# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1847 07 13_S128 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) ſchen Löhe“ ſo verächtlich, als ob allein die Lutheraner in Franken ſich der Kirche in Ame— rica annähmen? O nein, mit ihnen haben ſich unſre Brüder in Mecklenburg, Sachſen, Han— nover und in andern deutſchen Ländern ver⸗ bunden, um, ſo viel Gott Gnade gibt, unſere lutheriſchen Glaubensbrüder in America gegen methodiſtiſches Sectengift zu bewahren. Gewohnt, im „Apologeten“ die bitterſten Läſterungen gegen das Wort und die Kirche des HErrn zu finden, befremdete es uns doch, daß Herr Köneke die lutheriſche Kirche und Herrn Paſtor Franke „Stephaniſten“ ſchilt. Wir erinnerten uns endlich, daß vor etwa acht Jahren eine lutheriſche Gemeinde einen Paſtor dieſes Namens abſetzte, weil ſie deſſen un⸗ chriſtliches Leben und falſche Lehre entdeckte. Hr. Paſtor Franke wird nun von Hrn. Köneke als „Stephaniſt“ geſchmäht, weil er ſich einige Wochen bei Herrn Paſtor Walther aufhielt, der vorzüglich die Abſetzung jenes Stephan betrieb. Nach einfacher chriſtlicher Lehre iſt eine ſolche Schmähung die größte Ungerechtigkeit und Bosheit, nun es aber die Methodiſten thun, muß es die höchſte Heiligkeit heißen. Geſetzt, es beſuchte ein Chriſt einen anderen Chriſten, der vor acht Jahren ſich vom Heidenthum be— kehrte und ſeinen Götzenprieſter abſetzte, würde wohl ein gewiſſenhafter Menſch den Beſucher einen Heiden ſchmähen, da der Beſuchte ein⸗ mal dem Heidenthume angehörte? Schon die natürliche, geſchweige die chriſtliche Vernunft erkennt die Thorheit ſolcher methodiſtiſchen Lä⸗ ſterungen. Oder meint Herr Köneke, daß die Herren Paſtoren Walther und Franke ein be— ſonderes, ſtephaniſtiſches Lutherthum lehren? In dieſem Falle möge er es nur beweiſen, oder wir erklären ihn für einen infamen Lüg⸗ ner und Verläumder. Hermann Fick. (Eingeſandt.) Methodiſtiſche Winkelſchleicherei. Ein Beiſpiel von vielen. Ein deutſcher Methodiſtenprediger hörte bei ſeinen Umzügen, daß in meiner Gemeinde eine angefochtene Perſon ſich befinde, und recht krank ſei. Weil er nun, wie die Methodiſten⸗ prediger überhaupt, in ſeinem Dünkel nur ſich, aber keinen lutheriſchen Prediger für einen von Gott berufenen, chriſtlichen und wiedergebor⸗ nen Prediger hielt: ſo trieb ihn ſein Schwarm⸗ geiſt, ohne weiteres in meine Gemeinde einzu⸗ greifen, um noch womöglich aus dieſer mit dem Tode ringenden armen lutheriſchen Sünderin eine methodiſtiſche Heilige zu machen und auch bei dieſer Gelegenheit einen weitern Einfluß in meiner Gemeinde zu gewinnen. Die Umſtände für den Methodiſtenprediger waren günſtig; allein die ſchon im Todes⸗ kampfe liegende Perſon, ſie war eine Jungfrau, hatte auf ihrem langen, ſchweren Krankenlager und in heißen Stunden der Anfechtung gelernt auf das lautere Wort Gottes zu merken, wo⸗ von ſie eine gute Erkenntniß beſaß, und die ewigen Heilswahrheiten waren ſo feſt in ihrem Herzen gewurzelt, daß dieſer methodiſtiſche 128 Schwärmer nichts mit ihr auszurichten ver⸗ mochte. mit ihm zu thun haben. So mußte er denn wieder fortſchleichen wie der Fuchs vom wohl— verwahrten Hühnerhauſe. Die Kranke ſtarb darnach ſelig dahin, als eine arme lutheriſche Sünderin, feſt vertrauend auf das Verdienſt und die Gerechtigkeit ihres Heilandes. In den Augen jenes Methodiſtenpredigers wird ſie freilich nichts anders geblieben ſein, als eben eine arme, verlorne lutheriſche Sünderin. Hieraus kann nun jedermann ſehen, wie fein ſich die Methodiſtenprediger nach Gottes Wort richten. Sie greifen in ein fremdes Amt; und 1 Petr. 4, 15. heißt es: „Niemand unter euch leide, als der in ein fremdes Amt greife.“ Sie ſchleichen in den Häuſern herum; und 2 Tim. 3, 6. heißt es: „Aus denſelbigen (die den Schein eines göttlichen Weſens haben,) ſind, die hin und her in die Häuſer ſchleichen und führen die Weiblein gefangen.“ So ma⸗ chen ſie es denn um kein Haar beſſer, als die Jeſuiten und deren Vater, der Teufel. Der ſel. Dr. Luther ſpricht in der Schrift von den Schleichern und Winkelpredigern vom Jahre 1532: „Und ich ſage fürwahr: Wenn ſolche Schleicher ſonſt kein Unthätlein an ſich hätten und eitel Heilige wären, ſo kann doch dies einige Stück, daß ſie ohne Befehl und unauf⸗ gefordert kommen geſchlichen, ſie für Teufels⸗ Boten und ⸗Lehrer mit Gewalt überzeugen, denn der heilige Geiſt ſchleicht nicht, ſondern fleugt öffentlich vom Himmel herab. Die Schlangen ſchleichen, aber die Tauben fliegen. Darum iſt ſolcher Schleicher Gang der rechte Gang des Teufels, das fehlt nimmer⸗ mehr.