# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1844 11 18_S24 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 24 Gott demüthig an um die Leitung seines h. Geistes, und er wird bald die Gemeinschaft finden, die JEsum Christum mit allen Gütern seiner Gnade gewiß in ihrer Mitte hat, weil sie bleibet bei seinem Worte und seinen unverfälschten Sacramenten. Zu ewigem gesegnetem Gedächtniß wird es den Beroensern nachgerühmt, daß sie, selbst als Paulus ihnen predigte, „täglich in der Schrift forschten, ob sich's also hielte (Apostelg. 17, 11.); sie sind ein herrliches Muster, nach welchem sich alle zu richten haben, die die wahre Kirche finden und nicht von einer falschen getäuscht werden wollen; sie suchten die Uebereinstimmung mit der Schrift, und als sie diese fanden, da schlossen sie sich getrost der neuen Christengemeinde an. Freilich will der natürliche Mensch lieber solche Kennzeichen der Kirche haben, die er, so zu sagen, auch im Schlafe mit Händen greifen kann, und wir leugnen es nicht, daß die Merkmale der wahren Kirche, die der Lutheraner angibt, für den fleischlichen trägen Sinn eines geistlich todten und blinden Menschen nicht eben sehr bequem sind. Es ist wahr, es kostet Kampf und Mühe, die Perle der Wahrheit zu finden; aber, lieber Leser, sie ist es wahrlich werth, daß du sie suchest und nach ihr grabest Tag und Nacht, denn sie bringt dir Frieden der Seele und Gewißheit deines ewigen Heils. Du darfst dich daher aber auch nicht wundern, daß jetzt gerade die lutherische Kirche die untreuesten Söhne hat, daß gerade diese Kirche jetzt die kleinste, verachtetste und zerfallenste ist. Bedenke, sie will an der Wahrheit erkannt sein; wir leben aber in der Mitternachtsstunde der Welt, wo die Liebe zur Wahrheit fast gänzlich erloschen ist; wo man nach ihr, als der losesten Waare, nicht fragt, viel weniger ernstlich forschen will; selbst denen, die noch an die Bibel zu glauben bekennen, ist reine Lehre ein Hirngespinnst und das Fest- und Hochhalten auch eines einzigen Artikels eine Sache, die nicht mehr an der Zeit sei, ein verwerflicher lutherischer Starrsinn. Siehe, dahin hat es kommen müssen in einer Zeit, von welcher der HErr sagt: „Wenn des Menschen Sohn kommen wird, meinest du, daß er auch Glauben werde finden auf Erden?“ Je mehr aber, geliebter lutherischer Christ, jetzt zu deiner Rechten und Linken von der Wahrheit dahin fallen, desto fester stehe du. Bedenke, darum haben einst auch so viele Christum nicht erkannt, weil er sich durch nichts Aeußerliches und Prächtiges vor der Welt offenbarte; wie die Welt einst in ihm einen irdischen König suchte, so sucht sie auch jetzt in seiner Kirche ein sichtbares glänzendes Königreich, darum kann sie auch jetzt die Kirche nicht erkennen, die, wie einst ihr Haupt, durch das Kreuz entstellt ist. O, laß dir daher dein Ziel nicht verrücken. Bleibe nur dabei, die wahre Kirche wird erkannt am reinen Wort und Sacrament; dieß Schwert halte fest, so wirst du nie versucht werden, deine Kirche zu verlassen; du wirst auch dann darin wohnen bleiben, wenn sie auch immer kleiner und kleiner wird, ein bethlehemitischer Stall, ein Häuslein im Weinberge, eine Nachthütte in den Kürbisgärten (Jes. 1, 8.). Genug, Gott ist bei ihr darinnen, darum wird sie wohl bleiben. Alle glänzenden Tempel, die Menschengedanken aufführten, werden fallen, sie aber werden auch der Höllen Pforten nicht überwältigen. Hallelujah! (Eingesandt.) Sacharja 3, 2. Wer noch einen Tropfen christlichen Bluts in sich hat, möchte sich entsetzen und entfärben über die unerhörten Lästerungen, die in den letzten Nummern des Antipfaff wider Gott, Christum, Bibel, Sacramente und Alles, was heilig ist, enthalten sind. Sie rühren nicht von einem Menschen her, sondern vom Satan, der ein armes menschliches Werkzeug sich so dienstbar gemacht hat, daß es des Satans unsinnigen Grimm und Zorn ausschäumen und an den Tag geben muß. Während ein christliches Herz mit diesem armen, verführten und verblendeten Werkzeug Mitleid und Erbarmen hat, entsetzt es sich vielmehr über die erstaunliche Unverschämtheit des Teufels, der aus ihm redet. Während ein christliches Herz für die Ehre Gottes eifert, so spottet und lacht es gleichwohl des Satans, der, wie ungeberdig, grimmig und zornig er sich auch stellt, doch wider Christum und sein Wort nichts vermag; denn: „auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeine, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.“ Matth. 