren und Trübsale der letzten Zeit getröstet werden und dahin sie ihre Zuflucht nehmen sollen! — Aus demselben Hefte der Erlanger Zeitschrift erfahren wir, daß auch Pastor Flörke, der tapfere Vertheidiger der halbrömischen Amtslehre, ein Chiliast