# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1860_S28 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 28 Aus der Norwegischen Synode. Zum zweitenmale gab M. öffentlichen Anstoß bei dem Leipziger Interim von 1548, wodurch der Kaiser vorläufig die Protestanten in Verband mit der römischen Kirche setzen wollte. M. weigerte sich anfangs entschieden, darauf einzugehen, endlich aber durch die Drohungen des Kaisers eingeschüchtert, ließ er sich zu Verhandlungen her, welche zu sehr beträchtlichen Zugeständnissen führten. An die lutherische Lehre von der Rechtfertigung wurde die katholische geflickt, über die Kirchengewalt wurden zweideutige Sätze aufgestellt, und die sieben Sacramente sammt dem alten Meßcanon und vielen verdächtigen Ceremonien den Lutherischen wieder aufgehalst. Der Schein der reinen Lehre war freilich gewahrt, aber auch nur der Schein. Dagegen war die lutherische Kirche auf's Spiel gesetzt, und der Frieden wurde so wenig als die Einigkeit erreicht. Laut schrie man Verrath über M., der zwar sein Verfahren später mißbilligte, aber sich doch selbst über die heftigen Angriffe verklagen mußte. Endlich drittens kommt hier sein Verhalten zu dem Umsichgreifen der reformirten Kirche in Betracht. Bislang hatte nur die lutherische Kirche Boden und Eingang in Deutschland gefunden, und nur sie war durch den Religionsfrieden von 1555 im Reiche berechtigt. Für den Calvinismus war auch im deutschen Volke nicht das geringste Bedürfniß vorhanden; nur bei einigen sogenannten Geistreichen und Gebildeten, welche ein humanistisches und philosophisches Geblüt hatten, regte sich eine starke Hinneigung zum Calvinismus. Diese erhielten einen gewichtigen Vormann an Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz, bei dem auch noch politische Gründe hinzukamen. So entbrannte der Kirchenstreit in der Pfalz, und um denselben zu entscheiden, wandte sich der Kurfürst an M. Dieser stellte ein Gutachten aus nach Friedrichs Wunsche. Zwar entschied er sich offen für keine Lehre; seinem Standpunkte getreu vermittelte er im Punkte des Abendmahles aber so, daß die Reformirten, und nur sie zufriedengestellt waren. Das Land wurde calvinisirt, und die Lutherischen wurden zum Lande hinausgejagt. Das Eis war nun gebrochen. Bremen folgte behutsam nach, abermals von einem zweideutigen Gutachten M.'s unterstützt. Immer tiefer wühlte sich die reformirte Kirche in Deutschland hinein und half die Zersplitterung des deutschen Volkes in kirchlicher und politischer Hinsicht mehren. Darauf drückte M. sein Siegel, und dazu wirkte er mit durch seine Unionsbestrebungen. Hätte er völlig freie Hand gehabt, die lutherische Kirche wäre aus Deutschland verschwunden. (Schluß folgt.) ————◆———— Aus der Norwegischen Synode. (Uebersetzt und eingesandt von Conr. Schick.) Erklärung in Betreff unserer Schul⸗ und Sprachverhältnisse. (Aus dem „Kirkelig Maanedstidende“.) Da der Streit, welcher in der letzten Zeit in Betreff des Schulwesens und der Sprachverhältnisse unter uns Norwegern hier in Amerika in öffent⸗