# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1847 09 08_S8 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) mit der Vernunft einhellig ſtimmen, werden von der Vernunft leicht und ohne Zweifel angenom⸗ men. Z. B. Mahomet verheißt denen, die ſein Geſetz halten, in dieſem Leben zeitliche Ehre, Gut und Gewalt, nach dieſem Leben aber leibliche Wollüſte. Solches nimmt die Vernunft leichtlich an, und gläubet es in Sicherheit. So hat vor der Vernunft auch das einen Schein, ſo der Pabſt erdacht hat und vorgibt, nemlich, das Verdienſt und Fürbitte der Heiligen, Vermögen und Kraft guter Werke, welches alles der Vernunft angenehm iſt und gefället; denn ſie iſt eitel und hat darum Luſt zur Lügen, das iſt, zu eignem Lob und Ruhm ihrer Tugenden, höret gern, daß man ihr ſagt, ſie könne mit ihren Werken die Seligkeit verdienen, das Geſetz erfüllen und die Gerechtigkeit über⸗ kommen.“ Darum fallen auch jetzt ſo viele dem Methodismus zu; durch deſſen Laufen, Rennen, Machen, Arbeiten, Mühe und Plage getraut ſich der natürliche Menſch eher ſelig zu werden, als durch den Glauben allein.) Luther über 1 Moſ. 12, 4. —2*•——iĩß— „Wer den Sohn nicht ehret, der ehret den Vater nicht, der ihn geſandt hat.“ Joh. 5, 23. Ums Jahr 395 lebte ein Biſchof Namens Amphilochius zu Iconium in Kleinaſien, der mit einem redlichen, aufrichtigen Herzen zu⸗ gleich ein unermüdetes Studium der heiligen Schrift und einen großen Eifer für die Wahrheit verband. Er war ein entſchiedener Vertheidiger des Nicäniſchen Glaubens und ein gefürchteter Feind der Arianer, jener Ketzer, die Chriſti Gott⸗ heit leugneten. Dieſer Amphilochius wendete ſich einſtmals an den Kaiſer Theodoſius, bei dem er auch wegen ſeines hohen Alters in großem Anſehen ſtand, mit der Bitte: Der Kaiſer möchte doch die Arianer allenthalben ihrer Aemter ent⸗ ſetzen und vertreiben. Allein der Kaiſer willigte in dieſe Bitte nicht, weil ſie ihn zu hart dünkte. Darauf ſann Amphilochius auf eine gute Gelegen⸗ heit, den Kaiſer zu einer andern Ueberzeugung zu bringen. Er begab ſich mit andern Biſchöfen in den kaiſerlichen Palaſt, wo nebſt dem Kaiſer auch ſein Sohn Arcadius gegenwärtig war, den der Vater kürzlich zum Mitregenten ernannt hatte. Nun erwies zwar Amphilochius dem Theodoſius die Ehrenbezeigungen, die dem Kaiſer zukamen, aber den Sohn desſelben ließ er gänzlich un⸗ beachtet. Theodoſius, in der Meinung, der Bi⸗ ſchof thue dies aus Vergeſſenheit, erinnerte den⸗ ſelben, doch auch ſeinem Sohne, dem Arcadius, die ſchuldige Reverenz zu bezeigen. Amphilochius antwortete, es ſei genug, daß er ihm, dem Theo⸗ doſius, Ehre erwieſen hätte. Hierüber ward der Kaiſer aufgebracht, und legte es für eine Be⸗ ſchimpfung ſeines Sohnes aus; zugleich gab er Befehl, den Amphilochius mit Schimpf und Schande aus dem Hofe zu jagen. Aber eben jetzt war der Biſchof zum Ziel ſeines Plans ge⸗ kommen. Er ſagte dem Theodoſius frei ins An⸗ geſicht: „So trägſt du alſo, Kaiſer, die Ver⸗ achtung deines Sohnes mit höchſtem Unwillen? 