# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1928_S43 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1928. 43 bracht haben wird, ſagt in bezug auf die Gebefreudigkeit unſerer far⸗ bigen Glieder: „Unſere Neger ſind meiſtens arm. Die Beiträge für die Gemeinde ſind deshalb, wie das nicht anders ſein kann, bei vielen gering. Und doch macht man auch gerade hier oft ſchöne Erfahrungen. In einer unſerer Gemeinden wurden die Leute aufgefordert, für einen gewiſſen Zweck eine Summe zu unterſchreiben und ſie im Laufe des Jahres, wie ſie es eben vermöchten, einzuzahlen. Es wollte nun gar nicht ſo recht voran damit, wohl weil es ihnen eine neue Sache war oder weil ſie befürchteten, ſie würden ihr Verſprechen nicht einlöſen können. Endlich kamen ein paar mit ihren Unterſchriften, darunter eine Witwe, die ſich mit Waſchen und dergleichen ernährt. Sie unterſchrieb $25. „Einige Tage ſpäter kam ſie ganz aufgeregt zum Miſſionar in die Sakriſtei und überreichte ihm ein Kuvert mit $5. Sie hatte un⸗ verhofft von ihren Leuten ein Weihnachtsgeſchenk bekommen und gab nun eben dies Geld ſchnell, ehe es anderswie ausgegeben werden konnte, als Anzahlung auf die Summe, die ſie unterzeichnet hatte. Jeden Monat brachte ſie regelmäßig ihre zwei Dollars. „Eines Sonntagabends kam ſie wieder, und diesmal mit Freuden⸗ tränen in den Augen, zu dem Miſſionar und überreichte ihm mit zit⸗ ternden Händen ein Kuvert mit $7, die letzte Anzahlung auf ihre Unterſchrift. Sie ſagte dabei, der liebe Gott habe ſie über alles Er⸗ warten reich geſegnet; ſie könne ihm gar nicht dankbar genug dafür ſein. Dies Geld habe ſie ganz unerwartet verdient, und der liebe Gott ſolle es wieder haben. Hier war ‚Geben‘ in der Tat, wie der Miſſionar es da vor Augen hatte, ‚ſeliger denn Nehmen‘.“ Als der ſelige Prof. J. Ph. Smith im Jahr 1902 die Miſſions⸗ arbeit bei Kannapolis, N. C., begann, wurden die Gottesdienſte in dem Haus eines Gliedes namens Ruſſell gehalten. Von einem Großkind dieſes Ruſſell erzählt unſer farbiger Superintendent F. D. Alſton fol⸗ gendes: „Die kleine Frances Ruſſell, die neun Jahre alt wird, zählt bereits die Jahre, die noch verfließen müſſen, ehe ſie konfirmiert und zum heiligen Abendmahl zugelaſſen werden kann. Seit der Konfir⸗ mation ihrer beiden älteren Schweſtern ſehnt ſie immer herzlicher dieſe Zeit herbei. Faſt täglich quält ſie ihre Mutter mit hierauf bezüglichen Fragen. Am dritten Sonntag im September 1926 erhoben wir eine Extrakollekte für unſern Baufonds. Die kleine Frances ſagte zur Mutter: ‚Ich kann keine vier Jahre mehr warten. Gib mir etwas von meinem Geld für meine Kirche!‘ Sie hatte etwas Geld verdient mit Baumwollpflücken und wollte dem HErrn etwas davon geben. Ihre konfirmierten Schweſtern ſowie Vater und Mutter brachten größere Gaben; aber auch die Gabe der kleinen Frances hatte in Gottes Ohren den rechten Klang, als ſie in den Gotteskaſten fiel. Obwohl ſie klein war, half ſie doch die hundert Dollars voll machen.“ Das goldene Jubiläum unſerer Miſſion. Letztes Jahr (1927) haben unſere Negergemeinden das fünfzig⸗ jährige Jubiläum unſerer Miſſion unter ihnen und ihren Volksgenoſſen gemeinſam ſowie in den einzelnen Gemeinden gefeiert. Dabei haben ſie Gott gedankt für den großen geiſtlichen Segen, den er durch die Miſſionsarbeit in Kirche und Schule über ſie ausgegoſſen hat. Sie haben aber auch unſerer Synodalkonferenz gedankt. Unſer farbiger Paſtor Jeſſe Hunt hat im Namen und Auftrag unſerer Negergemeinden folgendes ſchöne Dankſchreiben an die Synodalkonferenz gerichtet: