# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1930_S16 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 16 Verhandlungen der zweiunddreißigſten Verſammlung lichkeit Gott allein bekannt ſind. Der HErr der Kirche befiehlt den Chriſten, die innere Einigkeit im Geiſt zu betätigen, aber er ſchreibt ganz genau vor, in welcher Weiſe dies geſchehen ſoll. Die Liebe ſoll in der Kirche walten, aber damit iſt nicht gemeint eine ſchwache Sentimentali⸗ tät, die ohne wahre Einigkeit, ohne innere Harmonie, operiert, die ſogar bei Verleugnung der Grundwahrheiten der Seligkeit als Deckmantel dient, ſondern die chriſtliche Eigenſchaft, die, wie der Apoſtel es aus⸗ drückt, die Wahrheit redet in der Liebe (ἀληθεύοντες ἐν ἀγάπῃ), Eph. 4, 15. Alle Chriſten, nicht nur die Lehrer, ſondern auch die Zuhörer, ſollen die Wahrheit, die chriſtliche Wahrheit, deren Inhalt mit einem Wort Chriſtus iſt, bekennen und verteidigen, ſowohl um der Wahrheit zu ihrem Recht zu verhelfen, als auch um mit dem Zeugnis der Wahrheit einander zu dienen. Darum ſagt unſere Theſe, daß ſich die dem Bekenntnis nach vor⸗ handene innere Einigkeit betätigen und beweiſen ſoll in der völligen übereinſtimmung in ſämtlichen in der Schrift geoffenbarten Artikeln und Stücken der Lehre. Es handelt ſich hierbei nicht ſowohl um die ſoge⸗ nannten äußerlichen Zeichen der Kirche, an denen ihr Vorhandenſein erkannt werden kann, als um das Bekenntnis des Glaubens oder der Glaubenslehre, nicht ſowohl um das Minimalwiſſen des einzelnen Chriſten (Hebr. 5, 12—6, 2; Eph. 4, 13—16) als um die gemeinſame Konfeſſion einer Gemeinde oder eines Kirchenkörpers. Von dem erſtgenannten Punkte redet allerdings die Apologie in ſehr intereſſanter Weiſe, um dann ſofort überzugehen auf den andern Punkt: „Dieſelbe Kirche hat doch auch äußerliche Zeichen, dabei man ſie kennt; nämlich, wo Gottes Wort rein geht, wo die Sakramente demſelben gemäß gereicht werden, da iſt gewiß die Kirche, da ſind Chriſten, und dieſelbe Kirche wird allein genannt in der Schrift Chriſtus' Leib. Denn Chriſtus iſt ihr Haupt und heiligt und ſtärkt ſie durch ſeinen Geiſt, . . . daß es gewiß wahr bleibt, daß der Haufe und die Menſchen die rechte Kirche ſeien, welche hin und wieder in der Welt vom Aufgang der Sonne bis zum Niedergang an Chriſtum wahrlich glauben, welche denn ein Evan⸗ gelium, einen Chriſtum, einerlei Taufe und Sakramente haben, durch einen Heiligen Geiſt regiert werden, ob ſie wohl un⸗ gleiche Zeremonien haben.“ (Conc. Trigl., 226 ff., § 5. 11.) Wir wiederholen: Es handelt ſich hier nicht um die Kennzeichen der Kirche, ſondern um die Forderungen des HErrn der Kirche in bezug auf Betätigung der Einigkeit im Geiſt. Richtig wird dieſer Gedanke zuſammengefaßt in der Konkordienformel (Sol. Decl.; Conc. Trigl., 848. 854): „Weil zu gründlicher, beſtändiger Einigkeit in der Kirche vor allen Dingen vonnöten iſt, daß man einen ſummariſchen, ein⸗ helligen Begriff und Form habe, darin die allgemeine ſummariſche Lehre (dazu die Kirchen, ſo der wahrhaftigen chriſtlichen Religion ſind, ſich bekennen) aus Gottes Wort zuſammengezogen iſt — wie denn die alte Kirche allewege zu ſolchem Brauch ihre gewiſſen Symbole gehabt —, und aber ſolches nicht auf Privatſchriften, ſondern auf ſolche Bücher geſetzt werden ſollen, die im Namen der Kirchen, ſo zu einer Lehre und Religion ſich bekennen, geſtellt, approbiert und angenommen worden; . . . weil auch zur Erhaltung reiner Lehre und zu gründlicher, beſtändiger, gottſeliger [gottgefälliger] Einigkeit in der Kirche vonnöten iſt, daß nicht allein die reine heilſame Lehre recht geführt, ſondern daß auch die Widerſprecher, ſo anders lehren, geſtraft werden: . . . ſo haben wir uns auch darüber und davon gründlich und deutlich erklärt.“ Das iſt im Einklang mit der Schrift geredet. Worauf beruhen nämlich alle Bekenntniſſe der rechtgläubigen chriſtlichen Kirche? Auf