# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1930_S12 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 12 Verhandlungen der zweiunddreißigſten Verſammlung der Beſchreibung der Kirche, die uns die Schrift bietet. Im Epheſer⸗ brief finden wir einmal das Bild des Hauptes mit ſeinem Leibe und ſeinen Gliedern. Kap. 1, 22. 23: „Und [Gott] hat alle Dinge unter ſeine [Chriſti] Füße getan und hat ihn [Chriſtum] geſetzt zum Haupt der Gemeinde über alles, welche da iſt ſein Leib, nämlich die Fülle des, der alles in allen erfüllet.“ Kap. 5, 23—27: „Denn der Mann iſt des Weibes Haupt, gleichwie auch Chriſtus das Haupt iſt der Gemeinde, und er iſt ſeines Leibes Heiland. Aber wie nun die Gemeinde iſt Chriſto untertan, alſo auch die Weiber ihren Männern in allen Dingen. Ihr Männer, liebet eure Weiber, gleichwie Chriſtus auch geliebet hat die Gemeinde und hat ſich ſelbſt für ſie ge⸗ geben, auf daß er ſie heiligte, und hat ſie gereinigt durch das Waſſerbad im Wort, auf daß er ſie ihm ſelbſt darſtellete eine Gemeinde, die herrlich ſei, die nicht habe einen Flecken oder Runzel oder des etwas, ſondern daß ſie heilig ſei und unſträflich.“ Dasſelbe Bild findet ſich Kol. 1, 18: „Und er [Chriſtus] iſt das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde.“ Nach dieſen Stellen iſt alſo Chriſtus das Haupt der Gemeinde oder Kirche, und dieſe iſt ſein Leib. Die Glieder des Leibes ſind aber mit dem Haupt auf das innigſte verbunden, es muß unter ihnen eine völlige Einigkeit herrſchen, ſo daß „der ganze Leib zuſammengefüget und ein Glied am andern hanget durch alle Gelenke, dadurch eines dem andern Handreichung tut nach dem Werk eines jeglichen Gliedes in ſeiner Maße, und machet, daß der Leib wächſet zu ſeiner ſelbſt Beſſerung; und das alles in der Liebe“, Eph. 4, 16; vgl. Kol. 2, 19. Dieſelbe Folgerung ergibt ſich aber auch, wenn wir auf ein anderes Bild achten, das der Heilige Geiſt im Neuen Teſtament wiederholt braucht, nämlich das eines Tempels. Eph. 2, 19—22: „So ſeid ihr nun nicht mehr Gäſte und Fremdlinge, ſondern Bürger mit den Heiligen und Gottes Hausgenoſſen, erbauet auf den Grund der Apoſtel und Propheten, da JEſus Chriſtus der Eckſtein iſt, auf welchem der ganze Bau, ineinandergefüget, wächſet zu einem heiligen Tempel in dem HErrn, auf welchem auch ihr mit erbauet werdet zu einer Behauſung Gottes im Geiſt.“ 1 Kor. 3, 16. 17: „Wiſſet ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel ſeid und der Geiſt Gottes in euch wohnet? So jemand den Tempel Gottes verderbet, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes iſt heilig; der ſeid ihr.“ Daß in einem großen Gebäude, einem Tempel, die Einheit oder Einigkeit eine weſentliche Eigenſchaft iſt, bedarf wohl kaum des Beweiſes. Sobald in dem geiſtlichen Tempel der Kirche Chriſti auch nur ein Stein die Einigkeit verließe, ſo wäre er eben nicht mehr ein Teil des Baues. Und dasſelbe liegt in andern Bildern, die uns die Schrift vor die Augen malt, um uns einigermaßen einen Begriff von dem Weſen der Kirche zu geben, wie in dem Bilde vom Weinſtock und ſeinen Reben, von den Kindern Gottes, die eine har⸗ moniſche Familie bilden, und andern mehr. Vergeſſen wir in der ganzen Ausführung nicht, daß es ſich hier um das Ideal der Kirche im eigentlichen Sinne, um die unſichtbare Kirche handelt. Dieſe iſt es, von der wir im dritten Artikel bekennen: „Ich glaube eine heilige chriſtliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen.“ Die Zugehörigkeit zu dieſer Kirche iſt nur Gott, dem HErrn der Kirche, unfehlbar bekannt. Luk. 17, 20. 21: „Das Reich Gottes kommt nicht mit äußerlichen Gebärden (μετὰ παρατηρήσεως). Man wird auch nicht ſagen: Siehe, hie oder da iſt es! Denn ſehet, das Reich Gottes iſt in⸗ wendig in euch“ (ἐντὸς ὑμῶν). Der Kontext nötigt hier klar, vom klaſ⸗ ſiſchen Gebrauch der Präpoſition abzuweichen und die Lutherſche über⸗ ſetzung anzunehmen, wie er denn auch ſelber fein erklärt: „Da der