# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1930_S38 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 38 Verhandlungen der zweiunddreißigſten Verſammlung Ärgernis anrichten neben der Lehre, die ihr gelernet habt“. 1 Kor. 1, 11. 12: „Mir iſt vorkommen, . . . daß Zank unter euch ſei. Ich ſage aber davon, daß unter euch einer ſpricht: Ich bin Pauliſch; der andere: Ich bin Apolliſch; der dritte: Ich bin Kephiſch; der vierte: Ich bin Chriſtiſch.“ 1 Tim. 1, 19. 20: „Und habeſt den Glauben und gut Gewiſſen, welches etliche von ſich geſtoßen und am Glauben Schiffbruch erlitten haben, unter welchen iſt Hymenäus und Alexander, welche ich habe dem Satan übergeben, daß ſie gezüchtiget werden, nicht mehr zu läſtern.“ 1 Tim. 4, 1: „Der Geiſt aber ſagt deutlich, daß in den letzten Zeiten werden etliche von dem Glauben abtreten und anhangen den verführeriſchen Geiſtern und Lehren der Teufel.“ Vgl. 1 Tim. 6, 3. 2 Tim. 1, 15: „Das weißeſt du, daß ſich gewendet haben von mir alle, die in Aſien ſind.“ 2 Tim. 4, 10: „Demas hat mich verlaſſen und dieſe Welt liebgewonnen.“ 2 Petr. 2, 15: „Verlaſſen den richtigen Weg und gehen irre.“ 1 Joh. 2, 19: „Sie ſind von uns ausgegangen, aber ſie waren nicht von uns. Denn wo ſie von uns geweſen wären, ſo wären ſie ja bei uns geblieben; aber auf daß ſie offenbar würden, daß ſie nicht alle von uns ſind.“ Judä 19: „Dieſe ſind, die da Rotten machen, Fleiſch⸗ liche, die da keinen Geiſt haben.“ — Zu dieſen Ausſagen der Schrift kommen noch hinzu die vielen Beiſpiele, die uns Schismatiker vorführen, wie in Joh. 6, 66, wo uns geſagt wird: „Von dem an gingen ſeiner Jünger viel hinter ſich und wandelten hinfort nicht mit ihm.“ Dieſe Schriftſtellen genügen, um das Weſen des Separatismus zu charakteriſieren. Ebenſo klar geht aber auch aus ihnen hervor, daß dieſe Separatiſten, die Zertrennung und Ärgernis anrichten neben der Lehre, wie ſie ſtets nach Gottes Wort in der rechtgläubigen Kirche geführt wor⸗ den iſt, die die Lehre der Apoſtel verlaſſen, die den richtigen Weg ver⸗ laſſen, die da ausgehen von den treuen Bekennern der Wahrheit, dann auch ſchuld haben an der weiteren Zerrüttung der Kirche. Dieſe ſind es, die die Einigkeit im Geiſt zerſtören und das Band der Liebe zerreißen. In den meiſten Fällen findet das Wort des Propheten, das Gott durch ihn geredet hat, auf ſie ſeine Anwendung: „Mein Volk tut eine zwiefache Sünde: mich, die lebendige Quelle, verlaſſen ſie und machen ihnen hie und da ausgehauene Brunnen, die doch löchericht ſind und kein Waſſer geben“, Jer. 2, 13. Vgl. Kap. 17, 13. Es mögen hier noch einige Worte von Luther Platz finden. Er ſchreibt in ſeiner Predigt über 1 Petr. 3, 8—15: „Denn wo dieſe Einig⸗ keit [im Geiſt] getrennt wird, da iſt's gewiß, daß nicht beide Teile können die rechte Kirche ſein; es muß eine des Teufels Hure ſein, ſo die andere fromm iſt. Wiederum, weil die Einigkeit des Glaubens und Sinnes bleibt, ſo bleibt auch da eine rechtſchaffene, wahrhaftige Kirche Gottes, obgleich ſonſt noch auch Schwachheit da iſt.“ (XII, 740.) Der⸗ ſelbe zu Joh. 15, 10: „Denn wo die Liebe und Einigkeit zerſtört wird, und Spaltung und Zwietracht aufgeht, da geht auch die einträchtige Lehre unter, daß man wieder von Chriſto fällt.“ (VIII, 549.) Derſelbe zu 1 Kor. 12, 1 ff.: „Wo Uneinigkeit, Sekten und Trennung ſind, das iſt ein gewiß Zeichen, daß entweder, die ſolche Spaltung anrichten, der ge⸗ wiſſen, rechten Lehre nicht achten oder nicht recht verſtehen und ſchon auch dazu geſchickt ſind, daß ſie ſich von allerlei Wind der Lehre, wie St. Pau⸗ lus Eph. 4, 14 ſagt, laſſen weben und treiben.“ (XII, 818.) Wir wiederholen demnach zum Schluß: Nicht diejenigen, die feſthalten an dem klaren Wort der Schrift und an den klar bewieſenen Lehren und Gebräuchen, ſind Separatiſten oder Schismatiker, ſondern diejenigen,