16, 18. Aber laß doch hören, Satan, was du in deinem unmäßigen Zorn ausschäumest! Du schändest und lästerst das große Werkzeug Gottes, Dr. Martin Luthern. Nun, das hast du schon ehedem durch die papistischen Zungen weidlich versucht, aber hast du denn schon jemals etwas damit ausgerichtet? Hast du die Lehre Luthers, welche die ewige Wahrheit Gottes ist, unterdrücken können? Luthers Name steht in allen evangelischen Herzen viel zu hoch, als daß du ihn durch deine Lästerungen herausreißen könntest; und jeder erleuchtete Christ weiß nur gar zu wohl, woher dein großer Zorn wider Dr. Luthern kommt, denn er hat deinem Reiche nicht geringen Schaden gethan. Aber alles Zürnen und Toben hilft dir nichts; du wirst es müssen geschehen lassen, daß Luthers Lehre bleibe bis an der Welt Ende, und daß noch viele, viele Seelen durch Luthers Lehre der Obrigkeit der Finsterniß entrissen und zu der seligen Erkenntniß Christi gebracht werden. Aber nicht genug, daß du das gesegnete Werkzeug der Reformation, den Apostel der letzten Zeit, Dr. Martin Luthern, lästerst, so möchtest du gern auch die Heiligen Gottes, David, Salomo u. A., in den Augen der leichtfertigen Seelen zu gemeinen Sündensclaven herabwürdigen, damit du auf das Wort Gottes selbst, welches diesen heiligen Menschen ein unauslöschliches Ehrendenkmal gesetzt hat, einen Schimpf bringen könntest. Aber du kannst mit diesem Griff nur leichtfertige Seelen betrügen, denn Leute, die noch Ehre und Gewissen haben, sehen recht wohl, daß Gottes Wort, wenn es die Sünden solcher Menschen erzählt, nicht ihre Sünden lobt, sondern darüber den Fluch spricht, und solche Sünden nur darum erzählt, damit man ein Exempel nehme und sich daran spiegele; denn selbst die heiligsten Menschen können auf's tiefste fallen, und dennoch auch die tiefgefallensten wieder aufstehen. Aber siehe doch, Satan, wie groß deine Unverschämtheit ist, daß du es wagst, die armen sterblichen Menschen, an deren Verderben du allein Schuld bist, ihrer Sünden halben anzuklagen! Du magst wohl die anklagen, die Christum, ihr Heil, muthwillig von sich stoßen; aber welches Recht hast du an denen, die Christus begnadigt und mit seinem Blute gereinigt hat? Ja freilich gönnest du den sterblichen Menschen das Heil und die Erlösung nicht, die sie in Christo haben, weil du selbst ohne alle Gnade zum Abgrund der Hölle verdammt bist. Du bist ein Geist der Unsauberkeit, darum hast du Gefallen daran, solche Sünden der Heiligen immer und immer wieder so unflätig als möglich an den Tag zu geben, keusche Ohren damit zu ärgern und unschuldige Herzen zu verführen. Sodann kannst du es nimmer unterlassen, treue, rechtschaffene Knechte Gottes, die Prediger des seligmachenden Evangeliums, die das Licht und Salz der Erde sind, mit deinem Geifer zu besudeln; aber deine Pfaffen, die es von dir gelernt haben, den heiligen Namen Gottes, des allmächtigen Herrschers, zu lästern und viele leichtfertige Seelen zu verführen, weißt du fein zu schmücken und als kluge, vernünftige Leute herauszustreichen. Es wird dir aber nur bei solchen glücken, die sich selbst des ewigen Lebens nicht werth halten und sammt dir verdammt sein wollen. Aber über Alles offenbarest du dich, als der lästerliche Geist der Hölle und abgesagte Feind Gottes, dadurch, daß du die allerheiligsten Sacramente JEsu Christi, Taufe und Abendmahl, mit einer Frechheit verspottest, daß ein menschlich Herz nicht ohne Grauen und tiefste Empörung daran denken kann. O du Geist der Hölle, was beginnst du? Wehe dir, daß du ein Werkzeug gefunden hast, dem du kannst solchen gräßlichen Hohn in den Mund legen; und wehe dem armen Werkzeug, das sich von dir dazu gebrauchen läßt. Es wäre demselbigen Menschen besser, er wäre nie geboren. Und wenn Christus einstmals zu seinen Jüngern sprach: Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet, Luc. 10, 23., so muß man hier sagen: Wehe den Ohren, die solche teuflische Gotteslästerung hören, und wehe den Augen, die solche Schmähungen des allgewaltigen Gottes lesen, und wehe den Herzen, die von solchen giftigen Mordpfeilen des Satans getroffen werden! Aber rase und tobe immerhin, unsinniger Geist der Hölle; weiter wirst du nicht kommen, als dir Gott zuläßt. Nur darum läßt Gott deiner machtlosen Wuth den Zügel, damit Gottes Ehre an dir desto größer und herrlicher werde. Der Gerechte wird es sehen und sich freuen, ja er wird mit seinen Augen seine Lust sehen und schauen, wie es den Gottlosen vergolten wird. Ps. 91, 8. Weißt du auch, armer Geist der Hölle, was dir für ein Gericht bereitet ist? Du weißt es gar wohl, und eben darum ist dein Zorn so groß, weil du weißt, daß du wenig Zeit hast. Offenb. 12, 12. Aber dein Zorn schadet denen am wenigsten, denen du gern schaden möchtest; sie verachten deinen Zorn und singen fröhlich mit ihrem theuern Glaubenshelden, Dr. Martin Luther: Und wenn die Welt voll Teufel wär, Und wollt'n uns gar verschlingen; So fürchten wir uns nicht so sehr, Es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, Wie sauer er sich stellt, Thut er uns doch nicht; Das macht, er ist gericht't: Ein Wörtlein kann ihn fällen. Einer aus dem Heerlager Christi. Gedruckt bei Weber und Olshausen.