# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1860_S7 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Vorwort zu Jahrgang 1860. 7 mus sind noch die alten und öfteres Nachdenken über die Sache hat mich bisher von ihrer Richtigkeit nicht überzeugen können . . Aber das möchte ich, daß alle Gegner des Chiliasmus es über sich gewönnen, in solchen Christen wie die Neuendettelsauer, ungeachtet ihres Chiliasmus, volle Glaubensbrüder zu erkennen, nicht aber ihnen zu mißtrauen und sie anzusehen, als wären sie zur Hälfte eines andern Glaubens. Das wäre ein Unrecht; der HErr behüte uns, daß wir dessen uns nicht schuldig machen.“ Sehr natürlich ist es, daß der „Freimund“ diesen Indulgenz⸗Brief aus der Feder eines Ehlers mit großer Freude eilends seinen Lesern mittheilte. Aus der nächstfolgenden Nummer des „Kirchenblattes“ (vom 15. Oct. v. J.) ersehen wir, daß Ehlers zwei Briefe erhalten hat, in denen seine Auslassungen gemißbilligt werden, in deren einem u. A. der Schreiber erklärt: „Ueberhaupt übersehen Sie für diesmal völlig, was Sie gewiß sonst selbst behaupten, den seuchtigen Charakter der chiliastischen Anschauung . . Von Löhe fühle ich mich, seit ich seine vielbesprochene Predigt gelesen, zu meiner herzlichen Betrübniß in gewisser Weise innerlich geschieden; und das Wort: Ihr habt einen andern Geist als wir, hat sich mir dabei aufgedrängt; aber ich danke meinem Gott, daß ich nicht berufen und genöthigt bin, jetzt mitten in der Gährung ein abschließendes Urtheil über Löhe's Stellung zur Kirche auszusprechen . . Bauer's Erklärung kommt mir ziemlich schwach vor. Sie bekennen sich zum Chiliasmus als zu ihrer Lehre, aber nicht als Glaubensartikel. Was für eine Lehre N. B. in der Predigt ist aber das, die nicht als Glaubensartikel zu betrachten ist? und was für eine Hoffnung, die sich nicht auf einen Glaubensartikel gründet! — Der Schwerpunct der Sache liegt in der Frage: Darf ein solcher Chiliasmus unter uns gepredigt werden? Und was würden wir machen, wenn einer unserer (preußisch⸗lutherischen) Pastoren die Löhe'sche Predigt gehalten hätte und nun aus der Gemeinde Klage sich darüber erhöbe?“ — Durch diese Erwiderungen hat sich denn Kirchenrath Ehlers genöthigt gesehen, den Anwalt der Chiliasten zu machen und die Harmlosigkeit dieser Träumer nachzuweisen. Möge Gott den theuren Mann bewahren, daß er nicht, in der Absicht, lieblose Behandlung der Chiliasten und den Ausbruch des bereits unter dem Boden der preußisch⸗lutherischen Kirche wallenden Feuers der Zwietracht und Spaltung zu verhindern, selbst Gefahr laufe, dem Irrthum zum Opfer zu fallen. Satan ist listig; weiß er einem reinen Lehrer nicht zur Linken beizukommen, so versucht er's zur Rechten. — Um nun wieder zurückzugehen auf die im Vorstehenden namhaft gemachten Vertreter einer dreifachen Opposition, die wir innerhalb unserer Kirche erfahren (denn der Kampf mit den draußenstehenden ist ein Erbe der Väter, welches ja freilich jeder, so bald er den Namen Lutheraner in Wahrheit führen will, antritt), so bedarf es wohl, was die Parthei des Luth. Observer d. i. die der Generalsynode betrifft, unsererseits keiner sonderlichen Erwehrung und Rechtfertigung. Wer uns das Recht zugesteht, Lutheraner zu sein, muß uns zugleich nicht nur für berechtigt, sondern auch für heilig verpflichtet