# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1847 08 17_S143 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) die Thüre zu heften, worin es den Methodiſten unterſagt war, ferner in jener Kirche Gottes-— dienſt zu halten. Dennoch brachen die Metho⸗ diſten mit ihrem Prediger am Sonntage den 25. July 1847 in jene Kirche ein, nachdem das Schloß abgenommen war. Solches bringen wir hiemit zur Kenntniß unſerer Glaubensbrüder, damit jeder deſto ge⸗ nauer die Methodiſten⸗Secte aus ihren Früch— ten erkenne. Die Vorſteher der ev.⸗lutheriſchen Gemeinde von Neumelle, St. Charles County, Miſſouri. Den 8. Auguſt 1847. Friedrich Kemmer, Franz Heinrich Kämper. Unter den Einbrechern waren Methodiſten der heiligſten Sorte, welche vorgeben, ſchon voll⸗ kommen ſelig zu ſein. Man ſollte denken, ſie würden noch ſo viel Gewiſſen und Rechtlichkeit gehabt haben, daß ſie nicht in eine Kirche drin— gen, deren Eintritt ihnen ausdrücklich von der Mehrzahl der Eigenthümer unterſagt war. Aber was fkümmert ſich der Teufel um Schloß und Schreiben, wenn er ſeine ſchändlichen Abgötte— reien aufrichten will; was fragt der methodi— ſtiſche Mordgeiſt nach der Zucht und Ordnung des heiligen Geiſtes, wenn er nur Seelen ver— führen kann? Höre das Urtheil des HErrn über die unberufenen methodiſtiſchen Schwärm— prediger: „Wahrlich, wahrlich, ich ſage euch: Wer nicht zur Thüre hineingeht in den Schaf— ſtall, ſondern ſteiget anderswo hinein, der iſt ein Dieb und Mörder.“ Joh. 10, 1. Nach den Geſetzen des Staates würden die Methodiſten, wenn wir ſie verklagten, wegen ihres gethanen Einbruches in die Kirche eben ſo beſtraft, als wären ſie in einem Store ein— gebrochen. Wir aber ſtellen das Gericht Gott anheim. Dem HErrn ſei Dank, daß die falſchen me— thodiſtiſchen Propheten in ihrem Haſſe gegen die lutheriſche Kirche immer mehr ihre gleißen— den Schafskleider ablegen, und uun bereits ganz offenbar als reißende Wölfe vor Jeder— manns Augen daſtehen. Erhalt' uns, HErr, bei deinem Wort, Und ſteuer deiner Feinde Mord, Die IEſum Chriſtum, Deinen Sohn, Wollen ſtürzen von Deinem Thron. Hermann Fick. Aus einer deutſchen Privat⸗Corre⸗ ſpondenz. Möllen im Lauenburgiſchen, 29. Mai 1847. — — Wie es mit unſern allgemeinen kirch— lichen Zuſtänden ſteht? Das Schickſal der Ber— liner Generalſynode iſt dir wohl auch bekannt geworden. Dort hat die Union über ſich ſelbſt den Stab gebrochen. Es war ihr darum zu thun, ein für alle Prediger der unirten Kirche bindendes Ordinations-Formular aufzuſtellen, und da hat ſie nun eins aufgeſtellt, das auch einen jeden gläubigen evangeliſchen Chriſten, geſchweige einen Lutheraner tief ſchmerzen muß. Die Augsburgiſche Confeſſion war natürlich 143 zu entſchieden, das apoſtoliſche Glaubensbe— kenntniß gleichfalls — wegen des „geboren von einer Jungfrau— niedergefahren zur Hölle“ — und nun hat man aus Schriftſtellen eins zu— ſammengeſetzt, in dem nicht nur obige beide Artikel, ſondern auch das unumwundene Be— kenntniß unſeres Heilandes fehlt! die Licht— freunde ſind darüber ſehr erfreut geweſen —alle Glänbigen trauern. Der König von Preußen wird aber ſicherlich nicht von ſeinen Theologen, worunter leider auch ein Nitzſch und Julius Müller, ſich fortreißen laſſen. Harleß verfech— tet namhaft die gute Sache, Uebrigens iſt es doch aut, daß allen, die nur ſehen wollen, nun die Augen aufgehen müſſen. Mit den Licht⸗ freunden und Deutſch-Katholiken wird es auch bald aus ſein, die Leute gerathen ſich noch ein— ander in die Haare. Im Guſtav Adolphs-⸗ Vereine iſt's zu einer Kriſis gekommen. Der Königsberger Rupp wurde bekanntlich auf der Berliner Generalverſammlung als Deputirter nicht zugelaſſen. Darüber iſt ein furchtbaxer Lärm entſtanden und faſt alle Vereine ſind für Rupp aufgetreten. Viele haben ſich deshalb ganz von dem Vereine losgeſagt, andere einen beſondern kirchlichen geſtiftet. Nun der HErr hat ja ſeine Kirche noch nicht verlaſſen und wird unſere theuere Kirche noch zu einem Segen ſetzen. Laß uns nur feſthalten am Bekenntniß und unſere eigenen Seelen in den Händen tragen. Sieg der chriſtlichen Freimuͤthigkeit. Friedrich der Große ſah nach glücklich been— digtem ſiebenjährigen Kriege unter ſeinen Tiſch— genoſſen vorzüglich gern den alten General von Ziethen, und mußte derſelbe, wenn gerade keine fürſtliche Perſonen gegenwärtig waren, immer zunächſt bei ihm an ſeiner Seite ſitzen. Einſtmals hatte er ihn auch zum Mit— tagseſſen am Charfreitage einladen laſſen; Ziethen aber entſchuldigte ſich, daß er nicht er— ſcheinen werde, indem er an dieſem hohen Feſt— tage immer zum heiligen Abendmahle zu gehen pflege, und dann gern in ſeiner andächtigen Stimmung bliebe, er dürfe ſich darin nicht un— terbrechen und ſtören laſſen. Als er das nächſte Mal wieder in Sansſonci zur königlichen Tafel erſchien, und die Unter⸗ redung bald, wie gewöhnlich, einen heitern, geiſtreichen Gang genommen hatte, richtete der König ſcherzend die Frage an ſeinen nächſten Nachbar: „Nun Ziethen, wie iſt Ihm das Abendmahl vom Charfreitage bekommen? Hat Er den wahren Leib und das wahre Blut Chriſti auch ordentlich verdauet?“ Ein lautes höhnendes Gelächter ſchallte durch den Saal der fröhlichen Gäſte. Der alte Ziethen ſchüt— telte unwillig ſein graues Haupt, ſtand auf, und nachdem er tief vor ſeinem König ſich gebeugt, richtete er in lauter, feſter Stimme folgende Worte an ihn: „Ew. Majeſtät wiſſen, daß ich im Kriege keine Gefahr gefürchtet und überall, wo es dar— auf ankam, entſchloſſen mein Leben für Sie und das Vaterland gewagt habe. Dieſe Ge⸗ ſinnung beſeelt mich auch heute noch, und wenn es nützt und Sie befehlen, ſo lege ich mein graues Haupt gehorſam zu Ihren Füßen. Aber es gibt Einen über uns, der iſt mehr als Sie und ich, mehr als alle Menſchen, das iſt der Heiland und Erlöfer der Welt, der für Sie geſtorben und uns alle mit ſeinem Blute theuer erkauft hat. Dieſen Heiligen laſſe ich nicht antaſten und verhöhnen, denn auf Ihm beruht mein Glaube, mein Troſt und meine Hoffnung im Leben und im Tode. In der Kraft dieſes (Hlaubens hat Ihre brave Armee muthig ge— kämpft und geſiegt; unterminiren Ew. Maje⸗ ſtät dieſen Glauben, dann unterminiren Sie damit zugleich die Staatswohlfahrt. Das iſt gewißlich wahr. Halten zu Gnaden!