8 Nun bitte ich dich zu bedenken, daß auch Gott diejenigen haſſe, welche läſterlicher Weiſe ſeinem eingebornen Sohne die Ehre nehmen, und daß er heftig auf die zürne, welche ſich als Undankbare und Verächter gegen denſelben ſeinen Sohn ver⸗ halten.“ Der Kaiſer bewunderte die Freimüthig⸗ keit des greiſen Biſchofs, und ließ ſogleich einen Befehl ausgehen, daß die Arianer aus den Städ⸗ ten vertrieben werden ſollen. Den Amphilochius aber bat er um Verzeihung, und bekannte, daß der⸗ ſelbe recht und wahr geſprochen habe. Sch. Wer nicht arbeitet, ſoll auch nicht eſſen. 2 Theſſ. 3, 10. Ein fremder Bruder kam zu dem Altvater Sil⸗ vanus auf dem Berge Sinai, und da er ſah, daß die Brüder arbeiteten, ſo ſagte er: „Warum wir⸗ ket ihr Speiſe, die vergänglich iſt? Maria hat das beſte Theil erwählet.“ — Hierauf ſagte Sil⸗ vanus zu ſeinem Schüler Zacharias: „Gieb ihm ein Buch, daß er leſen könne, und weiſe ihm eine durchaus leere Zelle zum Aufenthalte an.“ — Als es nun drei Uhr Nachmittags war, ſah ſich der Fremdling nach dem Wege um, ob etwa der Alt⸗ vater komme und ihn zum Eſſen rufe? Aber die Eſſenszeit ging vorüber, und er kam nicht. Da hielt es der Fremdling nicht länger in ſeiner Zelle aus, ſondern begab ſich zu dem Abte und fragte ihn: „Vater, haben denn die Brüder heute nicht gegeſſen? — „Wohl haben ſie“, ſagte der Abt.— „Du haſt mich ja nicht rufen laſſen!“ — „Das ſollte Dich nicht befremden, — erwiederte der Abt, — Du biſt ja ein geiſtiger Menſch und haſt dieſe leibliche Speiſe nicht mehr nöthig, deren wir fleiſchliche Menſchen noch bedürfen; darum arbeiten wir aber auch. Doch Du, der Du das beſſere Theil erwählt haſt, wirſt, ohne ſolch irdiſche Speiſe zu Dir zu nehmen, Dich den ganzen Tag mit Leſen vergnügen können.“ — Da der Fremdling das gehört hatte, ging er in ſich und ſagte: „Ver⸗ zeihe mir, Vater!“ — der hierauf erwiederte: „Alſo ſieheſt Du nun ein, wie die Martha der Maria nöthig iſt.“ Irret euch nicht, Gott läßt ſich nicht ſpotten! Ein Mann, Namens Pietſch, lebte mit ſeinem erwachſenen Sohn in den Laſtern des Saufens und Spielens, und alle Warnungen des Predi⸗ gers waren vergebens. Einſt meldete ſich gedachter Mann zum heiligen Abendmahl. Prediger Lei⸗ tenberger ermahnt ihn noch einmal ſehr ernſt⸗ lich. Eben iſt Dr. Paul Anton bei ihm zum Beſuch. „Pietſch!“ — ſagte Dr. Anton — „wie ich höre, ſeid ihr ſehr oft gewarnt worden, und immer vergebens; irret euch nicht, Gott läßt ſich nicht ſpotten. Es iſt mir, als würdet ihr das letzte Mal gewarnt.“ — Pietſch verſprach alles, ging zum heiligen Abendmahle, und fing mit ſeinem Sohne noch denſelben Tag das alte Leben an, und zwar bis in die Nacht. Den andern Tag kommt der Sohn zum Prediger, und bittet ihn, ſeinen Vater zu beſuchen, er wäre krank, und es ſei recht was ſonderbares mit ihm. Der Pre⸗ diger findet ihn, als er hinein kommt, im Bette ſitzend. Er erkundigt ſich nach den Umſtänden ſeiner Krankheit; Pietſch beantwortete alle Fragen richtig. Der Prediger fing hierauf an: „Wenn es nun aber hieße: Beſtelle dein Haus, denn du mußt ſterben“? — Bei dieſen Worten ſank der Kranke um, und ſchlief. Der Prediger erſchrak; der Sohn zankte auf den Vater und richtete ihn in die Höhe; ſo wie aber der Prediger wieder das erſte geiſtliche Wort redete, ſank er wieder um und ſchlief. Er ward wieder aufgerichtet, und weinte. „Herr Paſtor“, ſagte er, „ich kann nicht anders; ſo wie Sie anfangen zu reden, kommt mirs wie der Blitz, ich muß ſchlafen.