# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1930_S10 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 10 Verhandlungen der zweiunddreißigſten Verſammlung Einheit zuſtande kommt, zeigt der Apoſtel in demſelben Zuſammenhang: „Ihr ſeid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Chriſtum JEſum“, V. 26. Der Glaube aber iſt Werk des Heiligen Geiſtes, weswegen auch in den letzten Reden JEſu der Tröſter, der Heilige Geiſt, das Haupt⸗ thema iſt, wie z. B. Joh. 14, 26: „Aber der Tröſter, der Heilige Geiſt, welchen mein Vater ſenden wird in meinem Namen, derſelbige wird's euch alles lehren und euch erinnern alles des, das ich euch geſagt habe.“ Und abermal Joh. 15, 26: „Wenn aber der Tröſter kommen wird, welchen ich euch ſenden werde vom Vater, der Geiſt der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir.“ Und wiederum: „Wenn aber jener, der Geiſt der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten“, Joh. 16, 13. Durch dieſen Geiſt alſo, den Geiſt der Wahrheit, den Tröſter, wird die Einigkeit im Geiſt, das Eins⸗ ſein der Gläubigen nach Sinn, Willen und Gemüt, gewirkt. Das Fundament dieſer Einigkeit aber, ihr weſentliches Merkmal auf Grund des Glaubens, der ſie ins Leben ruft und erhält, der ſich auf JEſum Chriſtum als den Sünderheiland verläßt, iſt darum das Annehmen der Schrift. Was die Schwärmer zur Zeit der Reformation an ihrem Teil feſthielten, daß nämlich der Glaube gewirkt werden und beſtehen könne ohne die Schrift, das haben Luther und ſeine Mitarbeiter mit aller Entſchiedenheit bekämpft. Denn die Einigkeit im Geiſt kann nicht auf Grund von Einbildung, von Lüge, beſtehen, ſondern nur auf Grund der Wahrheit. Nun iſt aber Gottes Wort als Ganzes und in allen ſeinen Teilen die Wahrheit, wie unſer Heiland Joh. 17, 17 ſpricht. Die ganze Schrift, alle Teile der Schrift, iſt der Name Gottes, iſt Offen⸗ barung ſeines Weſens, inſonderheit ſeiner Gnade in Chriſto JEſu. Ein wahrhaft gläubiger Chriſt nimmt daher das Wort Gottes als die Wahr⸗ heit an. Das iſt weſentlich, weil er ohne dieſes Wort nicht zum Glauben kommen noch darin bleiben kann. Er macht in ſeinem Glauben darum auch keinen akademiſchen Unterſchied zwiſchen Schriftlehren im eigent⸗ lichen Sinn und ſonſtigen Offenbarungen Gottes, die in der Schrift niedergelegt ſind: auf dem Gebiete der Geſchichte, der Völkerkunde, der Geographie, der Naturkunde; er unterſcheidet nicht zwiſchen Lehre und Religion; er macht nicht einmal einen Unterſchied zwiſchen Funda⸗ mental⸗ und Nichtfundamentallehren; für ihn iſt alles Wahrheit, was Gott gelehrt und offenbart hat, ob nun Gott oder Chriſtus perſönlich reden oder ob der Heilige Geiſt durch die Propheten, Evangeliſten und Apoſtel redet. Es heißt bei ihm: „Des HErrn Wort iſt wahrhaftig“, Pſ. 33, 4; „Dein Wort iſt nichts denn Wahrheit“, Pſ. 119, 160 (vgl. V. 86. 142); „in dem Worte der Wahrheit“, 2 Kor. 6, 7; „Er hat uns gezeuget nach ſeinem Willen durch das Wort der Wahrheit“, Jak. 1, 18. Es gibt keinen Glauben außer dem, der durch das Wort zuſtande kommt, und darum gehört es mit zum Weſen des Glaubens, die Offenbarungs⸗ wahrheiten anzunehmen. Hierin ſtimmen alle Chriſten überein, wo ſie ſich auch finden mögen: ihr Glaube nimmt Gottes Wort als die Wahr⸗ heit an und hält ſich an das Wort. Verſtehen wir dies recht. Es iſt hier nicht die Rede davon, daß ein Glied einer falſchen Kirchengemeinſchaft, das aber doch zur unſicht⸗ baren Kirche gehört, ein Schriftwort falſch verſteht und darum auch ein falſches Bekenntnis hat. Man kann wohl einen Unterſchied annehmen zwiſchen dem äußeren und dem inneren Bewußtſein, wie das auch in der Schrift angedeutet iſt Röm. 8, 26. 27: „Denn wir wiſſen nicht, was wir beten ſollen, wie ſich's gebühret, ſondern der Geiſt ſelbſt vertritt uns aufs beſte mit unausſprechlichem Seufzen. Der aber die Herzen er⸗ forſchet, der weiß, was des Geiſtes Sinn ſei; denn er vertritt die