# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1860_S3 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Vorwort zu Jahrgang 1860. 3 Nord⸗America“, No. 8 des vor. Jahrg., aus. Er schreibt (nachdem er irrthümlich behauptet hat, daß seine „Nothhelfer auf seine Weisung die Anregung zur Gründung der Synode von Missouri gegeben und dieselbe gegründet“ haben, ja, daß die Wirkung unserer Synode und er, Löhe, in dem Verhältnisse stehen, „wie etwa die Ernte zum Säemann, die Bewegung zum ersten Anstoß, die Wirkung zur Ursache“) u. A. Folgendes: „Die betrübten Erfahrungen, welche die ehemaligen Stephanisten mit ihrem Hierarchen Stephan machten, haben ihr Herz für die Lehre Luther's und der ihm folgenden Theologen vom Amte, welche auch in den Symbolen wiederscheint, sehr empfänglich gemacht, zumal sich die Lehre nicht blos dem christlichen Verstande sehr empfiehlt, sondern ganz besonders für die americanischen Verhältnisse wie geschaffen scheint. Umgekehrt haben einige unter uns durch Erfahrungen entgegengesetzter und anderer Art ein Auge für eine andere Auffassung von Amt und Kirche gewonnen, für eine Auffassung, welche schon zur Zeit der Reformation in der Kirche der Reformatoren vorhanden und namentlich in einigen Theilen von Süddeutschland empfohlen war*) und sich da, wo sie sich von der specifisch⸗lutherischen und lutherisch⸗theologischen Richtung unterscheidet, durch einen einfältigeren Anschluß an die heil. Schrift und das Alterthum und durch größere Wahrheit in der Praxis zu empfehlen scheint. Ehedem und in ihren besten Seiten“ (Zeiten?) „zumeist wußte die luth. Kirche ihre (?) Richtung zu tragen und verstand es, wie weit man, um Einigkeit zu haben, Einigkeit fordern durfte. Im 19. Säculum aber und namentlich bei der Richtung, zu welcher der Führer der Synode Missouri gehört“ (sie hat keinen), „strebt man nach einem solchen Maße von Uebereinstimmung, wie es ohne immer fortgehende Zerbröckelung und Auflösung der Kirche nicht sein kann. Die lutherische Theologie des 16., zum Theil des 17. Jahrhunderts gibt Maß für Exegese (?) und Dogmatik und alles — und wo dies Maß keine Anwendung finden will, da hört der Friede und wenigstens jene Liebe auf, die gerne zusammengehen macht.“ Hierauf weist Löhe auf das Verfahren der Synode in Betreff eines Chiliasmus⸗Verkündigers in ihrer Mitte hin und fährt fort: „Ha, wie wird man da von Schauern einer Inquisition überwallt, wenn man liest, wohin die traditionell⸗lutherische Ansicht Missouri und seine Pastoren trieb!**) Und wie ist es namentlich uns zu Muthe gewesen, zu gewahren, wie da gerade unsere her⸗ *) Diese Behauptung evident zu erhärten, dürfte Hrn. Pf. Löhe ziemlich schwer werden. Zusammentreffende Redeweisen beweisen nicht immer gleiche Anschauung. Hauptsächlich da, wo die Lehre in Satz und Gegensatz abgehandelt wird, findet sich die Entscheidung. Duo cum dicunt idem, non est idem! L. u. W. **) Wenn Pf. Löhe Lehrzucht geübt sieht, wird er also schon von Schauern einer Inquisition überwallt! Das muß man ihm verzeihen, da nun schon seit länger als einem Jahrhundert diese Art der Kirchenzucht in unserer Kirche nicht geübt worden ist. Wer Respect vor reiner Lehre hat und die Geschichte der Inquisition kennt, dem erscheinen freilich solche Schauer ebenso lächerlich als betrübend. Doch vielleicht gehören jene Worte nur einer tendenziösen Rhetorik an. L. u. W.