# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1847 07 07_S133 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) andere Schreiben ausgefertigt; viermal ein Colloquium gehalten; zwei Predigern die kirch⸗ liche Ordination ertheilt, und ſiebenmal ge— predigt. Im Ganzen wurden 18 öffentliche Synodal— ſitzungen gehalten, in deren letzten die Beamten und ſtehenden Committeen der Synode für den nächſten dreijährigen Termin erwählt, und ſchließlich der von der Synode ausgeſandte Beſucher feierlich entlaſſen wurde. Folgendes iſt das Verzeichniß der Prediger und Gemeinden die⸗ ſer Synode nebſt Angabeihrer reſp. Poſtämter. A. Stimmberechtigte Paſtoren. Paſtor C. F. W. Walther, Prediger der deutſchen Ev. Luth. Gemeinde ungeänderter Augsburger Confeſſion zu St. Louis, Mo. — Poſtamt: St. Louis, Mo. Paſtor A. Ernſt, Prediger der deutſchen Ev. Luth. St. Johannisgemeinde, ungeänderter Augsburger Confeſſion zu Neudettelsau, Union Co., Ohio. — Poſtamt: Ma⸗ rysville, Ohio. Paſtor Dr. W. Sihler, Prediger der deutſchen Ev. Luth. St. Pauli-Gemeinde zu Fort Wayne, Ind. — Poſtamt: Fort Wayne, Ind. Paſtor F. W. Pöſchke, Prediger der deutſchen Ev. Luth. Gemeinde in der Haßlerſchen Niederlaſſung und der franz. Ev. Luth. Gemeinde am Saminaque, Ill. — Poſtamt: Peru, Ill. Paſtor F. A. Crämer, Prediger der deutſchen Ev. Luth. Gemeinde zu Frankenmuth, Mich., — Poſtamt: Bridgeport, Mich. Paſtor F. W. Husmann, Prediger der deutſchen Ev. Luth. St. Johannisgemeinde zu Allen und Adams Co., und der deutſchen Ev. Luth. Gemeinde bei Fülling, Adams Co., (wohnhaft zu Marion Townuſhip, Adams Co., Ind.) — Poſtamt: Fort Wayne, Ind. Paſtor G. H. Jäbker, Prediger der deutſchen Luth. Gemeinde zu Adams Co., Ind., am linken Ufer des St. Marys. — Poſtamt: Poughkepſie, Ind. Paſtor G. K. Schuſter, Prediger der deutſchen Ev. Luth. Gemeinde zu Kosciusko und Marſhal Co., Ind.— Poſtamt: Mishawaka, Ind. Paſtor G. Streckfuß, Prediger der deutſchen Luth. Zionsgemeinde zu Van Wert Co. und der deutſchen Ev. Luth. St. Pauligemeinde zu Mercer Co., O. —Poſtamt: Wilſhire, O. Paſtor J. C. H. Fick, Prediger der deutſchen Ev. Luth. Gemeinde in Neumelle, St. Charles Co., Mo. — Poſt⸗ amt: Femme Oſage, Mo. Paſtor E. Mor. Bürger, Prediger der deutſchen Ev. Luth. Dreifaltigkeitskirche zu Buffalo, N. Y. — Poſt⸗ amt: Buffalo, N. Y. Paſtor W. Scholz, Prediger der deutſchen Ev. Luth. St. Johannisgemeinde zu Minden, Waſhington Co., Ill. — Poſtamt: Nashville, Ill. B. Berathende Paſtoren. Paſtor G. H. Löber, Altenburg, Perry Co., Mo. Poſtamt: Apple Creek, Mo. Paſtor Ottom. Fürbringer, Elkhorn Prairie, Waſh⸗ ington Co., Ill. — Poſtamt: St. Louis, care of Rev. C. F. W. Walther. Paſtor Ch. A. Selle, Chicago, Cook Co., Poſtamt: Chicago, Ill. Paſtor F. W. Richmann, Fairfield Co., Ohio — Poſt⸗ amt: Lancaſter. Ohio. Paſtor J. Traukmann, Danbury, Ottawa Co., O. — Poſtamt: Port Clinton, Ohio. Paſtor C. L. A. Wolter, Fort Wayne, Ind. — Poſt⸗ amt: Fort Wayne, Ind. Paſtor Th. Jul. Brohm, New⸗Nork City — Poſtamt: New⸗YNork, N. Y. Paſtor W. Hattſtädt, Monroe, Mich. — Poſtamt: Monroe, Mich. Ill. — IIe 133 Paſtor J. E. Schneider, Marion, Marion Co., Ohio. Poſtamt: Marion, O. Paſtor A. Detzer, Bryan, Ohio. C. Predigtamts⸗Candidaten. Carl Fricke, Beſucher in Wisconſin. — Poſtamt: Fort Wayne, Ind. J. Lor. Fleſſa, Frankenmutb, Mich. — Poſtamt: Bridgeport, Mich. D. Bei der diesjährigen Syno⸗ dal⸗Verſammlung erſchienene Ge⸗ meinde⸗Deputirte. Ernſt Voß, Deputirter der Gemeinde zu Fort Wayne, ſo wie der Gemeinden zu Allen und Adams Co., Ind. F. W. Barthel, Deputirter der Gemeinde von St. Louis. J. Heinke, Deputirter der Gemeinde in Kosciusko und Marſhal Co., Ind. J. L. Bernthal, Deputirter von Frankenmut, Mich. Eröffnet wurde die Synode durch Paſtor A. Selle, welcher eine Anrede an die verſammel⸗ ten Brüder hielt, worin er ihnen den wichtigen Zweck dieſer Zuſammenkunft dar und ans Herz legte. Darauf erfolgte die vorläufige Unter— zeichnung der Synodalverfaſſung, und zwar zunächſt von denjenigen Paſtoren und ihren Deputirten, welche bei der letzten Confe— renz an der Abfaſſung derſelben Theil genom— men hatten, damit ſich dieſe zunächſt als Sy— node conſtituirten und darnach die Aufnahme der Uebrigen vollzögen. Dieſe erſten Unter— zeichner organiſirten ſich als Synodalkörper, indem ſie die Beamten pro tempore erwählten; nämlich: Paſtor C. F. W. Walther als Prä⸗ ſes, Paſtor W. F. Husmann als Secretär, und Dr. W. Sihler als Caſſirer. — Nun er⸗ folgte die Aufnahme und Unterzeichnung der übrigen Paſtoren, und wurde an den folgen— den Tagen mit den nach und nach Ankommen— den fortgeſetzt. — Man machte jedoch den noth— wendigen Unterſchied, nach Kap. III. § 3 der Conſtitution, daß nur die, von ihren Gemein⸗ den bevollmächtigten und alſo mit ihren Gemeinden ſich anſchließenden Prediger und deren Deputirte als ſtimmberech⸗ tigte, dagegen die bloß für ihre Per⸗ ſon und alſo ohne ihre Gemeinden eintretenden Prediger als berathende Mitglieder der Synode aufgenommen wurden. Anmerkung. Berathende Mitglieder dieſer Synode ſind alſo nicht, wie bei andern Synoden dieſes Landes bloß zufällige und temporäre, ſondern wirk⸗ liche, permanente Mitglieder derſelben. Der Secretär. Williams Co, Ohio. — Poſtamt: — Luther von den Winkelpredigern. (S. L. Werke. Hall. VII. 534. ffl.) Matth. 5, 1. 2. Hier machet der Evangeliſt eine Vorrede und Gepräng, wie ſich Chriſtus geſtellt habe zu der Predigt, die er thun wollte, daß er auf einen Berg gehet, und ſich ſetzet, und ſeinen Mund aufthut, daß man ſieht, es ſei ſein Ernſt. Denn das ſind die drei Stück, wie man ſagt, ſo zu einem guten Prediger ge— hören: Zum erſten, daß er auftrete; zum an⸗ dern, daß er das Maul aufthue und etwas ſage; zum dritten, daß er auch koͤnne aufhören. Auftreten iſt, daß er ſich ſtelle als ein Mei⸗ ſter oder Prediger, der es kann und thun ſoll, als der dazu berufen, und nicht