# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1930_S15 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1930. 15 habe einen Flecken oder Runzel oder des etwas, ſondern daß ſie heilig ſei und unſträflich, Eph. 5, 27. Bei aller Schwachheit, die den einzelnen Gläubigen in dieſem Leben noch anhängt, bleibt daher beſtehen, was der dritte Artikel aus⸗ ſagt: „Ich glaube eine heilige chriſtliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen.“ Und im Großen Katechismus bekennen wir mit Luther: „Das iſt aber die Meinung und Summa von dieſem Zuſatz [„Gemeinde der Heiligen“]: Ich glaube, daß da ſei ein heiliges Häuflein und Ge⸗ meinde auf Erden eitler Heiligen, unter einem Haupt, Chriſto, durch den Heiligen Geiſt zuſammenberufen in einem Glauben, Sinn und Verſtand, mit mancherlei Gaben, doch einträchtig in der Liebe, ohne Rotten und Spaltung. Derſelben bin ich auch ein Stück und Glied, aller Güter, ſo ſie hat, teilhaftig und Mitgenoſſe, durch den Heiligen Geiſt dahin gebracht und eingeleibt dadurch, daß ich Gottes Wort gehört habe und noch höre, welches iſt der Anfang hineinzukommen. Denn vorhin, ehe wir dazugekommen ſind, ſind wir gar des Teufels geweſen, als die von Gott und von Chriſto nichts gewußt haben. So bleibt der Heilige Geiſt bei der heiligen Gemeinde oder Chriſtenheit bis auf den Jüngſten Tag, dadurch er uns holt, und braucht ſie dazu, das Wort zu führen und zu treiben, dadurch er die Heiligung macht und mehrt, daß ſie täg⸗ lich zunehme und ſtark werde im Glauben und ſeinen Früchten, ſo er ſchafft.“ (Conc. Trigl., 690, § 51—53.) Dieſe Worte mögen auch gleich als überleitung dienen zu der zweiten Theſe, in der die äußere Bezeigung der Einigkeit im Geiſt in den ſichtbaren Kirchengemeinſchaften behandelt werden ſoll. 2. Dieſe innere Einigkeit ſoll ſich nach Gottes Willen äußern und betätigen in der vollkommenen übereinſtimmung in ſämtlichen in der Schrift geoffenbarten Artikeln oder Stücken der Lehre. Dies ſchließt in ſich die Anerkennung aller ſolcher, die mit den wirklichen Bekennern der Wahrheit auf demſelben Schriftgrunde ſtehen. Bis jetzt haben wir gehandelt von der unſichtbaren Kirche und dem in ihr gefundenen idealen Zuſtand der tatſächlichen Einigkeit des Geiſtes als einer weſentlichen Eigenſchaft der Gemeinde der Heiligen. Wir haben geſehen, daß dieſe Einigkeit tatſächlich beſteht in der Gemein⸗ ſchaft des Glaubens und des Heiligen Geiſtes, daß alle Glieder der Ge⸗ meinde der Heiligen vor Gott bekannt und gekennzeichnet ſind durch ihr Vertrauen auf die durch Chriſtum erworbene Seligkeit und durch die Gabe des Heiligen Geiſtes, der in ihnen wohnt. Was nun aber in Wirklichkeit ſchon gilt von der Kirche im eigentlichen Sinn und von ihrer Geſamtgliedſchaft, daß nämlich alle Glieder, wo immer ſie ſein mögen, ſich im Glauben an den Erlöſer vor dem Thron Gottes zu einem täglichen Vaterunſer vereinigen, das ſoll auch nach Gottes Willen gelten von den Gliedern der ſichtbaren Kirchengemeinſchaften, von allen den⸗ jenigen, die laut ihres Bekenntniſſes Chriſten ſind und in allen Stücken ihre Vernunft gefangennehmen wollen unter den Gehorſam Chriſti. In der jetzt vorliegenden Theſe handelt es ſich nicht ſowohl um die perſönliche Glaubensſtellung des einzelnen Chriſten als eines Gliedes der unſichtbaren Kirche (fides, qua creditur) als um das Glaubensbe⸗ kenntnis (fides, quae creditur), um die äußere Betätigung der inneren Einigkeit, die dem Bekenntnis nach anzunehmen iſt. Es handelt ſich hier alſo um einen engeren Kreis. In der ſichtbaren Kirche ſind näm⸗ lich die Grenzen, die ſich mit Vereinigungen irgendwelcher Art befaſſen, enger gezogen als in der unſichtbaren Kirche, wo die Glieder in Wirk⸗