# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1930_S24 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 24 Verhandlungen der zweiunddreißigſten Verſammlung und grüßet ihn auch nicht. Denn wer ihn grüßet, der macht ſich teilhaftig ſeiner böſen Werke.“ Auf dieſe und andere Schriftſtellen gründen wir uns, wenn es in unſerer Theſe heißt: „Jede Abweichung von einer in der Schrift klar geoffenbarten Lehre begreift kirchentrennende Möglichkeiten in ſich und muß bei fortgeſetzter Beharrung im Irrtum auf ſeiten der abweichenden Partei zu einer Löſung der Bruderbande führen.“ Der Schriftbeweis iſt nicht nur eben gegeben, ſondern zum Teil auch ſchon in der vorigen Theſe enthalten. Iſt nämlich die Schrift das lautere Gotteswort, dann ſind auch alle Teile derſelben als Wahrheit anzunehmen; dann haben naturgemäß auch alle Teile als Schriftlehre Geltung, und die ein⸗ zigen Ausnahmen bilden die Abſchnitte, deren direkte Anwendung Gott ſelbſt eingeſchränkt hat, teils weil das Zeremonialgeſetz aufgehoben iſt, teils weil wir als Gläubige des Neuen Bundes die Erfüllung der Weis⸗ ſagungen als Grund unſerer Glaubenshoffnung haben. Wer daher über die von Gott geſetzten Grenzen hinweg eine Union entweder befür⸗ worten und durchführen oder auch nur aufrechterhalten will, der dient damit nicht der Einigkeit im Geiſt, ſondern verſchlimmert nur in großem Maße die innere Zerriſſenheit und Zerrüttung der äußeren Chriſtenheit. Deswegen ſchreibt Luther in ſeinem Geſpräch mit D. Georg Major (XVII, 1179 f.): „Ihr macht euch mit Stillſchweigen und Bemänteln ſelbſt verdächtig; ſo Ihr aber glaubet, wie Ihr's vor mir redet, ſo redet ſolches auch in der Kirche, in lectionibus, concionibus et privatis colloquiis, und ſtärket Eure Brüder und helft den Irrenden wieder auf den rechten Weg und widerſprecht den mutwilligen Geiſtern; ſonſt iſt Euer Bekenntnis nur ein Larvenwerk und nichts nütze. Wer ſeine Lehre, Glauben und Bekenntnis für wahr, recht und gewiß hält, der kann mit andern, die falſche Lehre führen oder derſelben zugetan ſind, nicht in einem Stalle ſtehen noch immerdar gute Worte dem Teufel und ſeinen Schuppen geben. Ein Lehrer, der zu den Irrtümern ſtille ſchweigt und will gleichwohl ein rechter Lehrer ſein, der iſt ärger denn ein öffentlicher Schwärmer, . . . oder er iſt ganz und gar bei ſich ſelbſt ungewiß und nicht würdig, daß er ein Schüler, will geſchweigen ein Lehrer, heißen ſolle, und will niemand erzürnen noch Chriſto ſein Wort reden noch dem Teufel und der Welt wehe tun.“ Wir können hier nicht umhin, mehrere Abſchnitte aus der Schrift Luthers, der ſogenannten großen Auslegung des Galaterbriefes (IX, 642 ff.), anzuführen. Er ſchreibt beſonders mit Beziehung auf Gal. 5, 9: „Darum iſt dieſer Spruch fleißig zu merken wider ihr Argument, damit ſie uns mit Unrecht auflegen, als zerriſſen wir die Liebe und Einigkeit in der Chriſtenheit zu großem Schaden und Nachteil der heiligen Kirche. Wir ſind wahrlich bereit und willig, Frieden und Liebe ihnen zu erzeigen, doch ſoferne ſie uns die Lehre des Glaubens unverletzt und ungefälſcht laſſen. Wo wir ſolches bei ihnen nicht erhalten können, iſt es vergebens, daß ſie die chriſtliche Liebe ſo hoch rühmen. Ver⸗ flucht ſei die Liebe in Abgrund der Höllen, ſo er⸗ halten wird mit Schaden und Nachteil der Lehre vom Glauben, der billig alles zumal weichen ſoll, es ſei Liebe, Apoſtel, Engel vom Himmel und was es ſein mag. Darum geben ſie damit, daß ſie dieſe Sache ſo leicht und gering achten, genugſam zu verſtehen, was ſie von der Majeſtät und Herrlichkeit des göttlichen Wortes hal⸗ ten uſw. Wo ſie ernſtlich und von Herzen glaubten, daß es Gottes Wort wäre, würden ſie damit nicht alſo leichtfertig ſcherzen und ſpielen, ſondern es in höchſten Ehren halten und ohne allen Zweifel und Dis⸗ putation glauben, was es ihnen ſagt und vorhält; würden auch wiſſen,