# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1860_S20 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 20 Vilmar's Lehre von Amt und Kirche ꝛc. denmittel der Gemeinde zu vermitteln; und die Kraft, die von ihm ausgehe, sei die Kraft der Gnadenmittel! Nein, der Geistliche ist kraft seines Amtes im besonderen Besitz des heil. Geistes, und er gibt den heil. Geist, nicht aus dem Wort und Sacrament, das er handhabt, stammt er, sondern aus ihm selbst. Leben und Seligkeit fordern die Seelen von ihm, und die kann er ihnen nur geben, weil er an Christi Statt in das Amt des Worts und Sacraments gesetzt ist: Wort und Sacrament haben Kraft und Wirkung erst durch das Sacrament. Persönlich hat der Geistliche vor jedem andern voraus, daß Christus ihn vor des Teufels blödes Schlangenauge gestellt hat, darum kann er (was kein Gläubiger kann) mit einem einzigen Wort der Sünde das Haupt spalten. Was ist da Wort und Sacrament gegen das geistliche Amt! Nahezu todte Glieder sind es, die erst zu Kraft und Leben werden durch den, der sie im Namen und an Statt Christi handhabt, und der neben ihnen noch den heil. Geist hat, durch den er befähigt ist, heil. Geist, Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit an die Gemeinde zu geben. Was sind vollends Wort und Sacrament für die Gemeinde, wenn sie nicht durch Vermittelung des geistl. Amtes an sie gelangen! Geradehin todte Güter! Wenn wir solche Dinge in den historisch politischen (jesuit.) Blättern läsen, würde es uns nicht befremden, dahin gehören sie, treten sie uns aber aus dem Mund eines evangelisch⸗lutherischen Theologen entgegen, so bemächtigt sich unser ein tiefer Schrecken. Nackt und unverhüllt redet ein Theologe in demselben Buch, in dem er sich zum Meister in Israel aufwirft, und in dem er sich herausnimmt, die Theologen aller Richtungen zu meistern, dem katholischen Dogma das Wort. Weiß er nicht, daß er durch und durch katholisch redet, und ist es nur Naivetät, wenn er sagt, indem er so rede, stelle er sich eben recht mitten in die Augsburgische Confession hinein, das zu zeigen würde ihm leicht sein, wenn es hier am Orte wäre, darauf einzugehen (p. 51)? Oder weiß er, daß katholische Lehre ist, was er für lutherische ausgibt? Und eine Zukunft stellt er uns in Aussicht, in der diese Lehre erst zur Wahrheit in der lutherischen Kirche werden solle und alles Heil erwartet er davon. Vergegenwärtigen wir uns nun diese Zukunft!. Als die Lehren, welche die Kirche im Laufe der Zeit erlebt hat, verzeichnet Herr Vilmar die von Gott dem Vater, von dem Sohn in seiner Gottheit, von dem heiligen Geist, von dem Sohn in seiner wahrhaftigen Menschheit, von der Natur der Sünde und dem Wesen der Erlösung und von der Ordnung des Heils. Diese 5 Siegel sind gelöst: das sechste aber ist noch zu lösen, das von der Kirche. „Die Lehre der Offenbarung, sagt Herr Vilmar, ist vollständig durchgelebt; neue Lehren werden wir nicht mehr erleben, neue Sätze (Dogmen, Lehrsymbole) nicht mehr aufstellen, um Lehren überhaupt uns nicht mehr streiten; diese Dinge sind überlebt und liegen hinter uns; aber zu dem Neuen, was vor uns liegt, wird doch nur derjenige gelangen, welcher das ganze Leben der Lehre mit erfahren hat und in sich