# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1930_S34 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 34 Verhandlungen der zweiunddreißigſten Verſammlung American Lutheran Conference, zu der als weitere Glieder die Augu⸗ ſtanaſynode, die Norwegian Lutheran Church of America, die United Danish Church und die Lutheran Free Church kommen ſollen. Von dieſen haben die meiſten den Plan der Föderation ſchon gebilligt. Demnach liegt der Geiſt der Vereinigung in der Luft. Es iſt eine Erſcheinung, die zu ernſtlichem Nachdenken reizt. Ohne irgendwelche Reflexion auf die perſönliche Lehr⸗ und Glaubensſtellung irgendeines Betroffenen dürfte es wohl erlaubt ſein, die Frage zu ſtellen, ob der Be⸗ ſchluß der Ohioſynode vom Jahre 1918 (Proceedings, 121) durchweg im Sinn behalten worden iſt: “Much as an organic Lutheran union is de- sired, we, in agreement with our worthy president, declare we can never enter into union with any Lutheran synod unless we agree in doctrine and practise, especially at this time, when the unionistic spirit is threatening to creep into our Lutheran Church.” Handelt es ſich in allen dieſen Fällen wirklich um den Ausdruck der Einigkeit im Geiſt? Iſt es tatſächlich eine Union in der Wahrheit, wie Gottes Wort ſie fordert? Oder hat man um der äußeren Vereinigung willen der inneren Einheit etwas vergeben? Sind alle oder auch nur einige dieſer Vereinigungen auf Grund von Schrift und Bekenntnis geſchehen, ſo daß die Zweideutigkeit des „Opgjörs“, des Verhältniſſes zwiſchen der Augu⸗ ſtanaſynode und Erzbiſchof Söderblom, der Lehre von der Inſpiration in den Realien und die Frage von der Möglichkeit eines Irrtums in der Schrift, des Zuſammenarbeitens mit der Allgemeinen Lutheriſchen Kon⸗ ferenz und andere Punkte wirklich beſeitigt worden ſind, ſo ſollten wir uns darüber Gewißheit verſchaffen; denn dann iſt unſer Kurs in der Schrift vorgezeigt, nämlich die Anerkennung der glaubensbrüderlichen Gemeinſchaft. Iſt dagegen noch nicht alles aus dem Wege geräumt, was nach Gottes Wort die Glaubenseinigkeit noch hindert, dann können, dann dürfen wir nicht eher gemeinſchaftliche Sache mit irgendeiner lutheriſchen Körperſchaft machen, bis Lehreinigkeit tatſächlich zuſtande gekommen iſt. Zu weiteren Lehrverhandlungen ſind wir ſtets bereit, aber eine Ver⸗ einigung darf nur auf Grund der wahren Union erfolgen. Wie nämlich die Schrift dazu ſteht, iſt bereits im erſten Teil dieſer Arbeit dargelegt worden. Wir weiſen hier noch auf folgende Stellen hin. Amos 3, 3: „Mögen auch zween miteinander wandeln, ſie ſeien denn eins untereinander?“ Jer. 23, 28: „Wer mein Wort hat, der predige mein Wort recht. Wie reimen ſich Stroh und Weizen zuſam⸗ men? ſpricht der HErr.“ Jer. 8, 11: „Und tröſten mein Volk in ihrem Unglück, daß ſie es geringachten ſollen, und ſagen: Friede, Friede! und iſt doch nicht Friede.“ Vgl. Kap. 6, 14; Micha 3, 5. 11; Heſek. 13, 10. 16. Mark. 8, 38: „Wer ſich aber meiner und meiner Worte ſchämet, . . . des wird ſich auch des Menſchen Sohn ſchämen.“ Matth. 10, 32. 33: „Wer mich bekennet vor den Menſchen, den will ich bekennen vor meinem himmliſchen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menſchen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmliſchen Vater.“ Aus dieſen und andern Stellen geht klar hervor, daß es nicht zur wahren Einigkeit genügt, daß man eine gemeinſame Konfeſſionsbaſis anerkennt — denn ſonſt würde ſchließlich die Schrift vollſtändig genügen —, ſondern es muß auch klar zutage treten, daß man allerſeits dasſelbe richtige Ver⸗ ſtändnis der Schrift und der Bekenntniſſe hat. Was Meuſel von den deutſchländiſchen Unionsbeſtrebungen ſagt, gilt ceteris paribus auch von ſonſtigen: „Die lutheriſche Kirche hat ſich ſtets ablehnend gegen die Union geſtellt, und zwar nicht minder gegen die konſervative als gegen die abſorptive. Wenn ſie auch willig einen