# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1930_S8 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 8 Verhandlungen der zweiunddreißigſten Verſammlung ebenſo Glieder ſind und ſo durch denſelben Glauben alle auch unterein⸗ ander ‚einer des andern Glied‘, Röm. 12, 5. „2. Nach Gottes Willen ſoll dieſe innerliche Einigkeit ſich nun auch äußerlich zeigen durch übereinſtimmung aller Glieder der Kirche in der Lehre unter dem einen HErrn, JEſu Chriſto. „3. Ungehorſam gegen unſern HErrn JEſum Chriſtum iſt die Ur⸗ ſache aller Spaltung, Sektiererei, falſchen Lehre, Trennung und Zer⸗ riſſenheit in der Chriſtenheit. „4. Der Heilige Geiſt iſt die bewirkende Urſache aller wahren innerlichen und äußeren Einigkeit der Kirche.“ Da nun ſchon ſo viel Material über dieſe Frage vorliegt, ſo möchte wohl mancher fragen: Warum ſchon wieder ein Thema, das den andern ſo nahe verwandt, ja ihnen im Grunde ganz gleich iſt? Ich antworte: Einmal, weil das Thema gerade in unſern Tagen in beſonderem Maße zeitgemäß iſt, wie wir das im Laufe der Arbeit wiederholt ſehen werden; zum andern, weil die bibliſchen Grundſätze, auf denen die Synodal⸗ konferenz beruht, immer wieder betont werden müſſen, gerade auch in dieſem Jahre der großen Jubelfeiern und der kirchlichen Vereinigungen in unſerm Lande. Dazu kommt noch, daß das Thema dieſes Mal etwas anders geſtellt iſt und darum auch etwas anders behandelt werden ſoll als in den erwähnten Referaten. Behandeln wir daher in dieſen Tagen die wichtige Lehre: Wahre Union im Gegenſatz zu Unionismus und Separatismus. Die Ausführung ſoll geſchehen in ſechs Theſen: 1. Die Einigkeit im Geiſt iſt eine weſentliche Eigenſchaft der ganzen Chriſtenheit auf Erden, der Kirche im eigentlichen Sinne des Worts. Dieſe Einigkeit iſt eine Frucht des Geiſtes, ein Ausdruck des Glaubens, der ſich auf Chriſtum als den Sünderheiland verläßt und darum auch die Schrift annimmt und in allen Stücken feſthält. Da jedoch die Glieder dieſer einen heiligen chriſtlichen Kirche nur Gott bekannt ſind, ſo iſt es auch ihm allein bewußt, wie vollkommen oder unvoll⸗ kommen Erkenntnis und Bekenntnis des einzelnen Gliedes dieſer Kirche ſind. 2. Dieſe innere Einigkeit ſoll ſich nach Gottes Willen äußern und betätigen in der völligen übereinſtimmung in ſämtlichen in der Heiligen Schrift geoffenbarten Artikeln oder Stücken der Lehre. Dies ſchließt in ſich die Anerkennung aller ſolcher, die mit den wirklichen Bekennern der Wahrheit auf demſelben Schriftgrunde ſtehen. 3. Obwohl in der Kirche um der wahren Einigkeit willen viel ver⸗ geben werden muß, ſo darf dies doch unter keinen Umſtänden mit Ver⸗ leugnung der Wahrheit geſchehen. Im Gegenteil: Jede Abweichung von einer in der Schrift klar geoffenbarten Lehre begreift kirchentren⸗ nende Möglichkeiten in ſich und muß bei fortgeſetzter Beharrung im Irrtum auf ſeiten der abweichenden Partei zu einer Löſung der Bruder⸗ bande führen. 4. Wiewohl Gleichförmigkeit der Zeremonien zur wahren Einigkeit der Kirche nicht nötig iſt, ſo hat doch ſolche Gleichförmigkeit einen Be⸗ kenntniswert und muß unter Umſtänden gefordert werden. 5. Gegen die Einigkeit der Kirche verſtoßen die Synkretiſten und Unioniſten jeder Art. 6. Gegen die Einigkeit im Geiſt verſtoßen aber auch die Schis⸗ matiker und Separatiſten.