# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1860_S2 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 2 Vorwort zu Jahrgang 1860. vergeht eine Woche, ohne daß sie die Generalsynode und den Observer anathematisiren, weil letzterer auf der Basis dieser Körperschaft steht. Auf Union oder Verbrüderung mit solchen selbstsüchtigen, solchen exclusiven Ansichten hoffen, würde etwas ärgeres als Thorheit sein. Sie sind eine Classe von geistlichen Ismaeliten; ihr angemessener Platz ist die römische Kirche, wo man glaubt, was, wie man gelehrt ist, die Kirche glaubt, und nicht was die Bibel und der heil. Geist sie lehrt. Eine leblose Gemeinde von Wachs oder Thon mag geformt werden, indem man sie durch dieselbe eiserne Gußform preßt, aber eine Gemeinschaft von unsterblichen Geistern, deren von Gott ihr geschenktes Vorrecht ist, in der Schrift zu suchen, alles zu prüfen und das Gute zu behalten, nimmer, nein, nimmer! Revolutionen gehen nicht rückwärts; die Reformation des 16. Jahrhunderts war recht eigentlich (emphatically) eine Revolution in den Meinungen und Dogmen des Christenthums und ihr werdet die Kirche nie zur Rückkehr in jene Nacht der Barbarei und geistlichen Knechtschaft bringen, aus welcher sie sich in der Reformation erhoben hat, indem der heil. Geist die Menschen mit der Freiheit, die uns Christus gibt, frei macht. Wenn daher unser guter Bruder von New⸗York (Dr. Stohlmann) der Hoffnung sich hingiebt, diesen Extremisten ein Herz brüderlicher Liebe zu geben, oder erwartet, ihnen Grundsätze christlicher Duldsamkeit einzuhauchen, indem er sie edelmüthig trägt, so bedauern wir, diese angenehme Täuschung zerstören zu müssen. Wir haben großes Vertrauen zur Macht der christlichen Liebe, denn sie hat oft die unbeugsamsten Naturen überwältigt; aber was solche Menschen betrifft, welche ihre Vorurtheile mit der Muttermilch eingesogen haben, welchen ihr Aberglaube in der Wiege eingeimpft worden ist und deren Seelen genau in die Form, die sie durch ihr Lehr⸗Gußmodel erhalten haben, hinein gewachsen sind und sich bis zur äußersten Grenze ausgedehnt haben — so dürfte selbst die Sonne der Gerechtigkeit aus solchem verhärteten Boden die Gaben brüderlicher Gütigkeit und Liebe nicht hervor locken. — Vor Jahren haben wir uns dessen enthalten, also über ihren unduldsamen Geist in ihren Aeußerungen abzuurtheilen, wie es die in dem Charakter ihrer Artikel liegenden Herausforderungen verdienten, und zwar zugleich in der Hoffnung, daß sie sich bessern würden, wenn wir ihnen jene Schonung erwiesen, welche wir gegen irrende Brüder an den Tag legen sollen; aber das war nichts anderes, als ob wir die Perlen vor die unrechten Leute würfen, denn sie scheinen nie so ganz in ihrem wahren Elemente zu sein, als wenn sie die Generalsynode oder einige ihrer leitenden Glieder und Freunde schmähen.“ Das sei aus einem neueren Artikel des "Luth. Observer" über unsere Synode und deren Organe mitgetheilt. Nicht so entschieden feindselig gegen alles Lutherische, aber eben so entschieden oppositionell gegen die Grundsätze und die Verfahrungsweise unserer Synode und deren Blätter, und wo möglich noch ungünstiger für unseren guten Namen in Deutschland, spricht sich der Vertreter einer anderen Richtung, Pfarrer Löhe, in seinen „Kirchlichen Mittheilungen aus und über