# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1847 07 13_S127 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) den, berichten, daß alſo IEſus ihnen befohlen habe. Er habe das Brod genommen und, daſſelbe ſegnend, geſagt: Dieſes thut zu mei— nem Gedächtniß, das iſt mein Leib. Desgleichen habe er auch den Kelch genommen und, denſelben ſegnend, geſagt, das iſt mein Blut. Und ſo habe er ihnen allein ausge⸗ theilt.“ (Apol. I. c. 66.) Was kann deutli⸗ cher ſein? Den Schluß mache ein Zeugniß des Jre-— näus. Derſelbe war ſeit 177 Biſchof zu Lyon und ſtarb im Jahr 202 als Märtyrer. Um das Zeugniß dieſes großen Kirchenlehrers zu verſtehen, muß man wiſſen, daß er gegen gewiſſe Ketzer geſchrieben hat, welche man Gnoſtiker nennt. Dieſe behaupteten, daß das Weſen, welches die ſichtbare Welt geſchaffen habe, nicht ein guter Gott, nicht der Vater unſers HErrn ICſu Chriſti, ſondern ein böſes Weſen, und daß der ganze Stoff der ſichtbaren Welt (alſo auch der Leib des Menſchen) eine böſe Materie ſei, die endlich zu Grunde gehen müſſe. Dieſe Ketzer, welche mit dieſer ihrer Irrlehre eigentlich das Abendmahl aufheben mußten, feierten es dennoch ſo wohl, wie die rechtgläubigen Chriſten. Irenäus zeigt ihnen daher, wie ſie ſich damit ſelbſt widerſprächen, indem er folgendermaßen ſchreibt: „Wie kön— nen ſie (die Gnoſtiker) verſichert ſein, daß das Brod, über welches die Dankſagung geſprochen worden iſt, der Leib ihres HErrn ſei, und der Kelch ſein Blut, wenn ſie nicht bekennen, daß derſelbe der Sohn des Schöpfers der Welt, das iſt, ſein Wort ſei, durch welches das Holz Früchte trägt, die Ströme fließen, und welches zuerſt den Halm, dann eine Aehre, und ſodann den vollen Waizen in den Aehren gibt? Wie können ſie aber wiederum ſagen, daß das Fleiſch zu Grunde gehe und das Leben nicht empfange, das von dem Leibe und Blute des HErrn genährt wird? Darum müſſen ſie ent— weder ihre Meinung ändern, oder aufhören das Genannte darzubringen. Unſere Mei— nung aber“ (nehmlich, daß der gute Gott alles geſchaffen habe, und daß unſer Leib auferſtehen werde) „ſtimmt mit dem Abenbmahl überein, und das Abendmahl beſtätigt unſere Meinung. Denn wir bringen ihm dar, was ſein iſt, und bekennen folglich die Mittheilung ſowohl als die Wahrheit des Fleiſches und Geiſtes. Denn ſo wie das Brod, das von der Erde iſt, ſo— bald die Anrufung Gottes darüber ausgeſpro— chen, nicht mehr gemein Brod iſt, ſondern die Euchariſtie, beſtehend aus zwei Dingen, einem irdiſchen und einem himmliſchen *), alſo ſind auch *) Dieſe Stelle hat ſich ein Lutheraner gegen die Römiſch⸗ Katholiſchen wohl zu merken, denn hieraus iſt es ſonnenhell, daß die erſte Kirche keine Verwandlung des Brodes und Wei⸗ nes in den Leib und in das Blut Chriſti, ſondern vielmehr mit der lutheriſchen Kirche dieſes gelehrt und geglaubt habe, daß im heil. Abendmahl zweierlei Dinge ſind, ein ürdi⸗ ſches, nehmlich Brod und Wein, und ein himmliſches, nebmlich Leib und Blut Chriſti. Es iſt nicht zu ſagen, wie viel der Pabſt darum geben würde, wenn er dieſe Stelle aus dem Irenäus auskratzen könnte. Die größten römiſchen Hexenmeiſter