# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1928_S37 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von Nordamerika. 1928. 37 wertem Mut und großer Geduld und Treue im Dienſt dieſer Miſſion viele Jahre ausgehalten haben. Von den zwanzig weißen Paſtoren und Profeſſoren, die zurzeit in unſerer Miſſion tätig ſind, ſind drei bereits mehr als zehn Jahre in unſerm Dienſt tätig geweſen: P. G. M. Kramer einundzwanzig, Prof. Fr. Berg zwanzig und Superintendent Georg A. Schmidt vierzehn Jahre. Wenn man bedenkt, daß es bei einem Weißen wenigſtens zwei Jahre dauert, ehe er den Neger kennengelernt hat, ſo kann man leicht einſehen, daß der häufige Wechſel der Miſſionsarbeiter ſchädlich iſt. 3. In bezug auf die weißen Arbeiter iſt ferner das ſonderlich ſeit dem Weltkrieg raſch zunehmende Raſſenbewußtſein ein Hin⸗ dernis. Unſere lutheriſchen Glieder haben ihre weißen Paſtoren freilich lieb und wert. Die Nichtlutheraner dagegen fragen vorwurfsvoll: „Gibt es nicht in unſerer eigenen Raſſe Prediger genug? Warum müßt ihr einen weißen Mann haben und euch zu ihm halten?!“ Letzten Winter hatte unſer farbiger Vikar in X. zwei Mütter bewogen, ihre Kinder taufen zu laſſen. Am Sonntag brachte aber nur eine Mutter ihre Kinder zur Taufe. Warum war die andere Frau weggeblieben? Weil ſie inzwiſchen erfahren hatte, daß nicht der farbige Student, ſondern der weiße Paſtor die Taufe vollziehen würde. Das iſt ein Grund, wes⸗ halb wir farbige Miſſionsarbeiter ausbilden müſſen. Solange wir aber noch weiße Arbeiter unter den farbigen haben — und das wird noch eine geraume Zeit dauern —, bereitet das Raſſenbewußtſein uns ein wirk⸗ liches Hindernis in unſerm Miſſionswerk. 4. Ein weiteres Hindernis in unſerer Negermiſſion iſt das Logen⸗ weſen. Dies Übel graſſiert in dieſer letzten, betrübten Zeit faſt überall, aber nirgends ſo ſchlimm wie unter unſern farbigen Mitbürgern. Einer unſerer älteren Negerpaſtoren, John McDavid, ſagt: „Heute ſind nicht die Sektenprediger und ihre Sektenkirchen unſere Hauptgegner, ſondern die geheimen Geſellſchaften oder Logen. Wohl kein anderes Volk auf Erden iſt ſo bezaubert und an Händen und Füßen gebunden von der Loge als gerade das Negervolk. Die Logen werden unterſtützt, ermuntert und gefördert von den farbigen Paſtoren aller Kirchengemeinſchaften. Faſt alle hervorragenden ſchwarzen Männer und Frauen gehören zu einer Loge oder ſogar zu mehreren. Die Neger⸗ paſtoren gehören nicht nur ſelber zu Logen, ſondern zeigen oft größeren Eifer, die Intereſſen der Loge als diejenigen der Kirche zu fördern. Sie halten den Logen die jährliche Predigt und loben ſie bis in den Himmel wegen ihrer ſogenannten Wohltätigkeit und guten Werke. Kurz, die Logen üben einen ſo mächtigen Einfluß auf die Farbigen aus, daß kein Schwarzer überhaupt etwas gilt, es ſei denn, daß er zu einer oder zu mehreren Logen gehört. Und die meiſten unſerer Leute meinen, es ſei unmöglich zu exiſtieren, wenn ſie ihnen nicht angehörten. „Unter den Negerkirchen iſt unſers Wiſſens unſere lutheriſche Kirche die einzige, die ihre Stimme gegen die Logen erhebt. Im Lichte der Schrift müſſen wir ſie ſtrafen als chriſtusloſe Geſellſchaften, ihre vermeintliche Liebestätigkeit bloßſtellen als Selbſtliebe und Eigennutz und ihren Logengottesdienſt als Götzendienſt. Wir geſtatten es ihnen nicht, als Loge unſere Kirchen zu betreten, und treten ihnen öffentlich wie ſonderlich entgegen. So werden wir ein Gegenſtand ihres Haſſes und ihrer Oppoſition, und ſie laſſen nichts unverſucht, unſer Werk zu hindern und ihm ein Ende zu machen. Sie verſuchen fortwährend, unſere Glieder in ihre Geſellſchaften zu locken, und tun ihr möglichſtes, Leute vom Anſchluß an unſere Gemeinden oder vom Beſuch unſerer Gottesdienſte abzuhalten. Sie bereiten uns mehr Ärger und Verdruß