“ Der König war von dieſer Rede ſichtbar er⸗ griffen. Er ſtand auf, reichte dem wackeren chriſtlichen General die rechte Hand, legte die linke auf ſeine Schulter und ſprach bewegt: „Glücklicher Ziethen! Möchte auch ich es glau— ben können! Ich habe Reſpect vor Seinem Glauben. Halte Er ihn feſt; es ſoll nicht wie⸗ der geſchehen.“ Eine tiefe feierliche Stille trat ein. Keiner hatte den Muth, ein Wort zu reden. Und da nach einer ſolchen ernſten Scene auch der Kö⸗ nig keinen ſchicklichen Uebergang zu einem an⸗ dern Geſpräch finden konnte, hob er die Tafel, wenn gleich erſt in der Mitte derſelben, auf, und gab das Entlaſſungszeichen. Ziethen aber reichte er die Hand, mit den Worten: „Komm Er mit mir in mein Cabinet!“ Was der König und Ziethen, wie ſie allein waren, mit einander geſprochen haben, weiß man nicht; aber das weiß man, daß der König ſeit dieſer Zeit den alten Ziethen mit der größ— ten Aufmerkſamkeit und Zartheit behandelt, fortwährend ihn bei ſich geſehen, und nach deſ⸗ ſen Tode, wie er mit der Moralität der Armee weniger zufrieden war, wiederholentlich ge— äußert habe: „Mein alter Ziethen hat doch Recht gehabt. Gebt mir die Armee wieder, die ich im ſiebenjährigen Krieg hatte.“ Grundſteinlegung. Am 5. dieſes Monats wurde der Grundſtein zu der zweiten Kirche der hieſigen deutſchen ev.⸗-luth. Gemeinde Ungeänderter Augsburgi⸗ ſcher Confeſſion gelegt, Ecke der 11. Straße und Franklin. Avenue. Dieſe Nachricht den uns befreundeken Brüdern in der Ferne. Anzeige. Den Predigern des St. Louis⸗Conferenz⸗ Diſtricts der deutſchen ev. luth. Synode von Miſſouri, Ohio u. a. Staaten dient hiermit zur Nachricht, daß die diesjährige Conferenz am 18 — 20. Anguſt in Altenburg, Perry Co., Mo., abgehalten werden wird. Die Landung am Miſſiſſippi iſt Wittenbergs Landing, e. 100 Meilen unterhalb St. Lonis. Regiſter für den dritten Jahrgang des Lutheraners. (Die erſte Ziffer zeigt die Seitenzahl, die zweite die Spalte derſelben.) Abendmahl, heil., davon lehrt die erſte Kirche wie die lutheriſch-genannte 117, 3. 126, 3. Abtrünnige, Zuruf an ſie. 85, 1. Agen de, Löheſche, von C. Weyl lügenhaft an⸗ gegriffen. 28,1. Almoſen, wem zu geben. 107 fg. Altäre, freie Mitteldinge, 77, 3. 78, 2. Amtshandlungen können gültig ſein, auch wenn ſie unrechtmäßig ſind. 69, 3. Artikel des Glaubens, wer einen ver⸗ wirft, verwirft alle. 62, 1. d' Aubigné, deſſen Reformationsgeſchichte ent— hält offenbare Verfälſchungen. 137, 3. Augsburgiſche Confeſſion, hat Me⸗ lanchthon verändert. 89, 2. Beichtanmeldung, Geſpräche dabei. 43. 47. Beichte, Beiſpiel tiefer Demüthigung eines Kö— nigs in derſelben. 100, 1. Bekehrung, wie und wodurch? 64, 1. Beruf der Prediger, ſoll nicht zeitweilig ſein. 8, 5. Iſt nicht leichtſinnig aufzugeben. 16, 2. Beſtrafung, brüderliche. 128, 3. Bibel, das unentbehrlichſte Buch. 100, 3. Bilder, Rechtmäßigkeit ihres Gebrauchs. 77, 3. 78, 2. Botſchafter, der luth., neue Zeitſchrift. 84, 3.