# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1860_S4 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 4 Vorwort zu Jahrgang 1860. vorragenderen Sendlinge als Werkzeuge der Consequenzen eines Systems der Kirchenleitung dienen mußten und müssen, das lähmend und erstickend wirken muß, Heuchler im Schooße der Synode erziehen muß,*) innerlich auflösend wirken muß, so wie es sich selbst überlassen und ohne Einwirkung eines heilsamen Gegensatzes herrschen darf." **) So weit Löhe. Am freundlichsten zwar unter allen begegnet uns Kirchenrath Ehlers in Liegnitz in seinem „Kirchenblatt für die ev.⸗luth. Gemeinen in Preußen.“ Doch auch seine freundlichen Bemerkungen bekunden nur zu deutlich, daß er die von unserer Synode namentlich in den letzten Jahren befolgten und in den Zeitschriften derselben dargelegten und vertretenen Grundsätze auch nicht zu billigen im Stande ist. In der Nummer genannten Blattes vom 1. Sept. v. J. heißt es nehmlich in einem Aufsatz mit der Ueberschrift: „Chiliasten und Nicht⸗Chiliasten in ihrem kirchlichen Verhältniß zu einander“, u. A. folgendermaßen: „Mit dem Hader über den Chiliasmus steht es jetzt so, daß manche Gegner des Chiliasmus, wie ich glaube, schweres Bedenken tragen, mit Chiliasten Sacramentsgemeinschaft zu pflegen, während die Synode Missouri in Nordamerica, nach dem Wortlaut des über den Pastor Schieferdecker gefällten Urtheils wohl allen erklärten Chiliasten die Kirchengemeinschaft versagen wird. Es wäre gut, diese Synode spräche sich hierüber klar und bestimmt aus. Aber freilich wünschte ich von ganzem Herzen, die theuren Missourier möchten bedenken, was sie thun, wenn sie allen erklärten Chiliasten (die es auch bleiben wollen) die Bruderhand versagen und ebenso wünsche ich, Andere, die geneigt scheinen, dasselbe Verfahren zu beobachten, möchten sich wohl prüfen und sich fragen, was sie dazu bewegt. — Denn es ist ja wahrlich die Christenheit schon zerrissen genug; — warum wollen wir Lutheraner der Risse noch mehr machen?! Es ist ja richtig, daß die Furcht vor Trennungen uns nie bewegen darf, der Wahrheit etwas zu vergeben; aber das eben ist mit allem Ernst zu prüfen, ob der Wahrheit etwas vergeben wird, wenn die Trennung unterbleibt. Denn Trennung ist an sich selbst ein Uebel, und kann nur dann ein Segen werden, wenn sie um Gottes willen vollzogen wird. Meine Meinung (der ich heute, so wenig wie früher dem Chiliasmus, zugethan bin) ist nun die: so lange die Gegner des Chiliasmus (darunter wir die Meinung von einem noch zukünftigen tausendjährigen *) Es ist wahr, wo keine Lehrzucht ist, da werden die falschen Brüder, welche sonst frech und öffentlich der Kirchenlehre Hohn sprechen würden, oft Heuchler und predigen die Wahrheit, die sie selbst nicht glauben. Wie einst manche Calvinisch⸗Gesinnte, als die Concordienformel eingeführt wurde, ihren Hausfrauen folgten, die ihnen zuriefen: Schreibt, lieber Herre, schreibt, daß Ihr bei der Pfarre bleibt. Heißt aber darum Lehrzucht Heuchlererziehung, dann ist Röm. 7, 9—13. nicht wahr. **) Im Folgenden erklärt sich Pf. Löhe über sein Verhältniß auch zu der Buffalo⸗Synode und spricht die Meinung aus: „daß Missouri und Buffalo nach ihrem gegenseitigen Standpunct dennoch leichter sich zusammen, als in seine Richtung finden könnten.“ Von der Iowa⸗Synode bemerkt er: „Die Absicht ihres Daseins ist keine andere, als unsere eigene Richtung eines sich auf alter“ (wie alter?) „Basis immer vollständiger erbauenden, immer segensreicher wirkenden Lutherthums in America zu repräsentiren.“