# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1930_S50 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 50 Verhandlungen der zweiunddreißigſten Verſammlung Unſere lutheriſchen Neger gehen oft zum Tiſch des HErrn. Wir müſſen hier wieder einen Vergleich anſtellen. In unſern zur Synodalkonferenz gehörenden Synoden gehen die konfirmierten Glieder im Durchſchnitt zweimal des Jahres zum heiligen Abendmahl. Wie ſteht es dagegen in unſerer farbigen lutheriſchen Kirche? Es muß vor⸗ ausgeſchickt werden, daß viele unſerer farbigen Glieder oft nicht zu Hauſe ſind, wenn das heilige Abendmahl gefeiert wird. Sie ſind in der Ferne auf der Suche nach Arbeit. Das iſt dazu angetan, die Zahl der Abendmahlsgäſte zu verringern. Zum andern iſt zu bedenken, daß die Vorfahren unſerer lutheriſchen Negerchriſten Sektenleute oder ganz kirch⸗ loſe Leute waren. Es gibt nur wenige Familien, deren Glieder im dritten Glied Lutheraner ſind. Trotzdem iſt der Abendmahlsbeſuch beſſer als bei uns Weißen. Letztes Jahr traten insgeſamt 10,518 Gäſte zum Tiſche des HErrn. Das heißt, jedes konfirmierte Glied iſt im Durchſchnitt dreimal im Jahr zum heiligen Abendmahl gegangen. Der Abendmahlsgang iſt gleichſam ein Thermometer des geiſtlichen Lebens in einer Gemeinde. Hiernach herrſcht alſo ein feines Leben des Geiſtes in unſerer Negermiſſion. Dafür ſei Gott gedankt! Die Beiträge unſerer Negerchriſten. Es ſei hier zunächſt wieder bemerkt: Die im Bericht des Kaſſierers unſerer Miſſion angeführten Beiträge geben nicht alle Gaben an, die in unſerer Miſſion aufgebracht werden. Es kommen noch Tauſende von Dollars hinzu, die unſere Negerchriſten für Reparaturen, Licht, Feuer, Unterſtützung armer Glieder uſw. aufbringen. Unſere farbigen Chriſten ſind nun ja keine reichen Bauern, keine wohlhabenden Geſchäftsleute, keine Arbeiter mit großem Verdienſt. Die Arbeitsloſigkeit iſt größer unter den Negern als unter den Weißen. Mancher Dienſtpoſten, den früher ein Neger innehatte, iſt jetzt von einem Weißen beſetzt. Nichtsdeſtoweniger haben ſich die Einnahmen in unſern Gemeinden letztes Jahr vermehrt. Dieſe beliefen ſich im Jahre 1929 genau auf $31,063.18. Das iſt überraſchend. Daß unſere farbigen Chriſten durch Wirkung des Heiligen Geiſtes immer zunehmen in der Gnade des Gebens, iſt klar erſichtlich aus der Statiſtik, die wir führen. Im Jahre 1919 waren die Einnahmen in den Gemeinden $12,591; zehn Jahre ſpäter betrugen ſie $31,063. Das bedeutet eine Zunahme von $18,472. Wahrlich, ein feiner Fortſchritt! In bezug auf die Beiträge iſt es juſt ſo wie in unſern weißen Ge⸗ meinden: Manche geben wenig, andere geben viel. Miſſionar Kramer von der Bethlehemsgemeinde in New Orleans berichtet: „Unter unſern Gliedern iſt eine Frau, die letztes Jahr $41.60 beigetragen hat. Die Nächſthöchſte war eine andere ältere Frau, die das meiſte tut für die Unterſtützung ihrer Mutter und ſonſt weiter keine Einnahme hat, als was ſie am Waſchzuber verdient, und doch $29.15 gab. Ein junger Mann trug $29.75 bei. Eine unſerer Lehrerinnen zeichnete den Gehalt eines ganzen Monats als ihren Beitrag für das Pflaſtern der Straße bei der Kirche.“ So ſehen wir, wie trotz mancher Schwächen und Gebrechen in unſern Gemeinden dieſe doch ſchöne, höchſt erfreuliche Fortſchritte machen in der Heiligung und in guten Werken. So genießen denn auch unſere ſchwarzen Lutheraner das Anſehen und die Achtung ihrer weißen wie ſchwarzen Mitbürger. Uns aber ſoll dieſer Segen, den der HErr auf die Miſſionsarbeit legt, mit neuem Mut erfüllen, wie der heilige Apoſtel ſagt: „Darum, meine lieben Brüder, ſeid feſt, unbeweglich und nehmet immer zu in dem Werk des HErrn, ſintemal ihr wiſſet, daß eure Arbeit nicht vergeblich iſt in dem HErrn.“