# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1930_S20 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 20 Verhandlungen der zweiunddreißigſten Verſammlung Recht und Pflicht jeder chriſtlichen Gemeinde und geſchieht durch deren Beruf; ſie iſt eine Ausübung des allgemeinen Prieſtertums. Die Be⸗ rufung iſt ein Recht derjenigen Gemeinde, in welcher der Prediger das Pfarramt verwalten ſoll; und durch ſolche Berufung ſetzt Chriſtus der Gemeinde ſeine Diener. Die Ordination iſt nicht eine göttliche, ſondern eine kirchliche Ordnung zur öffentlichen, feierlichen Beſtätigung des Berufs. Wir glauben, daß, obwohl es viele falſche Lehrer oder Wider⸗ chriſten gibt, der Papſt zu Rom doch der eigentliche, rechte Anti⸗ chriſt oder Widerchriſt im vollen Sinne des Wortes iſt und daher als Erbfeind der Kirche mit allem Ernſt bekämpft werden muß. Wir glauben, daß jede Lehre von einem ſogenannten Tauſend⸗ jährigen Reich, die das Reich unſers Heilandes JEſu Chriſti zu einem äußeren, irdiſchen und weltlichen Herrlichkeitsreich macht oder irgendwie den bleibenden Kreuzcharakter der Kirche auf Erden leugnet, als eine mit klaren Ausſagen der Schrift in Widerſpruch ſtehende Lehre zu verwerfen iſt. Dies ſchließt in ſich die Verwerfung der Auffaſſung, die noch eine geiſtliche Blütezeit für die chriſtliche Kirche oder eine allgemeine Judenbekehrung oder eine Auferſtehung der Märtyrer vor dem Jüngſten Tage und dergleichen erwartet. Wir glauben, daß unſer Heiland JEſus Chriſtus von der Jungfrau Maria als ein wahrhaftiger, natürlicher Menſch zur Welt geboren iſt, daß ſich deshalb von dem erſten Moment an ſeiner Empfängnis von dem Heiligen Geiſt in ſeiner Perſon die göttliche und die menſchliche Natur vereinigt haben und daß dieſe Vereinigung auch nach ſeiner Erhöhung noch ſtatthat, wiewohl er jetzt auch nach ſeiner menſchlichen Natur in den völligen, unaufhörlichen Gebrauch ſeiner der menſchlichen Natur ſchon bei ſeiner Menſchwerdung mitgeteilten göttlichen Eigenſchaften eingetreten iſt. Dies alles iſt klare Schriftlehre, und die genannten Punkte ſind deswegen erwähnt, weil ſie in den letzten Dezennien Gegenſtände des beſonderen Intereſſes, zum Teil der Kontroverſe, waren. Wo immer nun Chriſten, Bekenner der Schrift, dieſe Schriftlehren, wie ſie auch ſonderlich in unſern Bekenntniſſen dargelegt ſind, annehmen, da ſoll dieſe Annahme laut unſerer Theſe auch in ſich ſchließen die Anerkennung aller ſolcher, die mit uns, als Bekennern der Wahrheit, auf demſelben Schriftgrund ſtehen. Dies mag und ſoll geſchehen nicht nur durch Aus⸗ tauſch freundſchaftlicher Grüße, ſondern auch durch gemeinſchaftliches Zuſammenarbeiten auf Konferenzen und Synoden, durch Kanzelaus⸗ tauſch und Altargemeinſchaft. Wie es dabei nicht unbedingt nötig iſt, daß alle Gemeinden gliedlich an eine Synode angeſchloſſen ſind, ſo iſt es noch weniger nötig und geboten, daß alle Gemeinden nur einen ein⸗ zigen großen Verband bilden. Da die Bildung großer Kirchenkörper zwar in Gottes Wort angedeutet iſt, aber die Frage im übrigen ganz auf dem Gebiet der Mitteldinge liegt, ſo mögen Gemeinden ſich zu⸗ ſammenſchließen zu Staaten⸗ oder Diſtriktsſynoden, zu deutſchen oder engliſchen Kirchenkörpern, Synoden oder Diſtrikten, ſolange nur die Einigkeit im Geiſt in rechter Weiſe zum Ausdruck kommt und jedermann erkennen kann, daß die betreffenden Chriſten, auch als Gemeinden, auf demſelben Schriftgrunde ſtehen. Auf jeden Fall aber ſoll ſich die tat⸗ ſächlich vorhandene Einigkeit im Geiſt betätigen. Wir ſchließen dieſen Teil unſerer Abhandlung mit den Worten unſers Bekenntniſſes (Apologie, Art. III; Conc. Trigl., 184): „Darum ſo er [Paulus] an allen andern Orten ſchreibt und lehrt, daß in dieſem Leben an unſern Werken keine Vollkommenheit iſt, ſo iſt nicht zu ge⸗