# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1930_S18 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 18 Verhandlungen der zweiunddreißigſten Verſammlung ſamen Worten unſers HErrn JEſu Chriſti und bei der Lehre von der Gottſeligkeit, der iſt verdüſtert und weiß nichts.“ Hebr. 13, 9: „Laſſet euch nicht mit mancherlei und fremden Lehren umtreiben; denn es iſt ein köſtlich Ding, daß das Herz feſt werde, welches geſchieht durch Gnade.“ 2 Joh. 9. 10: „Wer übertritt und bleibet nicht in der Lehre Chriſti, der hat keinen Gott; wer in der Lehre Chriſti bleibet, der hat beide den Vater und den Sohn. So jemand zu euch kommt und bringet dieſe Lehre nicht, den nehmet nicht zu Hauſe und grüßt ihn auch nicht.“ Dies alles ſoll geſchehen auf Grund von Eph. 4, 3, um die wahre Einigkeit des Geiſtes zu bewahren. Es geht nicht an, daß man hierbei unterſcheiden will zwiſchen Fundamental⸗ und Nichtfundamentallehren, wie das ſonderlich von Rudelbach (Reformation, Luthertum und Union, Kap. 12) gezeigt worden iſt. Die Worte JEſu: „Lehret ſie halten alles“ und die des Apoſtels: „So jemand anders lehret, der iſt ver⸗ düſtert und weiß nichts“ ſtehen zu gewaltig da. Eine Union in der Wahrheit kann eben nur beſtehen, wo die Einigkeit im Geiſt, die in den Gliedern der unſichtbaren Kirche untereinander Tatſache iſt, hervortritt und ſich betätigt in dem vollen Bekenntnis der Wahrheit, in dem vollen Eintreten für dieſelbe. „Wir können nichts wider die Wahr⸗ heit, ſondern für die Wahrheit“, ſchreibt der Apoſtel Paulus 2 Kor. 13, 8, und er redet von dem Verdammungsurteil Gottes über diejenigen, die die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, daß ſie ſelig würden. „Darum wird ihnen Gott kräftige Irrtümer ſenden, daß ſie glauben der Lüge, auf daß gerichtet werden alle, die der Wahr⸗ heit nicht glauben“, 2 Theſſ. 2, 11. 12. Wo man nicht mit dieſer Vorausſetzung des vollen Einſtehens für die Wahr⸗ heit operieren kann, da kann von wirklicher Ein⸗ heit im Geiſt überhaupt nicht die Rede ſein. Was die rechtgläubige Kirche in Einigkeit des Glaubens bekennt, iſt ſonderlich in ſämtlichen Bekenntnisſchriften der lutheriſchen Kirche niedergelegt worden, in der Konkordia vom Jahre 1580. Auf Grund des Wortes Gottes und dieſer Bekenntnisſchriften und mit Berückſichti⸗ gung neuerer geſchichtlicher Entwicklungen könnte man es etwa ſo zu⸗ ſammenfaſſen: Wir glauben, daß die ganze Schrift, das iſt, alle kanoniſchen Bücher Alten und Neuen Teſtaments, von Gott eingegeben ſind, daß kraft der Inſpiration der Heilige Geiſt gewiſſe Perſonen zu gewiſſen Zeiten angetrieben hat, gewiſſe hiſtoriſche Tatſachen ſowohl wie abſolute Offen⸗ barungen ſeines Heilswillens, beſonders das Wort von der Verſöhnung durch Chriſtum, aufzuſchreiben und zu verkündigen. Bei dieſer Ein⸗ gebung hat allerdings der Heilige Geiſt ſich der natürlichen Gaben, der angeeigneten Fähigkeiten und der menſchlichen Kenntniſſe der heiligen Schreiber bedient, aber vor allem hat er ihnen das Geheimnis der Er⸗ löſung durch Chriſtum kundgetan, und zwar in einer ſolchen Weiſe, daß ſich in den Originaldokumenten kein Fehler fand, weder in der göttlichen Lehre und Heilswahrheit noch in den Mitteilungen auf dem Gebiete der Geſchichte noch in irgendeinem andern Punkte göttlichen oder menſch⸗ lichen Wiſſens (Geologie, Geographie, Aſtronomie, Pſychologie, Päda⸗ gogik, Biologie uſw.). Die Bibel, als die von Gott eingegebene Schrift, iſt völlig irrtumslos bis zu den einzelnen Wörtern und Buchſtaben, näm⸗ lich inſofern dieſe Wörter bilden, ſo daß man nicht nur zwiſchen Singular und Plural unterſcheidet, ſondern ſogar auf den kleinſten Buchſtaben und auf den Tüttel zu achten hat, Matth. 5, 18. Die Mög⸗ lichkeit irgendeines Irrtums iſt ausgeſchloſſen.