# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1930_S37 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1930. 37 die er von uns empfangen hat. Denn ihr wiſſet, wie ihr uns ſollt nach⸗ folgen. . . . So aber jemand nicht gehorſam iſt unſerm Wort, den zeichnet an durch einen Brief und habt nichts mit ihm zu ſchaffen, auf daß er ſchamrot werde.“ 1 Tim. 4, 7: „Der ungeiſtlichen aber und alt⸗ vetteliſchen Fabeln entſchlage dich.“ 1 Tim. 6, 3—5: „So jemand anders lehret und bleibet nicht bei den heilſamen Worten unſers HErrn JEſu Chriſti und bei der Lehre von der Gottſeligkeit, der iſt verdüſtert und weiß nichts, ſondern iſt ſeuchtig in Fragen und Wortkriegen, aus welchen entſpringet Neid, Hader, Läſterung, böſer Argwohn, Schul⸗ gezänke ſolcher Menſchen, die zerrüttete Sinne haben und der Wahrheit beraubt ſind, die da meinen, Gottſeligkeit ſei ein Gewerbe. Tue dich von ſolchen!“ Vgl. V. 20. 2 Tim. 3, 5: „Die da haben den Schein eines gottſeligen Weſens, aber ſeine Kraft verleugnen ſie. Und ſolche meide!“ Tit. 3, 10: „Einen ketzeriſchen Menſchen meide, wenn er einmal und abermal ermahnet iſt.“ Dieſe verſchiedenen Ermahnungen und Warnungen wurden auch von dem Volke Gottes allezeit beobachtet und in die Praxis umgeſetzt. Um nur ein Beiſpiel anzuführen, ſo finden wir, daß Paulus, der in Korinth zunächſt ſeiner Gewohnheit nach in der Synagoge der Juden das Evangelium gepredigt hatte, bei dem fortwährenden Widerſpruch der Juden ſich von dannen machte und in das Haus eines mit Namen Juſt ging, der gottesfürchtig war, Apoſt. 18, 7. Er nahm hier alſo eine Separation vor, wie das während der ganzen apoſtoliſchen Periode immer wieder vorkam, bis endlich die beſondere Gnadenzeit des Volkes der Juden als ſolches zu Ende ging und Gottes Heimſuchung das Land ihrer Väter verwüſtete. — Eine ganz ähnliche Separation fand ſtatt im Zeitalter der Reformation. Die Reformation beabſichtigte ja keine Neu⸗ ſchöpfung, die Gründung einer neuen Kirche, ſondern die lutheriſche Kirche des reinen Wortes und Bekenntniſſes iſt die alte apoſtoliſche Kirche, wie ſie durch Martin Luther von dem Schmutz und den Schlacken der mittelalterlichen falſchen Lehren gereinigt iſt. Von einem andern Geſichtspunkte aus aber liegt die Bedeutung der Reformation allerdings darin, daß ſie auch ein Ausgehen von einer falſchen Gemeinſchaft war, beſonders auf der kirchenrechtlichen Seite. Meuſel drückt dies ſo aus: „Luther will die vorhandene Kirche reformieren, ſie aber erweiſt ſich als irreformabel und ſcheidet daher ihrerſeits die Reformierenwollenden von ſich aus. Die Reformation iſt Separation ebenſoſehr im Paſſivum wie im Aktivum. Als die Reformatoren ſepariert werden, ſeparieren ſie ſich nun auch ihrerſeits von der vetustas erroris zu der vetustas evangelii, und indem ſie die vorhandene, verderbte Kirche verlaſſen, wollen ſie doch nicht eine neue, das heißt, keine Sekte, bilden, ſondern ſie wollen bei der wahren, alten Kirche der Propheten und Apoſtel bleiben.“ — Ganz das⸗ ſelbe gilt aber auch von den rechtgläubigen lutheriſchen Freikirchen Deutſchlands, ſonderlich der ſächſiſchen. „Jene Lutheraner haben ihrer⸗ ſeits ſtets in Abrede genommen, daß ſie ſich überhaupt ſepariert hätten; ſie ſeien vielmehr bei der alten lutheriſchen Kirche geblieben, während die Landeskirche durch Einführung der Union ihren bisherigen Charakter verloren hätte und eine neue, nun nicht mehr lutheriſche Kirche geworden ſei“ (Meuſel). Dies Urteil iſt ohne Zweifel richtig, weil es auf Schrift⸗ grund ruht und hat darum auch heute noch unter ähnlichen Umſtänden volle Geltung. Dies führt uns aber nun zu der andern Seite, nämlich zu der Frage des eigentlichen Separatismus, wie oben definiert. Hier finden wir, daß die Schrift in den ſchärfſten Ausdrücken von Separatiſten und Schismatikern redet. Röm. 16, 17: „die da Zertrennung und