# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1930_S23 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1930. 23 keinen Zwang daraus machen und in eine gemeine Ordnung ſtellen, bis daß jedermann zuvor allenthalben wohl unterrichtet ſei, auf daß ſich die Schwachgläubigen hierinnen auch nicht ärgern; ſondern das Wort ſoll man treiben, üben und predigen, danach aber die Folge dem Worte heimſtellen und Gotte befehlen bis zu ſeiner Zeit.“ (Bd. XX, 37 f. Vgl. Viſitationsartikel, X, 1653.) Wir haben ja auch ähnlich praktiziert, ſonderlich in unſerer Inneren Miſſion (Home Missions), wie wir denn überhaupt mit großer Vorſicht in der Miſſion arbeiten, auch in Deutſchland. Wir haben erkenntnis⸗ reiche Glieder, ſonderlich unter denen, die den vollen Segen unſers Schulweſens genoſſen haben, Paſtoren und Lehrer an der Spitze. Und doch findet ſich immer wieder etwas, hier ein Mangel an dem rechten Verſtändnis der Schrift, dort ein Zögern, ja eine Feigheit im Anwenden des klaren Schriftwortes. Aber die Liebe gebietet, ſolange wir auf demſelben Grunde der Schrift und des Bekenntniſſes ſtehen, daß wir Nachſicht üben, daß wir mit aller Geduld und Langmut diejenigen, die in einem Irrtum befangen ſind, herauszuführen ſuchen und uns auch gegenſeitig immer wieder belehren und ſolche Belehrung mit demütigem Herzen annehmen, wenn ſie auf Gottes Wort beruht. Aber es iſt ein Ding, die Schwachen tragen, und ein ganz ander Ding, eine falſche Lehre dulden und in der Kirche regieren laſſen. Das Tragen der Schwachen darf nie auf Anerkennung des Irrtums hinauslaufen; es darf, wie unſere Theſe ſagt, unter keinen Umſtänden mit Verleugnung der Wahrheit geſchehen. Mangel an Erkenntnis und Schwachheit am Verſtändnis kann und muß man entſchuldigen; aber keine Perſon, ſonderlich nicht ein Lehrer der Kirche, geſchweige denn eine ganze Kirchengemeinſchaft, kann bei Verleugnung der Wahrheit und bei falſchem Bekenntnis und falſcher Praxis ent⸗ ſchuldigt werden. Die Schwachheit darf nicht zur Norm werden, darf nicht Anerkennung und Exiſtenzberechtigung bean⸗ ſpruchen. Mutwillige Teilnehmer an der Verfälſchung des Wortes der Wahrheit ſind Kinder der Verdammnis. (Vgl. die Ausführungen D. Piepers in „Chriſtl. Dogmatik“ I, 99—102.) Dies iſt klare Schriftlehre. Schon im Alten Teſtament zeigt der HErr durch Elias, daß man nicht auf beiden Seiten hinken kann, es mit der Wahrheit und auch mit dem Irrtum und der Lüge halten, 1 Kön. 18, 21; vgl. Amos 3, 3. Und die neuteſtamentlichen Stellen, die hier in Betracht kommen, reden mit großem Ernſt. Joh. 8, 31. 32. 43. 45: „So ihr bleiben werdet an meiner Rede, ſo ſeid ihr meine rechten Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch freimachen. Warum kennet ihr denn meine Sprache (τὴν λαλιὰν τὴν ἐμήν) nicht? Denn ihr könnt ja mein Wort (τὸν λόγον τὸν ἐμόν) nicht hören. Ich aber, weil ich die Wahrheit ſage, ſo glaubt ihr mir nicht.“ Apoſt. 20, 30. 31: „Auch aus euch ſelbſt werden aufſtehen Männer, die da verkehrte Lehren reden, die Jünger an ſich zu ziehen. Darum ſeid wacker und denket daran, daß ich nicht abgelaſſen habe drei Jahre, Tag und Nacht einen jeglichen mit Tränen zu ver⸗ mahnen.“ Röm. 16, 17. 18: „Ich ermahne aber euch, liebe Brüder, daß ihr aufſehet auf die, die da Zertrennung und Ärgernis anrichten neben der Lehre, die ihr gelernet habt, und weichet von denſelbigen! Denn ſolche dienen nicht dem HErrn JEſu Chriſto, ſondern ihrem Bauch, und durch ſüße Worte und prächtige Rede verführen ſie die unſchuldigen Herzen.“ Gal. 5, 9: „Ein wenig Sauerteig verſäuert den ganzen Teig.“ Vgl. 1 Kor. 5, 6. 2. 2 Joh. 10. 11: „So jemand zu euch kommt und bringet dieſe Lehre nicht, den nehmet nicht zu Hauſe