# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1860_S1 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lehre und Wehre. Jahrgang VI. Januar 1860. No. 1. Vorwort zu Jahrgang 1860. Als vor einer Reihe von Jahren der „Lutheraner“ und später gegenwärtige theologische Zeitschrift erschien, da erhob man gegen diese Blätter alsbald die Anklage, daß in denselben, sowie überhaupt in der Synode von Missouri ꝛc., der Orthodoxie und somit auch der kirchlichen Gemeinschaft offenbar eine zu enge Grenze gesteckt werde. Weit entfernt nun, uns dies damals irre machen zu lassen, hofften wir vielmehr, daß wenigstens alle diejenigen, welche sich zu Gottes Wort als „der einigen Regel und Richtschnur, nach welcher zugleich alle Lehren und Lehrer gerichtet und geurtheilt werden sollen“, bekennen, bald eines anderen sich besinnen und aus unseren Darlegungen endlich die Ueberzeugung gewinnen würden, daß Glieder und Diener der rechtgläubigen Kirche nicht anders handeln können. Allein diese unsere Hoffnung hat sich nicht bestätigt. Die Anklagen mehren sich. Von allen Seiten erhebt man seine Stimme gegen die in den Organen unserer Synode und von derselben selbst befolgte „Richtung“ und bricht über dieselbe als eine häretificirende den Stab.*) Selbst manche von denjenigen, die sich früher beistimmend und ermunternd ausgesprochen haben, fangen jetzt an, eine Gegenstellung gegen uns einzunehmen. Für die Gegründetheit dieser unserer Wahrnehmungen mögen hier nur einige wenige Belege aus neuerer Zeit Platz finden. So schreibt u. A. der "Lutheran Observer" vom 18. Nov. v. J.: „Wenn es uns erlaubt ist, nach dem zu urtheilen, was im Alt⸗Lutheraner und in Lehre und Wehre vorkommt, so sind wir zu der Annahme genöthigt, daß sie Christum nirgends finden oder sehen können, als in den Sacramenten. Sie setzen vermessener Weise alle anderen in Anklagestand, die nicht ihre Ansichten theilen, und würden vom Tisch des HErrn jeden Lutheraner ausschließen, der mit der Generalsynode in Verbindung stehen mag. Kaum *) Der Grabau'schen Fraction, die gegen unsere Richtung als eine häretisirende auftritt, schweigen wir hier. Sie richtet sich selbst, indem sie es sogar gewagt hat, unseren aus Dietrich, dem Dresdner Kreuzkatechismus und den symbolischen Büchern zusammengesetzten Katechismus zu einem häretischen Buche zu machen, wodurch allein schon jene Fraction das Brandmaal der Häresie sich selbst aufgedrückt hat. 1