# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1930_S11 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1930. 11 Heiligen nach dem, was Gott gefällt.“ Wir dürfen alſo getroſt ſagen, daß der eigentliche innerſte Herzensglaube immer die unbedingte An⸗ nahme der göttlichen Wahrheit bedeutet. Mögen ſich auch bei einem Chriſten Zweifel und falſche Anſichten und Auffaſſungen im Bewußtſein finden (wie ja alle Chriſten das immer wieder erfahren), ſo beein⸗ trächtigt dies doch nicht den wirklichen, innerlichen Glauben. Denn dieſer hat ja Chriſtum als das weſentliche Wort, als den Inhalt des Evangeliums, ergriffen. Die Heilige Schrift iſt das Wort, das Chriſtum offenbart; Chriſtus iſt der eigentliche Inhalt der Schrift. Glaube an Chriſtum und Glaube an das Evangelium, an das Wort, iſt identiſch. Kraft dieſes Glaubens gibt darum der Heilige Geiſt jedem Chriſten gleichſam im innerſten Herzen eine Erkenntnis der Wahrheit, die keinen Punkt des Wortes bezweifelt oder in ſeinem Zuſammenhang falſch verſteht. Noch anders ausgedrückt: Der ſeligmachende Glaube kann wohl bei Unkenntnis und falſchem Verſtändnis von Fundamentallehren und ganzen Teilen der Schrift beſtehen, nicht aber bei ausdrücklicher Ver⸗ leugnung irgendeines Teiles der Schrift. Kirchengemeinſchaft dagegen kann nur beſtehen bei völliger übereinſtimmung in allen Schriftlehren, wie wir ſpäter noch ſehen werden. Dies wird in D. Piepers „Chriſtlicher Dogmatik (II, 506) ſo dargelegt: „Es iſt feſtzuhalten, daß die fides iustificans und salvans auch in ſolchen ſein kann, die die Schrift nicht in allen Teilen kennen, ja auch in ſolchen, die in gewiſſen Stücken der geoffenbarten Lehre aus Schwachheit irren, wie die Schrift reichlich be⸗ zeugt. Orthodoxie und Glaubensſtand decken ſich nicht. Es gibt freilich keine Orthodoxie ohne ſeligmachenden Glauben; wer das Evangelium nicht glaubt, glaubt kein Stück der chriſtlichen Lehre mit vom Heiligen Geiſt gewirktem Glauben. Wohl aber gibt es ſeligmachenden Glauben, ohne daß Orthodoxie hinſichtlich aller Stücke der chriſtlichen Lehre vor⸗ handen iſt. Dieſe Wahrheit bekennen Luther, das lutheriſche Bekenntnis und die Dogmatiker, wiewohl ſie keinem Menſchen die Macht zugeſtehen, von der Annahme auch nur eines Stückes der chriſtlichen Lehre zu dispenſieren.“ Was in dieſen Ausführungen auf Grund des Wortes Gottes dar⸗ gelegt iſt, wird auch in unſern Bekenntniſſen bezeugt. In der Apologie, in Artikel VII und VIII, „Von der Kirche“, heißt es: „Die chriſtliche Kirche ſteht nicht allein in Geſellſchaft äußerlicher Zeichen, ſondern ſteht vornehmlich in Gemeinſchaft inwendig der ewigen Güter im Herzen, als des Heiligen Geiſtes, des Glaubens, der Furcht und Liebe Gottes. . . . Denn das rechte Reich Chriſti, der rechte Haufe Chriſti, ſind und bleiben allezeit diejenigen, welche Gottes Geiſt erleuchtet hat, ſtärkt, regiert, ob es wohl vor der Welt noch nicht offenbart, ſondern unterm Kreuz ver⸗ borgen iſt, gleichwie es allezeit ein Chriſtus iſt und bleibt, der die Zeit gekreuzigt ward und nun in ewiger Herrlichkeit herrſcht und regiert im Himmel. . . . Wir reden nicht von einer erdichteten Kirche, die nirgend zu finden ſei, ſondern wir ſagen und wiſſen fürwahr, daß dieſe Kirche, darin Heilige leben, wahrhaftig auf Erden iſt und bleibt, näm⸗ lich daß etliche Gotteskinder ſind hin und wieder in aller Welt, in allerlei Königreichen, Inſeln, Ländern, Städten, vom Aufgang der Sonne bis zum Niedergang, die Chriſtum und das Evangelium recht erkannt haben.“ (Conc. Trigl., 226 ff., § 5. 19. 21.) Dieſer Auszug dient zugleich als übergang zu dem nächſten Punkt unſerer Theſe, daß nämlich die ganze Chriſtenheit auf Erden, die Kirche im eigentlichen Sinne des Wortes, dieſe weſentliche Eigen⸗ ſchaft der Einigkeit im Geiſt beſitzt. Das ergibt ſich unter anderm aus