von ihm ſelbſt kömmt, ſondern dem es gebühret aus Pflicht und Gehorſam; daß er ſagen möge: Ich komme nicht getrollt, aus eigenem Vorneh⸗ men und Gutdünken, ſondern muß es thun von Amtes wegen. Das iſt wider die geſagt, die uns bisher und noch ſo viel Plage und Marter anlegen, die Rottenbuben und Schwärmer, ſo hin und wie— der in Landen irren, laufen und ſtreichen, ver⸗ giften die Leute, ehe es Pfarrherr und die im Amt oder Obrigkeit ſitzen, erfahren, und ſo ein Haus nach dem andern beſchmeißen, bis ſie eine ganze Stadt, darnach aus der Stadt, ein ganz Land vergiften. Solchen Schleichern und Streichern zu wehren, ſollte man ſchlecht nicht zulaſſen Jemand zu predigen, dem es nicht be⸗ fohlen und das Amt aufgelegt iſt; auch Nie— mand ſich unterſtehen, ob er ſchon ein Prediger iſt, wo er einen Lügenprediger höret in einer papiſtiſchen oder andern Kirche, der die Leute verführt, wider ihn zu predigen. Auch nicht hin und wieder in die Häuſer ſchleichen, und ſonderliche Winkelpredigt anrichten; ſondern daheim bleiben, und ſeines Amtes oder Pre⸗ digtſtuhls warten, oder ſtillſchweigen, wo er nicht will oder kann öffentlich auf die Kanzel treten. Denn Gott will nicht, daß man mit ſeinem Wort irre laufe, als treibe Jemand der heilige Geiſt, und müſſe predigen, und alſo Stätten und Winkel, Häuſer oder Predigtſtühle ſuche, da er kein Amt hat, denn Paulus ſelbſt wollte nicht, ob er wohl zu einem Apoſtel von Gott berufen war, an den Orten predigen, da die andern Apoſtel vorhin gepredigt hatten. Röm. 15, 20. 2 Cor. 10, 15. 16. Darum ſtehet hier, daß Chriſtus frei öffentlich auf den Berg gehet, als er ſein Predigtamt anfängt, und bald hernach (V. 14.) ſpricht er zu ſeinen Jüngern: „Ihr ſeid das Licht der Welt.“ Item (V. 15.): „Man zündet kein Licht an, und ſtecket es unter einen Scheffel, ſondern ſetzet es auf einen Leuchter, daß es leuchte allen, die im Hauſe ſind.“ Denn das Predigt⸗ amt und Gottes Wort ſoll daher leuchten wie die Sonne, nicht im Dunkeln ſchleichen und meuchlings, wie man der blinden Kuh ſpielet, ſondern frei am Tage handeln; und ſich wohl „laſſen unter die Augen ſehen, daß beide, Pre— diger und Zuhörer, des gewiß ſein, daß es recht gelehrt und das Amt befohlen ſei, daß ſie es kein Hehl haben dürfen. So thue du auch; wenn du im Amte biſt und Befehl haſt zu pre— digen, ſo tritt frei öffentlich herfür, und ſcheue Niemand, auf daß du könnteſt rühmen mit Chriſto: „Ich habe frei oͤffentlich gelehret vor der Welt, und habe nichts im Winkel geredet“ u. ſ. w. Joh. 18, 20. Sprichſt du aber: Wie? ſoll denn niemand nichts lernen, es geſchehe denn öffentlich, — oder ſollte ein Hausvater in ſeinem Hauſe ſein Geſinde nicht lehren, oder einen Schüler oder andern bei ſich halten, der ihnen vorleſe? Antwort: Traun ja, das iſt auch wohl gethan, dazu ein rechter Raum und Stätte dazu. Denn ein jeglicher Hausvater iſt ſchuldig, daß er ſein Kind und Geſinde ziehe, und lehre oder lehren *