# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1930_S13 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1930. 13 Evangeliſt ſpricht: Hie oder da iſt Chriſtus, und dergleichen, iſt von dem ganzen Chriſto, das iſt, von dem Reich Chriſti, geredet, wie das mit Gewalt erzwingt der Text Luk. 17, 20 f., da er ſpricht: ‚Das Reich Gottes kommt nicht mit äußerlichen Gebärden. Man wird auch nicht ſagen: Siehe hie, ſiehe da iſt's‘, welches die andern Evangeliſten alſo ausreden: Hie oder da iſt Chriſtus. Das iſt alles ſo viel geſagt: Chriſtus' Reich ſteht nicht in äußerlichen Dingen, Stätten, Zeiten, Per⸗ ſonen, Werken, ſondern, wie er daſelbſt ſagt, ‚das Reich Gottes iſt in⸗ wendig in euch‘. Daraus folgt nun nicht, daß Chriſtus nirgend ſei, ſondern daß er allenthalben ſei und alles erfülle, Eph. 1, 23.“ (Wider die himmliſchen Propheten, XX, 282 f.) — 1 Petr. 2, 5: „Und auch ihr, als die lebendigen Steine, bauet euch zum geiſtlichen Hauſe und zum heiligen Prieſtertum, zu opfern geiſtliche Opfer, die Gott angenehm ſind durch JEſum Chriſtum.“ Hier wird klar und deutlich die wahre Kirche ein geiſtliches, alſo ein unſichtbares, Gebäude genannt. — 2 Tim. 2, 19: „Der feſte Grund Gottes beſtehet und hat dieſes Siegel: Der HErr kennet die Seinen; und: Es trete ab von Ungerechtigkeit, wer den Namen Chriſti nennet.“ Nur der HErr kann demnach die Seinen ſehen, nur ihm ſind ſie bekannt. Aber nur die wahren Kinder Gottes ſind ſeine Kirche; demnach kann kein bloßer Menſch die Kirche ſehen. (Vgl. hierzu Walther, Kirche und Amt, 1—29.) Im Anſchluß hieran lautet der letzte Teil unſerer Theſe: „Da die Glieder dieſer einen heiligen chriſtlichen Kirche nur Gott bekannt ſind, ſo iſt es auch ihm allein bewußt, wie vollkommen Erkenntnis und Be⸗ kenntnis des einzelnen Gliedes dieſer Kirche ſind.“ Dieſer Zuſatz iſt mit Abſicht gemacht worden, weil man nämlich immer wieder dieſe zwei Dinge, die unſichtbare und die ſichtbare Kirche, miteinander vermiſcht und ſie ineinandermengt. Freilich ſind alle wahrhaft Gläubigen aller ſichtbaren Kirchen oder Gemeinden Glieder der unſichtbaren Kirche; aber dies entzieht ſich unſerer Kontrolle. Hingegen iſt nicht geſagt, daß alle Glieder der unſichtbaren Kirche damit auch Glieder einer ſichtbaren Gemeinſchaft oder Kirche ſind. Weil man dies oft außer acht läßt, überträgt man häufig Ausſagen, die nur von der unſichtbaren Kirche gelten, auf die ſichtbare, wie wenn man das Wort JEſu Joh. 17, 21 auf die ſichtbare Kirche anwendet oder eine Erkenntnis der ſeligmachenden Lehre, wie dieſe ohne Zweifel in der unſichtbaren Kirche genügt (Glaube der getauften Kinder), auf das Bekenntnis der ſichtbaren Kirche über⸗ trägt und dadurch unter Umſtänden dem Indifferentismus und der Unioniſterei Tor und Türen öffnet. Wir wollen dieſen Punkt darum noch etwas weiter behandeln. Gottes Anordnungen kontrollieren die Zuläſſigkeit und die Zu⸗ gehörigkeit zu der exiſtenzberechtigten ſichtbaren Kirche, wie das in der nächſten Theſe weiter ausgeführt werden ſoll. Er hat Erforderniſſe niedergelegt, die genau beſtimmen, wie es ſich damit verhalten ſoll. Er hat ſogar gewiſſe Grundſätze eines Mindeſtmaßes von Wiſſen und Er⸗ kenntnis aufgeſtellt. Er hat uns praktiſche Regeln gegeben für die Be⸗ handlung ſolcher Perſonen und beſonders ſolcher Lehrer, die in Lehre und Bekenntnis nicht mit der ganzen Wahrheit des Wortes Gottes ſtimmen. Aber in bezug auf die unſichtbare Kirche hat Gott es ſich vorbe⸗ halten, auf Grund ſeiner Allwiſſenheit zu handeln, ohne in irgendeiner Weiſe menſchliche Urteile hinzuzuziehen. Er ſcheint einen Unterſchied zu machen zwiſchen theologiſchem Wiſſen und einem tatſächlichen Glaubenserkennen der Wahrheit zur Seligkeit. Es mag in ſeiner Rechnung ein Minimum von Erkenntnis genügen, das ſich von