# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1860_S12 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 12 Vorrede zu Jahrgang 1860. Universität oder auch zuletzt gar keine sein und bleiben sollte, das doch er nicht gern wollte . . Denn hätte Herzog Georg zu Handhaben der Unwahrheit seine Universität zu Leipzig des größern Theils zergehen lassen, so müßte es seine Churf. Gn. nach dem Willen Gottes auch dahin setzen, ob zu Erhaltung der Wahrheit sich dieser Universität halben auch dergleichen zutragen sollte.“ (S. Luther's Werke. Hall. A. XVII, 2627—28.) Hierauf berichtete nun Brück u. A. Folgendes als Resultat seiner Verhandlungen mit Luther: „D. Martinus sagt und bekennt, daß er nimmermehr gemeint hätte, daß Philippus noch in den Phantaseien so steif stecke. Er zeigte daneben an, er hätte wohl allerlei Vorsorge, und könnte nicht wissen, wie Philippus am Sacrament wäre. Er hätte auch Argumenta gebracht nach der Zeit, als er zu Cassel gewesen, daraus er vernommen, wie er fast Zwinglischer Meinung wäre;*) doch wie es in seinem Herzen stünde, wisse er noch nicht. Aber die heimlichen Schreiben und Räthe, daß unter den Tyrannen einer das Sacrament möge in einerlei Gestalt empfahen, gäben ihm seltsame Gedanken. Aber er wollte sein Herz mit Philippo theilen und wollte ganz gern, daß sich Philippus, als ein hoher Mann, nicht möchte von ihnen und von der Schule allhier thun; denn er thät je große Arbeit: würde er aber auf der Meinung verharren, wie er aus dem Schreiben an Dr. Jacob vermerkt habe, so müßte die Wahrheit Gottes vorgehen. Er wollte für ihn bitten . . Es wäre, sagte er, kurzum keine Schwachheit mehr . . Ich sagte ihm, wofür E. Ch. G. des Philippi Meinung ansehen, und dafür hielten, daß er, M., drückte, bis er seine Zeit und Bequemlichkeit ersähe, und sonderlich so er des Doctors Tod erleben würde. Dr. Martinus meinet: thut er's, so werde er ein elender Mensch werden und seines Gewissens halben keinen Frieden haben. Ich achte, es schade nicht, daß Dr. Martinus fortdrücke und mit Philippo ernstlich und von Herzen rede. Es ist allda eine Ketten, die in diesen Dingen etwas an einander hängt.“ (A. a. O. 2628—29.) Letzteres geschah denn auch von Seiten Luther's und Melanchthon — duckte sich. Wenn nun dieses Verhalten Luther's gegen Melanchthon ein Beispiel ist von dem „Zu tragen wissen verschiedener Richtungen innerhalb unserer Kirche in ihren besten Zeiten“, so stimmen wir mit Hrn. P. Löhe von Herzen überein. Aber dann trifft uns sein Vorwurf freilich nicht, denn gerade jenes Verhalten Luther's ist es, welches uns zum Muster für unser Verfahren immer gedient hat.**) *) Wie unehrlich M. in Cassel gehandelt hatte, ersieht man aus einem Brief an Camerarius, worin er schreibt, daß er dort die Lehre „der Unsrigen“, Bucer die der Seinigen vom Abendmahl habe vortragen müssen, und setzt hinzu: „Nach meiner Meinung frage mich jetzt nicht, denn ich war Bote einer fremden.“ S. Concord. Concors. S. 336. **) Auf solche Beispiele, wie dieses, daß nach Luthers Entscheidung u. a. der Prediger Moor in Naumburg darum von seinem Amte entfernt und versetzt wurde, weil er in seinen Predigten den Lehrelenchus gegen die Papisten unterlassen hatte, obwohl er selbst evangelisch predigte, brauchen wir uns gar nicht zu berufen. S. Corpus Reform. Vol. V, S. 814—16.