haben ſchon alle ihre Klugheit darin erſchöpft, dieſe Stelle mit ihrer Transſubſtantiation zu vereinigen. In alter Zein hat mans auf eine lächerliche, in neuerer Zeit auf eine gottesläſterliche Weiſe erklärt. Der alte Bellarmin ſagt, Irenäus verſtehe unter dem Irdiſchen im heil. Abend⸗ 127 unſere Leiber, wenn ſie die Euchariſtie em— pfangen haben, nicht mehr verweslich, ſondern haben die Hoffnung der Auferſtehung. Wir bringen ihm aber dieſes dar, nicht als ob er deſſelben bedürftig wäre, ſondern Dank ſagend für ſeine Gabe, und das Geſchöpf (die Ele— mente) heiligend.“ (Jren. Advers. haereses, lib. IV. c. 34.) Wir meinen, alle dieſe Zeugniſſe, deren wir noch eine große Anzahl anführen könnten, ſind ſo klar, daß es nur entweder Bosheit oder die größte Stupidität leugnen kann, daß die erſten Kirchen nicht bloß eine geiſtliche, ſondern auch wirklich eine leibliche Gegenwart Chriſti im heil. Abendmahl geglaubt und bekannt haben. Was nun endlich die lächerliche Behauptung unſeres Methodiſten betrifft, Luther habe im Colloquium zu Marburg keinen einzigen Kir— chenvater der erſten Jahrhunderte namhaft ma— chen können, der ſeiner Meinung vom heil. Abendmahl günſtig geweſen wäre, ſo verwei— ſen wir unſere Leſer auf das Meiſterwerk Lu- thers: „Daß dieſe Worte Chriſti: das iſt mein Leib, noch feſt ſtehen,“ welches Luther zwei Jahre vor jenem Colloquium geſchrieben, und worin er u. a. auch die Kirchenväter als Zeu— gen für die leibliche Gegenwart Chriſti auf— führt und die von den Schwärmern auf ihren Irrthum gezogenen Ausſprüche derſelben rettet. Hätten die Methodiſten ſich nur ein wenig in dieſem Buche Luthers umgeſehen, ſo würden ſie ſich, denken wir, doch wohl geſchämt haben, jene handgreifliche Lüge drucken zu laſſen, denn ſo viel werden ſie hoffentlich Luthern zutrauen, daß er ſich wohl noch auf einige Stellen der Väter werde haben beſinnen können, die er erſt zwei Jahre vorher in ſeinen eigenen Werken ſchon wiederholt citirt und beleuchtet hatte. Aber die Methodiſten macht ihre beiſpielloſe Unwiſ⸗ ſenheit ſo kühn, ihre böſe Sache ſelbſt mit ſol— chen Erdichtungen zu flicken und zu ſchmücken, die jeder ſogleich als ſolche erkennen kann, der ſich nur die Mühe nehmen will, nachzuſehen. Zum Ueberfluß bemerken wir noch, daß Philipp Melanchthon, der an dem Colloquium Theil nahm, in ſeinem gedruckten Bericht von dem— ſelben ausdrücklich ſagt, daß in Marburg von ilntheriſcher Seite ein ganzes Regiſter „viel klarer Sprüche aus den Vätern ſchriſtlich ver— zeichnet worden, die da lehren, daß wahrer Leib und Blut Chriſti im Abendmahl ſind.“ (Dieſer Bericht findet ſich in Luthers Werken, Hall. A. XVII, 2365. Vrgl. S. 2369.) So ſeid denn gewarnt, ihr Lutheraner, vor den Methodiſten. Trauet ihrem ſcheinheiligen Geiſte nicht; es kamn nicht der heil. Geiſt ſein, und wenn er Wunder thäte, denn er offenbart ſich als ein Geiſt der Lüge und Ver— läumdung. Danket auch Gott, daß er es zu— läßt, daß die Methodiſten ihre tiefe Feindſchaft wider unſern Luther und ſeine Bibellehre im— mer mehr an den Tag geben müſſen. Als ſie noch den Schafspelz des Lobes Luthers