# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1930_S14 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 14 Verhandlungen der zweiunddreißigſten Verſammlung uns nicht auf die Verhältniſſe der ſichtbaren Kirche anwenden läßt. Ihm allein iſt es bekannt, wieviel wirkliches Wiſſen in dem Glauben eines getauften (und vielleicht auch eines ungetauften) Kindes oder in einem Schächer am Kreuz vorhanden iſt. Er ſcheint auf ähnliche Dinge hinzuweiſen 1 Kor. 3, 11—13: „Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt iſt, welcher iſt JEſus Chriſt. So aber jemand auf dieſen Grund bauet Gold, Silber, Edelſteine, Holz, Heu, Stoppeln, ſo wird eines jeglichen Werk offenbar werden; der Tag wird's klarmachen.“ Wollte man dieſe Stelle von der chriſtlichen Gemein⸗ ſchaft der ſichtbaren Kirche verſtehen, ſo würde ſie jedenfalls andern klaren Schriftlehren gegenüberſtehen, die alle falſche Lehre und Men⸗ ſchenmeinung, in der Kirche als Bekenntnis vorgetragen, verurteilen. Darum hat ohne Zweifel die Apologie recht, wenn ſie erklärt: „Und wiewohl nun in dem Haufen, welcher auf den rechten Grund, das iſt, Chriſtum und den Glauben, gebaut iſt, viel Schwache ſind, welche auf ſolchen Grund Stroh und Heu bauen, das iſt, etliche menſchliche Mei⸗ nungen und Opinionen, mit welchen ſie doch den Grund, Chriſtum, nicht umſtoßen noch verwerfen, derhalben ſie dennoch Chriſten ſind und wer⸗ den ihnen ſolche Fehle vergeben, werden auch etwa erleuchtet und beſſer unterrichtet: alſo ſehen wir in Vätern, daß ſie auch bisweilen Stroh und Heu auf den Grund gebauet haben; doch haben ſie damit den Grund nicht umſtoßen wollen.“ (Conc. Trigl., 232 f.) Es kann alſo wohl vorkommen, daß ein Glied der Kirche Chriſti eine irrige Meinung oder Vorſtellung von einer geoffenbarten Wahrheit hat, da ja unſer Wiſſen und unſer Weisſagen Stückwerk iſt, 1 Kor. 13, 9. Schon diesſeits des Grabes ſchwinden bei weiterem gründlichem Studium des geoffen⸗ barten Wortes viele dieſer irrigen Meinungen, um im Lichte des kom⸗ menden großen Tages vollends hinweggetan zu werden. Was aber die Lehre der Kirche betrifft, die von ihren Predigern und Lehrern vor⸗ getragen wird, ſo muß dieſe in ihren Grundzügen wie in ihren Aus⸗ führungen genau mit Gottes Wort ſtimmen. Daß aber die Erklärung unſers Bekenntniſſes am beſten mit der Schrift ſtimmt, ergibt ſich auch aus andern Stellen, beſonders des Neuen Teſtaments. So wird uns 1 Kor. 12, 12 ff. von der Gemeinde Gottes als Leib Chriſti geſagt: „Denn gleichwie ein Leib iſt und hat doch viele Glieder, alle Glieder aber eines Leibes, wiewohl ihrer viele ſind, ſind ſie doch ein Leib, alſo auch Chriſtus. . . . Denn auch der Leib iſt nicht ein Glied, ſondern viele. . . . Aber Gott hat den Leib alſo vermenget und dem dürftigen Glied am meiſten Ehre gegeben, auf daß nicht eine Spaltung im Leibe ſei, ſondern die Glieder füreinander gleich ſorgen.“ 2 Tim. 2, 19. 20: „Der feſte Grund Gottes beſtehet und hat dieſes Siegel: Der HErr kennet die Seinen, und: Es trete ab von Ungerechtigkeit, wer den Namen Chriſti nennet. In einem großen Hauſe aber ſind nicht allein güldene und ſilberne Gefäße, ſondern auch hölzerne und irdene, und etliche zu Ehren, etliche aber zu Unehren.“ Und ſo können wir auch von der unſichtbaren Kirche als Tempel Gottes ſagen, daß nicht alle Glieder wie Pflanzen, wie ausgehauene Erker, wie Paläſte ſind, ſondern manch ein Glied iſt wie ein unſcheinbarer Stein, wie ein unbeachteter Sparren in dem Gebäude der Kirche, die Gott für die Ewigkeit aufbaut. Manche dieſer Unvollkommenheiten und Schwach⸗ heiten kommen auch in der ſichtbaren Kirche an die Oberfläche, aber be⸗ ſtimmt ausgeſagt finden wir ſie von einzelnen Gliedern der Kirche, die mit Recht die unſichtbare genannt wird. Dabei bleibt aber doch beſtehen, daß die Kirche, alle ihre Glieder, durch das Blut Chriſti gereinigt iſt, ſo daß er ſie ſich ſelbſt darſtellt eine Gemeinde, die herrlich ſei, die nicht