# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1860_S8 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 8 Vorwort zu Jahrgang 1860. erklären, uns von der Generalsynode fern zu halten. Ist ein Lutheraner aus Unwissenheit und Gottes Verhängniß in den Kreis dieses Körpers gerathen, so mag es fraglich sein, was er zu thun habe; ist aber ein hiesiger Lutheraner oder eine hiesige lutherische Synode durch Gottes Gnade davor bewahrt geblieben, von derselben verschlungen worden zu sein, so ist es ganz außer Frage, ob er in die geringste Gemeinschaft mit ihr treten dürfe. Die Generalsynode ist ein mächtigerer und mehr zu fürchtender Feind unserer Kirche, als alle anderen Secten, welche hier das Land durchschwärmen, wie der Feind im Inneren immer gefährlicher ist, als der Feind außerhalb der Mauern der wohl befestigten Burg. Mag daher der Luth. Observer und seine Gesinnungsgenossen noch so giftig über unser Festhalten an rechtgläubiger kirchlicher Gemeinschaft und über unser Fliehen vor Gemeinschaft mit offenbaren falschen Lehrern, die selbst aus den Gnadenmitteln die Gnade nehmen wollen, urtheilen, das macht auf uns und alle wahren Lutheraner, die nicht einen bloßen Mund⸗ und Kopfglauben, sondern einen wahren Herzensglauben haben, keinen anderen Eindruck, als einst auf Luther, als er einen Monat vor seinem Tode von dem Toben und Wüthen der Schweizer wider ihn hörte. Er schreibt nehmlich unter dem 17. Januar 1546 also an Jacob Probst, Prediger zu Bremen: „Daß du schreibst, wie die Schweizer so ungehalten und frech wider mich schreiben und mich als einen unglückseligen und unglückseligsten Verstandes⸗Menschen verdammen, deß freue ich mich gar sehr. Denn das habe ich begehret; das habe ich haben wollen, eben mit derselbigen Schrift, damit ich sie so hart erzürnet habe, auf daß sie mit ihrem eigenen öffentlichen Zeugniß bezeugten, daß sie meine Feinde wären. Das hab ich nun erlanget, und wie ich gesagt, so freue ich michs auch. Ich allerunglückseligster unter allen Menschen habe an dieser Seligkeit des Psalms genug: Selig ist der Mann, der nicht wandelt im Rath der Sacramentirer; noch tritt auf den Weg der Zwinglianer; noch sitzet, da die Zürcher sitzen. Da hast du's, was meine Meinung ist.“ (XVII, 2634.) Der Stimmführer einer zweiten Opposition, die unserer Synode gemacht wird, ist Herr Pfarrer Löhe. Zwar macht uns derselbe, in leider! jetzt immer seltener werdender Ehrlichkeit, die Concession, daß unsere Lehre die Luther's und der ihm folgenden Theologen sei und daß dieselbe „auch in den Symbolen wiederscheine“, daß hingegen er einer „anderen“ Auffassung z. B. von Amt und Kirche und gewisser eschatologischer Fragen huldige, die sich „von der specifisch⸗lutherischen und lutherisch⸗theologischen Richtung unterscheide“; er macht uns aber zugleich einen doppelten Vorwurf, daß wir nehmlich ein Maaß von Uebereinstimmung fordern, welches erstlich selbst über das in den besten Zeiten unserer Kirche geforderte hinaus gehe, und zum anderen „ohne immer fortgehende Zerbröckelung und Auflösung der Kirche nicht verlangt werden könne.“ Daß nun erstlich „schon zur Zeit der Reformation in der Kirche der Reformatoren“ andere Auffassungen der Lehre vorhanden waren, als in