“ Der Prediger ver⸗ ſuchte es und redete mit ihm von wirthſchaftlichen Dingen; dieß alles beantwortete er richtig; aber beim erſten Wort ans Herz ſchlief er, und ſtarb auch, leider! — dieſelbe Nacht ſo dahin. Getroſſen. Während des Reichstags zu Augsburg 1530 hatte der Weihbiſchof von Würzburg, Namens Marius, in einer Zuſammenkunft öfters wieder⸗ holt, „er wolle bei der Mutter bleiben“. Unter der Mutter verſtand er nemlich des Pabſtes Kirche. Darauf ſagte einmal der fromme Bren⸗ tius: „Ei! lieber Herr, Ihr müßt doch des Vaters, des lieben Gottes, daneben auch nicht vergeſſen.“ Das war getroffen. — Die Papiſten bleiben bei ihrer Mutter, aber nicht bei dem rechten Vater, dem lieben Gott und ſeinem heiligen Worte. — Der Weihbiſchof wollte aus der Haut fahren. (Spalatin's Annalen der Reformation). LeDie Prediger des Fort Wayne⸗Conferenz⸗Diſtricts der ev.-lurheriſchen Synode von Miſſouri, Ohio u. a. St. verſammeln ſich zur Abhaltung einer zweitägigen Conferenz am 21. September Abends in Fort Wayne. Erhalten als Beitrag zum Kirchenbau der deutſchen luthe⸗ riſchen Gemeinde in Danbury, Ottawa Co., O., durch die Herrn PP. A. Crämer von deſſen Gemeinde in Franken⸗ mut, Mich., $6.00, W. Richmann von deſſen Gemeinde in Fairfield Co., O., $8.00, nemlich von der Jacobus⸗ Gemeinde $2.75, Petri⸗Gemeinde PI. 25, und Johannis⸗ Gemeinde $1.00. Welches mit herzlichem Dank beſcheinigt J. Trautmann, luth. Paſtor. Empfangen. 1. für das lutheriſche Seminar zu Fort Wayne von Herrn P. Wyneken in Baltimore und ſeiner Ge⸗ meinde $35.00. 2. für die verwittwete Frau Paſtorin Burger: a. von einigen Mitgliedern der lutheriſchen Gemeinde zu St. Louis $31.00 b. von Hrn. P. Keyl, Frohna, Perry Co., Mo. 1.00 e. „ „ Lochner, Collinsville, Ills.. 1.00 d. „ „ Biewend, Georgetown, D. C. 3.25 e. „ „ Wyneken, Baltimore 1.75 f. von einem Ungen. bei Watertown, Wis.. 2.00 $40.00 Im Namen der Empfängerin dankt auf das herzlichſte und wünſcht den liebreichen Gebern den Segen des HErrn Fort Wayne, den 4. Auguſt 1847. W. Sihler, luth. Paſtor. Erhalten für die lutheriſche Heidenmiſſion am Fluſſe Cass, Mich., von S. Günther 50 Cents, P. Löber ditto, Lehrer Nitzſchke 25 Cents, P. Wier $5.00. Bezahlt. 2. Hälfte des 3. Jahrg. die HH. J. F. Binder, (3 Ex.), J. und Ch. Horn, F. Hoffmann, P. Franke. 3. Jahrg. die HH. Ph. H. Anſchütz, H. Bardonner, H. Bruns, P. Böhm, H. Faulſtich, J. und H. Helferich, L. Mayer, W. Rösner, Trier, P. Wolf. 1. Hälfte des 4. Jahrg. die HH. J. F. Binder, F. Hoff⸗ mann. 4. Jahrg. die H. P. Böhm, H. Ehlers, P Franke, P. Fürbringer, Holle, J. und Ch. Horn, C. Grünkel, C. Warmbruch, P. Wolf, P. Wagenhals, P. Streck⸗ fuß, Redel und H. Hermann. Gedruckt bei Arthur Olshauſen, Herausgeber des Anzeiger des Weſtens.