und der Augsburgiſchen Confeſſion trugen, da konn— mahl die Form, den Geruch und den Geſchmack der Hoſtie, die neuern Papiſten ſagen (z. B. Möhler und Döllinger), das Irdiſche ſeider Leib, das Himmliſche die Gottheit Chriſti. O ihr Schälke! ten ſelbſt redliche Lutheraner von ihnensgeblen— det werden, wer ſich aber nun, da ſie in ihrer wahren Geſtalt auftreten, von ihnen doch be— rücken läßt, der wird einſt keine Entſchuldigung haben. Gott bekehre ſie. (Eingeſandt.) Methodismus. — Herr Köneke bringt unter No. 23 des Apo— logeten folgende Nachricht: „Verſailles Miſ-— ſion. — Der liebe Gott in ſeiner großen Lang— muth überzeugt und bekehrt Einen um den An— deren hier. Wir beten um den endlichen Fall Babels. Nach einem Theile dieſer Miſſion (Lafayette Co.) kam kürzlich ein gewiſſer Herr Franke, einer aus der Schule des bairiſchen Löhe, empfohlen vom bekannten Herrn Walther in St. Louis. Der Herr Paſtor geruhete in der Antrittsrede den folgenden Bannſtrahl aus⸗ zuſprechen: „„Die lutheriſche Kirche (Ste— phauiſten) iſt die allein Rechtgläubige. Darum ſprechen wir freudig den Fluch aus über alle anderen Secten und Rotten.““ Möge der HErr dieſem und anderen Blinden die Augen öffnen.“ Aus Mangel an chriſtlicher Erkenntniß hat Hr. Köneke dieſe Stelle in der Predigt des Hrn. Paſtor Franke mißverſtanden, die wir ihm da⸗ her näher erklären wollen. — Der heil. Apoſtel Paulus ſagt Gal. 1, 7.: „Aber ſo auch wir, oder ein Engel vom Himmel euch würde Evan— gelium predigen, anders, denn das wir euch gepredigt haben; der ſei verflucht.“ Nun pre⸗ digen die Methodiſten ein anderes Evangelium, als die heil. Apoſtel, indem ſie die Sacramente und die Abſolution verwerfen, die Gräuel der Bußbank aufrichten, alle chriſtliche Zucht und Ordnung verſchmähen, ſchon in dieſer Welt vollkommene Heiligkeit vorgeben ꝛc. Da nun dieſes ein anderes Evangelium, eine andere Lehre iſt, als Paulus und die ganze heil. Schrift lehrt, ſo verflucht Gottes Wort die Secte der Methodiſten, d. h. die verſtockten Irr⸗ lehrer und die Irrthümer in den⸗ ſelben, und jeder wahre Chriſt ſpricht dieſen Fluch freudig nach. Dazu fügt Herr Köneke die Lüge, daß Herr Paſtor Franke aus der Schule des „Bairiſchen Löhe“ ſei, da derſelbe auf deutſchen Schulen und Univerſitäten eine gelehrte theologiſche Bildung erhielt, und Herrn Pfarrer Löhe nur einmal einen Beſuch auf eine Woche abſtattete. Mit gewöhnlicher methodiſtiſcher Unverſchämt⸗ heit ſpricht Hr. Köneke von der Schule des „Bairiſchen Löhe.“ Warum ſchmäht er doch einen Mann, welchen Deutſchland zu ſeinen ausgezeichnetſten Theologen zählt, dem ſelbſt der Apologet ſeine Anerkennung nicht verſagte, indem er bedeutende Theile aus deſſen drei Bü⸗ chern von der Kirche in ſeinen Spalten auf⸗— nahm, ſie aber unredlich genug bloß mit einem L. unterſchrieb? So läſtert der „Apologet“ den Mann, deſſen Schriften er aus tauſenden als die beſten und vortrefflichſten auswählte, um damit ſeine Leſer zu belehren und ſich mit ſeinen Federn zu ſchmücken. Doch heute ſegnen, mor— gen fluchen, iſt ächt methodiſtiſch. — Oder ſpricht Hr. Köneke von der Schule des „bairi⸗