“ S. Jen. Ausg. Tom. V. kol. 421. Scholz, luth. Prediger bei Naſhville in Ills. Welchen Schwachen ſoll man weichen? Luther ſchreibt: Man muß die Leute in zwei Stücke theilen. Etliche, die das Evange— lium annehmen, aber noch ſchwach ſind, und die Freiheit nicht ſo balde faſſen können, dieſe hö⸗ ren das Evangelium gerne und laſſen ſich unter⸗ weiſen. Neben denen ſind etliche, die es nicht hören noch lernen wollen, und halsſtarrig ſind, laſſen ihnen lang predigen, und bleiben doch verſtockt; wider die ſoll man mit Trotz handeln, und alles thun, was ihnen leid iſt, daß man ihnen nur nicht recht ſein laſſe, was ſie wollen. Jenen aber, die das Evangelium hören, nicht leugnen noch verwerfen, ſollt du dich eben ma⸗ chen, und ſehen, ob etliche unter ihnen ſein, die es noch nicht faſſen können, daß du dich nach ihnen halteſt, ſintemal ſie nicht wider dich ſtre— ben. Um deren willen ſagt Paulus 1 Cor. 8, 13.: „Wenn die Speiſe meinen Bruder ärgert, wollt ich kein Fleiſch eſſen ewiglich.“ Ja, mei⸗ nem Bruder, ſagt er; denn den andern, die nicht Brüder, ſondern dawider waren, thät ers nur zuwider. Wollen dieſelben thun, was ſie gelüſtet, ſo thun wir auch, was uns gelüſtet; wir haben Gottes Gebot von der Freiheit, dar— um welcher uns dieſelbe wehren oder nehmen Er erhielt von ihr kein ander Wort, als, ſie begehre ihn nicht und möge auch nichts will, wider den müſſen wir den Kopf aufſetzen, denn dieſe ſind nicht Brüder, ſondern Wider⸗ ſacher; wären ſie Brüder, ſo würden ſie uns unſre Freiheit nicht wehren. (Schrift vom Brauch und Bekenntniß chriſtlicher Freiheit. 1524. Werke. Hall. A. XIX, 1237.) Abnahme und Verfall in der Methodiſten⸗ Kirche. Nach der Angabe eines der Biſchöfe in der Methodiſten-Kirche hat in der New Yorker Conferenz allein eine Abnahme von zwei Tau⸗ ſend Gliedern im verfloſſenen Jahre ſtatt ge⸗ funden. In den verſchiedenen Conferenzen aber ergibt ſich eine Abnahme von 50,000. Derſelbe Biſchof lenkt auch die Aufmerkſam⸗ keit der Kirche auf eine Thatſache, welche er eine betrübende nennt. Er führt folgende Sprache: „Unſere Regeln erfordern, daß Diejenigen, die als Glieder in die Kirche aufgenommen, die Religion (an ihrem Herzen) ſollen erfah⸗ ren haben. Dennoch iſt es in mehr als der Hälfte unſerer Gemeinden der Gebrauch, Per⸗ ſonen als Glieder aufzunehmen, welche keine Herzensveränderung erfahren haben. Vermuth⸗ lich ſind nicht weniger als 50,000 Perſonen in den Kirchenbüchern, bei deren Namen der Buch⸗ ſtabe „S.“ ſteht, anzudeuten, daß ſie „Suchende“ (Seekers) und keine Gläubige wären.“ (Chriſtl. Zeitſch.) .—.— Bruͤderliche Beſtrafung und Verſohnung. Hierüber ſchreibt Luther: „Die Vergebung gilt nur da, wo Sünde erkannt wird, und Dul⸗ dung des Unrechts gilt nur an denen, die Feinde des Worts ſein wollen. Der Brüder Sünden muß man aber nicht dulden, ſondern ſtrafen. Matth. 18, 15-17. Wenn ſie ſich nun als Brüder rühmen wollen, ſo mögen ſie die Sünde erkennen und ſich ſtrafen laſſen. Wenn ſie die Sünde vertheidigen wollen, ſo mögen ſie ſich nur als Feinde kund thun, ſo wollen wir gleich zufrieden ſein, und von ihnen als „Feinden“ alles leiden. Von Brüdern aber iſt es nicht zu leiden.“ (Luthers Werke. Hall. XXI, 1233.) So wichtig dies nun iſt, ſo darf ein Chriſt doch nicht denken, daß bei jeder „Kleinigkeit“ ein großer Verſöhnungsprozeß vorzunehmen iſt. Dagegen heißt es wieder in der Apologie folgendermaßen: Sollen Leute in Einigkeit bei einander ſein oder bleiben, es ſei in der Kirchen oder auch weltlichem Regiment, ſo müſſen ſie nicht alle Gebrechen gegen einander auf der Goldwage abrechnen, ſie müſſen laſſen einan⸗ der faſt (ſehr) viel mit dem Waſſer fürüber gehen und immer zu gut halten, ſo viel auch immer möglich, brüderlich mit einander Ge— duld haben.“ (Art. 4. fol. 52. b.) Bezahlt: 2. Hälfte des 3. Jahrg. die Herren F. Breßmann, L. Krumme, J. P. Schulze. 1. Hälfte des 4. Jahrg. Hr. J. P Schulze. 3. Jahrg. W. Kauz, Paſt. Romanowsky. 4. „ Dr. Sihler. Hr. C. Thürwächter und J. C. Meyer bis IV. 22. Liſette Berning bis IV. 20. Erhalten für die luther. Miſfion am Fluſſe Cass, Mich., durch M. Wege von C. H. Cordeß $1.00. Gedruckt bei Arthur Olshauſen.